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Compliance
Aber selbst wenn Wissen und guter Wille vorhanden sind, reicht dies noch nicht für eine konsistente Compliance-Strategie. Einer Studie von Kroll Ontrack zufolge können die meisten Unternehmen nämlich nicht sicherstellen, dass alle Policies auch tatsächlich befolgt werden. 77 Prozent der befragten Unternehmen sind sich demnach nicht sicher, ob ihre Strategie überhaupt umsetzbar ist. Die Komplexität der Regularien ist nicht nur ein Born weiterer Unsicherheit, sondern lähmt auch die operative Performance eines Unternehmens.
Prof. Peter Bienert, Gründer und Präsident des Verwaltungsrates von Forte Advisors, spricht Klartext: „Genauer betrachtet, dreht sich Compliance um die Frage, wer die Haftung übernimmt, wer das Risiko einer Abweichung von der Vorschrift und der daraus entstehenden Folgen trägt. Dies führt schlimmstenfalls zu einem gigantischen Verschiebebahnhof für Verantwortung.“ Besonders unangenehm wird es für das letzte Glied in der Kette der Verantwortungsverweisungen. Sehr oft sind dies die IT-Verantwortlichen. Bienert spricht in diesem Zusammenhang von einem „krassen Missverhältnis zwischen der heute üblichen IT-Unterstützung von Durchführungsprozessen gegenüber jener von Führungsprozessen“. IT-Verantwortliche müssen deshalb besonders vorsichtig sein, wenn es um die Zusicherung von Sicherheit, und damit um Compliance geht.
Verantwortung
Einer Untersuchung von IDC zur IT-Sicherheit zufolge sind die meisten Unternehmen in puncto Compliance noch mit der Realisierung interner Richtlinien beschäftigt. Das kostet Zeit und Geld. Um das Kosten-Nutzen-Verhältnis der durchaus in Aussicht stehenden Sicherheitsinvestitionen zu optimieren, empfehlen die Marktforscher der Experton Group, auf Cloud-basierte Security Services zurückzugreifen. Ganz nebenbei lässt sich hierdurch die Komplexität der Compliance-Regelungen reduzieren. Im Voraus definierte Service Level Agreements (SLAs) mit dem Dienste-Anbieter regeln hier die Verantwortlichkeiten.
Im Bereich der E-Mail-Sicherheit und im Spam-Schutz ist das Outsourcing in die Cloud laut Experton Group schon weit fortgeschritten. Vergangenes Jahr nutzte etwa jedes dritte deutsche Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern Managed Security Services (MSS) in irgendeiner Form. Dabei sind vier Modelle zu unterscheiden:
- Betrieb des Sicherheitssystems im eigenen Unternehmen mittels Fernüberwachung (Monitoring) durch einen externen Dienstleister.
- Zusätzliches Remote Management (Konfigurationsänderungen oder Response) durch einen externen Dienstleister.
- Hosting und Management eines dedizierten Sicherheitssystems durch den Dienstleister in seinem Rechenzentrum.
- Shared Managed Security Service ohne dediziertes Sicherheitssystem (Cloud-basiert): Security Software as a Service (SSaaS), Platform as a Service (PaaS) oder Infrastructure as a Service (IaaS).
Zwischen diesen Modellen, so konzediert die Experton Group, sind die Übergänge fließend. Ihre Marktfähigkeit steckt außerdem in den Kinderschuhen. Viel kreativer Spielraum also, den Kunden eine gesetzeskonforme, sichere Alternative zur bloßen Abschaltung ihrer Systeme zu bieten.
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