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Appian Vom Prozessflussdiagramm zur Hyper-Automation

Autor: Dr. Stefan Riedl

Mit Kästen, Pfeilen, Rauten lassen sich Arbeitsprozesse darstellen – dank „Business Process Model and Notation“ (BPMN) weltweit einheitlich. Wie der Ansatz für Low-Code-Programmierung und Hyper-Automation genutzt werden kann, ist die Kernfrage bei Appian.

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Business Process Model and Notation (BPMN) bildet die Grundlage für den Model-to-Execute-Ansatz, indem die Prozessflussdiagramme als grafische Ebene für die Programmierung verwendet werden.
Business Process Model and Notation (BPMN) bildet die Grundlage für den Model-to-Execute-Ansatz, indem die Prozessflussdiagramme als grafische Ebene für die Programmierung verwendet werden.
(Bild: profit_image - stock.adobe.com)

Ob man es „intelligente Automatisierung“ nennt oder wie Gartner „Hyper-Automation“ – letztendlich geht es darum, die ­Prozesse in Unternehmen in den Griff zu bekommen und zu optimieren. Software-Hersteller Appian hat sich auf dieses Marktumfeld spezialisiert (siehe Kasten „Ergänzendes zum Thema“).

BPM, Case-Management, Low-Code

So wird mit Appian entwickelt und modelliert.
So wird mit Appian entwickelt und modelliert.
(Bild: Appian)

Letztendlich umfasst das Appian Leistungsspektrum BPM (Business Process Management), Case-Management – also auch das Abbilden unstrukturierter Prozesse, wie das Eintrudeln von Fehlermeldungen unbekannter Ursache – und die Arbeit mit Low-Code.

Dirk Pohla, Regional Vice President DACH bei Appian, blickt zurück und beschreibt den langen Weg, den die Branche nahm: „Anfang der Jahrtausendwende beschäftigte die BPM-Branche die Frage, wie man vom Prozessflussdiagramm zu einem ausführbaren Workflow gelangt – ‚Model to Execute‘ lautete das Schlagwort in diesem Zusammenhang.“ Hier ist die Rede von einem ersten Vorläufer des Low-Code-Ansatzes.

Die Rolle von Professor August-Wilhelm Scheer

Der Wirtschaftsinformatiker Professor August-Wilhelm Scheer hat dazu in Deutschland viel Aufbauarbeit geleistet, und zwar – so führt Pohla aus, „als es darum ging, wie man Fachbereiche besser einbinden kann, beziehungsweise wie Prozessflussdiagramme deren Arbeitsabläufe und Tätigkeiten besser abbilden können.“ Das ARIS-Prozessmodell von Scheer hat sich hierzulande als ereignisgesteuerte Prozesskette etabliert. Vor über 10 Jahren hat sich dann als weltweiter Standard die Business Process Model and Notation (BPMN) etabliert.

Der Model-to-Execute-Ansatz

„Die verwendeten Kästen, Pfeile, Rauten et cetera wurden dadurch weltweit normiert. BPMN bildete die Grundlage für den Ansatz ‚Model to Execute‘, indem die Prozessflussdiagramme als grafische Ebene für Programmierung verwendet wurde. Wenn man so will, ist das wie die Wiege des Low Codes“, blickt Pohla zurück.

Bei Hyper-Automation angekommen, stellt Appian inzwischen Software her, mit der man Unternehmensanwendungen erstellen kann, die sich in bestehende Systemlandschaften einfügen. Diese Anwendungen bilden die Geschäftsprozesse ab, machen sie nachvollziehbar und zeigen auch teilweise auf, wie man diese effizienter gestalten kann.

Geschäftsprozesse bei Banken, Pharma, US-Army

So geht es etwa im Bankenumfeld um Geschäftsprozesse rund um die Kreditvergabe, also Bonitätsprüfung, Berücksichtigung von Sicherheiten und weitere Schritte, die letztlich strukturiert zu Ab- oder Zusagen von Krediten oder zu einem individuellen Kreditzinssatz führen. Im Pharma-Umfeld können gleichermaßen die Schritte, die vor einer Zulassung von Medikamenten notwendig sind, abgearbeitet werden.

„Die US-Army beispielsweise bildet ihre kompletten Einkaufsprozesse mit 2,4 Millionen Anwendern ab, die damit alles – vom Bleistift bis zum Starfighter – bestellen“, bringt Martina Fröhlich, Senior Director Alliances DACH bei Appian, als Beispiel.

„Es gibt Standard-Tools von Appian, die auch komplexere Prozesse abbilden – wir sprechen hier von Solutions. Zusammen mit Partnern, beziehungsweise ISVs, decken wir Anwendungen ab, die Spezial- oder Nischenbranchenwissen erfordern und die aus konkreten Projekten heraus entstanden sind“, ergänzt DACH-Chef Pohla. So arbeitet Appian beispielsweise mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG für das Bankenumfeld zusammen.

In einer Art App-Market können die Partner ihre Solutions nach einer Qualitätsprüfung durch Appian einem breiteren Publikum anbieten.

Zusammenarbeit mit Partnern

„Unser Partnerprogramm bietet ein breites Spektrum für verschiedene Arten der Zusammenarbeit und Partnertypen: Implementierungspartner, Technologiepartner, Beratungspartner, Reseller und Tippgeber“, so Martina Fröhlich.

Es gibt bei Appian keine Partnergebühren und das Unternehmen sei stets auf der Suche nach Partnern mit Spezial-Knowhow, betont die Managerin. Es gibt bei Appian die Möglichkeit, sich über das Partnerportal für Projekte zu registrieren, um Projektschutz zu erhalten oder für eine Lead-Meldung Provision zu bekommen.

Ausbildung zum Einstieg in die Branche

Appian bietet Möglichkeiten für den Einstieg in die Branche in Form von Schulungsmaterial, mit dem kostenfreie ein Ausbildungsprozess abgebildet wird. Dabei geht es hauptsächlich um Online-Kurse – Videos, Webinare, virtuellen Unterricht mit Trainern sowie um eine kostenfreie Produktumgebung zum Üben, die über die Cloud zur Verfügung gestellt wird.

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

Dr. Stefan Riedl

Leitender Redakteur