Infrastrukturmanagement-as-a-Service VMware spezifiziert sein „Project Arctic“

Von Dr. Dietmar Müller

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Die Cloud-Manager von VMware stellten in einem Video-Call die Details ihres „Arctic“-Projektes vor – „vSphere+“ und „vSAN+“ sollen die zentrale Verwaltung lokaler Instanzen übernehmen. Noch gibt es allerdings einiges zu tun.

VMware spezifizierte das „Project Arctic“, das erstmals auf der VMworld 2021 präsentiert wurde.
VMware spezifizierte das „Project Arctic“, das erstmals auf der VMworld 2021 präsentiert wurde.
(Bild: gemeinfrei, jcrane / Pixabay )

VMware war in seinen Anfangstagen ein Vorreiter der Virtualisierung. Das Verfahren hob buchstäblich ab und gebar die Cloud. Heute sieht VMware seine vorrangige Aufgabe darin, das gravierende Komplexitätsproblem von Multi-Cloud-Infrastrukturen mittels einer anwenderfreundlichen Plattform zu bändigen. Eine solche Plattform verspricht durch eine Container-basierte Microservice-Architektur konsistente Management- und Betriebsabläufe – und zwar ohne Unterbrechung von Workloads oder Hosts.

Mark Lohmeyer und Weiguo He von VMware erläutern ihre Strategie in Sachen Infrastrukturmanagement in der Multi-Cloud.
Mark Lohmeyer und Weiguo He von VMware erläutern ihre Strategie in Sachen Infrastrukturmanagement in der Multi-Cloud.
(Bild: Müller )

Für letzteres sollen zwei neue Produkte sorgen, die Weiguo He, Senior Director, Cloud Platform Product Marketing bei VMware, in einer Video-Schalte der Fachpresse präsentierte: VMware vSphere+ und VMware vSAN+. Beide Services wurden bereits auf der VMworld 2021 unter dem Namen „Project Arctic“ gezeigt.

He stellte das „Project Arctic“ näher vor, das erstmals auf der VMworld 2021 präsentiert wurde.
He stellte das „Project Arctic“ näher vor, das erstmals auf der VMworld 2021 präsentiert wurde.
(Bild: Müller )

„vSphere+ und vSAN+ bieten über die VMware Cloud Console ein einheitliches Infrastrukturmanagement für verteilte Umgebungen“, so Mark Lohmeyer, bei VMware als Senior Vice President und General Manager des Geschäftsbereichs Cloud Infrastructure tätig. „Die Konsole bietet eine globale Inventarisierung, Konfigurationsmöglichkeiten, Warnmeldungen, Verwaltung und Sicherheit für lokale Implementierungen. So können Administratoren betriebliche Aufgaben direkt von der VMware Cloud Console aus durchführen, zum Beispiel Konfigurationen und Richtlinien für ihre Systeme.“

vSphere+ und vSAN+ bieten über die VMware Cloud Console globale Inventarisierung, Warnmeldungen, Verwaltung und Sicherheit für lokale Implementierungen.
vSphere+ und vSAN+ bieten über die VMware Cloud Console globale Inventarisierung, Warnmeldungen, Verwaltung und Sicherheit für lokale Implementierungen.
(Bild: Müller )

Mit vSphere+ und vSAN+ seien Anwender darüber hinaus in der Lage, ein abonnementbasiertes Nutzungsmodell für ihre On-Premises-Implementierungen einzuführen. Der Vorteil läge in einer einzigen Stock Keeping Unit (SKU), die Komponenten wie VMware vCenter, VMware ESXi, Tanzu Standard Runtime und Tanzu Mission Control Essentials sowie den Support enthalte. Lohmeyer versprach Kunden zusätzlich ein vereinfachtes Lifecycle-Management durch automatisierte Updates für lokale Infrastrukturkomponenten sowie cloud-basierte Lösungen und Funktionen zur Konfigurationsänderung.

„Anwender, die ihre digitale Transformation vorantreiben und ihre Cloud-Strategie umsetzen wollen, können mit vSphere+ und vSAN+ den Prozess beschleunigen“, erläuterte im selben Call Dave Morera, Senior Technical Marketing Architect von VMwares Cloud Platform Business Unit. „Sie erhalten die Vorteile der Cloud für ihre bestehende lokale Infrastruktur und ihre Workloads sowie eine vereinfachte Nutzung über ein flexibles Abonnementmodell“.

Dave Morera, Senior Technical Marketing Architect von VMwares Cloud Platform Business Unit, demonstriert vSphere+ und vSAN+.
Dave Morera, Senior Technical Marketing Architect von VMwares Cloud Platform Business Unit, demonstriert vSphere+ und vSAN+.
(Bild: Müller )

Neu: Protection Workflows

Ein weiterer Vorteil von vSphere+ und vSAN+ sind laut He sogenannte Protection Workflows, die als Add-on-Cloud-Services in die Betriebsumgebung integriert werden könnten. Dazu gehöre nicht zuletzt „VMware Cloud Disaster Recovery“, ein On-Demand-Service für die Daten-Widerherstellung nach einer Ransomware-Attacke. Zusätzliche Add-on-Cloud-Services würden derzeit entwickelt.

vSphere+ und vSAN+ bieten Protection Workflows, die als Add-on-Cloud-Services in die Betriebsumgebung integriert werden können.
vSphere+ und vSAN+ bieten Protection Workflows, die als Add-on-Cloud-Services in die Betriebsumgebung integriert werden können.
(Bild: Müller )

Verkürzung von Entwicklungszeiten mit Kubernetes

Kurz: vSphere+ helfe dabei, die lokale Infrastruktur in eine unternehmenstaugliche Kubernetes-Plattform zu verwandeln. Dazu trage auch die Erweiterung der Funktionen von VMware Tanzu Standard Runtime um die „Tanzu Mission Control Essentials“ bei. Entwickler sollen damit Kubernetes schneller als bisher in großem Umfang über On-Premises, Public Clouds oder das Edge ausführen können.

vSphere+ kann dabei helfen, die lokale Infrastruktur in eine unternehmensfähige Kubernetes-Plattform zu verwandeln.
vSphere+ kann dabei helfen, die lokale Infrastruktur in eine unternehmensfähige Kubernetes-Plattform zu verwandeln.
(Bild: Müller )

Einschränkungen bei Public Clouds

Auf Nachfrage war zu erfahren, dass die Cloud Console aktuell keine vSphere-Instanzen in Public Clouds verwalten kann. Die Integration stehe aber auf der vSphere+-Roadmap, gleich neben den bereits angesprochenen Add-on-Cloud-Services.

vSphere+ und vSAN+ sollen Ende Juli erhältlich sein, die Tanzu Mission Control Essentials später folgen. Preise nannte keiner der Sprecher, man gedenke aber, das Angebot über Abonnements zu vertreiben. VMware-Kunden zögen Opex gegenüber Capex vor.

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