Schlechte Quartalszahlen, Finanzchef geht, Cash-Management-Überprüfung Update: Was ist da los bei Kyndryl?

Von Sylvia Lösel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Enttäuschende Quartalszahlen, der unerwartete Rücktritt des Finanzchefs und ein verspätetes Einreichen des Geschäftsberichts bei der US-Aufsichtsbehörde SEC ließen die Kyndryl-Aktien abrupt abstürzen. Nun gibt es ein Update.

Warum musste der Finanzchef gehen? Spekulationen wegen Kyndryls verpasster Einreichung des Geschäftsberichts bei der Aufsichtsbehörde.(Bild: ©  btiger - stock.adobe.com)
Warum musste der Finanzchef gehen? Spekulationen wegen Kyndryls verpasster Einreichung des Geschäftsberichts bei der Aufsichtsbehörde.
(Bild: © btiger - stock.adobe.com)

Update: Kyndryl hat nun seinen Quartalsbericht für das am 31. Dezember 2025 endende Quartal eingereicht. Das Unternehmen reichte außerdem keine Änderungen zu seinem Jahresbericht ein. Die wichtigste Information: Es gab darin weder eine Anpassung der aktuellen Periode noch der zuvor veröffentlichten Finanzberichte. Das kommt einer Entwarnung an vielen Stellen gleich. Wegen der verspäteten Einreichung und des plötzlichen Abgangs des CFO war es in den vergangenen Tagen unruhig am Aktienmarkt geworden.

In den nun eingereichten Unterlagen legte das Unternehmen allerdings Schwächen im internen Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung im Zusammenhang mit seinen Offenlegungsprozessen offen, insbesondere hinsichtlich bestimmter Praktiken des Cash-Managements bei der vierteljährlichen Verschiebung von Lieferantenzahlungen. Das Unternehmen hat deshalb nun einen Plan zur Verbesserung und Aktualisierung der entsprechenden internen Kontrollen vorgelegt.

Kyndryl betont, dass die Finanzlage des Unternehmens weiterhin solide ist.

Das war die Ausgangslage

Der US-amerikanische Dienstleister Kyndryl veröffentlichte unlängst seine Quartalszahlen für das 3. Quartal seines Geschäftsjahres 2026. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 3,9 Milliarden US-Dollar, was ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Erwartungen lagen allerdings 30 Millionen US-Dollar höher. Auch weitere Kennzahlen fallen eher enttäuschend aus. Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich beispielsweise auf 91 Millionen US-Dollar, verglichen mit 258 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn betrug im dritten Quartal 57 Millionen US-Dollar, gegenüber 215 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.

Gut lief das Hyperscaler-Geschäft mit einem Wachstum von 58 Prozent im Jahresvergleich. Auch im Consulting-Bereich ist der Dienstleister mit einem Umsatzzuwachs von 24 Prozent auf Kurs. Weiterhin wolle man in KI-Fähigkeiten investieren.

Das Unternehmen hatte unlängst neue KI-Services angekündigt. Und auch die Akquisition von Solvinity, einem niederländischen Anbieter einer Managed-Cloud-Plattform, steht auf der Agenda. Hier müssen allerdings noch die Aufsichtsbehörden dem Deal zustimmen, was in den Niederlanden mit Blick auf die digitale Souveränität gerade zu größerer Diskussion führt.

Cash-Management wird überprüft

Die enttäuschenden Zahlen sind das eine, das andere ist das Verpassen der Einreichungsfrist des Geschäftsberichts bei der US-Aufsichtsbehörde SEC. Zusammen mit dem abrupten Abgang von Finanzchef David Wyshner sorgt dies für Spekulationen. Entsprechend fiel der Aktienkurs um mehr als die Hälfte.

Kyndryl ernannte Harsh Chugh mit sofortiger Wirkung zum Interims-Finanzvorstand, Mark Ringes zum Interims-General Counsel und Bhavna Doegar zur Interims-Corporate-Controllerin.

Statement von Kyndryl

Angesichts dieser Entwicklungen hat IT-BUSINESS Kyndryl um ein Statement gebeten.

„Kyndryl hat offengelegt, dass über den Prüfungsausschuss des Board of Directors eine Überprüfung der Cash-Management-Praktiken sowie der damit verbundenen Offenlegungen und internen Kontrollen erfolgt. Zum jetzigen Zeitpunkt werden keine Restatements oder sonstigen Auswirkungen auf die Finanzabschlüsse erwartet; Kyndryl ist finanziell unverändert stabil aufgestellt, und das Investment-Grade-Rating besteht fort.

Die Überprüfung hat keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb oder die Arbeit für unsere Kunden. Unsere wirtschaftliche Basis ist stabil, und die strategische Ausrichtung wird unverändert und konsequent fortgeführt. Für unsere Kunden in Deutschland heißt das: geschäftskritische IT-Services werden weiterhin in gewohnt hoher Zuverlässigkeit erbracht.“

(ID:50711182)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung