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Uncoole Jobs in einer coolen Branche

| Autor: Ann-Marie Struck

Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen. (Bild: apinan - stock.adobe.com)

Informationstechnologien werden von fast jedem genutzt, aber kaum jemand möchte in der IT-Branche arbeiten. Ein erstaunlicher Befund, den auch das IT-BUSINESS-Panel bestätigt. Es zeigt Ursachen, aber auch Ansätze zur Lösung dieses Problems.

Warum sind Informatiker oder Techniker keine begehrten Traumberufe? Sie gelten zwar als Jobs mit Zukunft, sind aber offensichtlich nicht cool genug. Das sind die ­Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Die befragten ­Jugendlichen sehen die IT-Branche zwar als Arbeitsumfeld, in dem man schnell Karriere machen kann, finden ein Job in diesem Sektor aber nicht erstrebenswert. 74 Prozent der Befragten wissen um die Zukunftschance in diesem Sektor, ­jedoch können sich nur 30 Prozent vorstellen, einen IT-Beruf zu ergreifen. Und davon hält nur ­jeder Fünfte die Branche für ein attraktives Berufsfeld. Dabei herrscht in der IT derzeit ein dramatischer Fachkräftemangel.

Das zeigen auch die Ergebnisse der IT-BUSINESS-Panel-Umfrage, denn für 28 Prozent der befragten Partner bringt der Fachkräftemangel ihr Geschäft in Gefahr. Das sieht bei 30 Prozent der Hersteller und Distributoren ähnlich aus. Die damit einhergehenden Umsatzausfälle bewegen sich bei der Hälfte der Umfrage-Teilnehmer zwischen 20 und 50 Prozent (Partner: 57 %, Hersteller / Distributoren: 50 %).

Aber woran liegt das schlechte Image der Branche? Geht es um die Nutzung von Computern, Smartphones und sozialen Netzwerken, ist die Affinität von Jugendlichen zur Informationstechnologie unabhängig von Geschlecht und Alter ausgeprägt. Doch welche Jobs der Sektor bietet, wissen viele potenzielle Kandidaten nicht oder können sich nichts unter Berufsbezeichnungen wie „Servicedesigner“ oder „IT-Architekt“ vorstellen. Dazu kommen unrealistische Vorstellungen über Studienanforderungen und Kompetenzen wie Programmierkenntnisse oder Bestleistungen in Mathematik, die ­Bewerber abschrecken.

Und dann gibt es da noch die Klischees. Wie jedes andere Berufsfeld kämpft auch die IT mit ihren Vorurteilen. So wie nicht jeder Maurer wahllos Frauen hinterherpfeift, sitzen IT-ler nicht tagelang in einer dunklen Kammer, ernähren sich von Pizza und Energy Drinks und starren auf Riesenbildschirme, wo sie sich permanent mit PC-Spielen beschäftigen. Und genausowenig ist Alexa die einzige Frau im Leben eines Informatikers. Dennoch haben diese eingebrannten Bilder einen Anteil am merkwürdigen Image des Berufszweigs.

Die IT-Branche muss daher versuchen ihr Ansehen zu verbessern und mit Vorurteilen aufräumen. Diese Ansicht teilt auch Panel-Teilnehmer Marcus Ristau, Geschäftsführer der gleichnamigen Consulting-Firma: „IT-Berufe leiden unter einem ähnlichen Imageproblem wie handwerkliche Berufe. Daher sollte die gesellschaftliche Anerkennung durch entsprechende Kampagnen verbessert werden.“

Doch mit einem Image-Wechsel allein scheint es nicht gelöst zu sein. Denn allgemein wird ein Wandel des Arbeitsmarkts erlebt. Den ­Bewerbern von heute und morgen ist ein attraktiver Arbeitsplatz mit der Möglichkeit auf Selbstentfaltung sowie einer ausgewogenen Work-Life-Balance wichtig. Außerdem legen Bewerber immer mehr Wert auf flexible Arbeitszeiten, die Option auf Home ­Office sowie eine angemessene Vergütung. ­Zudem wird immer häufiger nach guten Sozialleistungen und Weiterbildungsangeboten gefragt. Ein weiterer wichtiger Gradmesser für die Attraktivität einer Stelle ist die Wertschätzung der geleisteten Arbeit.

Ein allgegenwärtiges Problem

Sie fehlen überall, in der Pflege, im Handwerk und auch in der IT: die Fachkräfte. Bei der Frage in welchen Personalbereichen die IT-Fachkräfte fehlen, herrscht ­Einigkeit zwischen Partnern / Systemintegratoren und Herstellern / Distributoren. Den ersten Platz der fehlenden Stellen belegt die Technik. So ­sehen das 92 Prozent der Partner und 88 Prozent der Hersteller / Distributoren. Auf dem zweiten Platz steht für Partner mit 25 Prozent der Vertrieb. Bei Herstellern / Distributoren sind es sogar 33 Prozent. Demnach besteht bei Herstellern ein größerer Mangel auf diesem Feld. Auf Platz drei rangieren bei beiden die Leitungsfunktionen. Das geben 17 Prozent der Partner und fünf Prozent der Hersteller / Distributoren an.

Die Frage nach dem Warum

Bei den Gründen für die fehlenden Fachkräfte sind sich Partnern / Systemintegratoren und Hersteller / Distributoren uneinig. Auf Platz eins der befragten Partner steht mit 69 Prozent die mangelnde IT-Qualifizierung der Kandidaten. Das sehen nur 42 Prozent der Hersteller / Distributoren auch so und vergeben dafür nur den zweite Platz. Bei ihnen belegen die zu hohen Gehaltsforderungen den ersten Platz (47 %). Das ist der Platz zwei der befragten Partner (46 %). Weitere Uneinigkeit herrscht zwischen den Partnern und Herstellern / Distributoren bezüglich der Ausbildung an Schulen und Universitäten. Das ist bei den befragten Partnern mit 33 Prozent Platz drei, dem sich nur 21 Prozent der Hersteller / Distributoren anschließen. Ihren dritten Platz bekommt die mangelnden Attraktivität der IT-Branche (26 %).

Call for Action

Um den Fachkräftemangel einzudämmen, werden von beiden Seiten Maßnahmen ergriffen. Auf dem ersten Platz steht unisono die Errichtung eigener Aus- und Weiterbildungsaktivitäten (Partner: 79 %; Hersteller / Distributoren: 63 %). Als weiteres Mittel setzen jeweils fast 40 Prozent der Partner und Distributoren /Hersteller auf Kooperationen mit Schulen und Universitäten. Ein weiterer Weg aus dem Fachkräftemangel eröffnet sich durch den Einsatz von Recruitment-Agenten (57 % Partner; 27 % Hersteller / Distributoren) sowie Personal-Dienstleistern (25 % Partner; 45 % Distributoren / Hersteller).

IT-BUSINESS-Panel: IT-Fachkräfte-Recruitment

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