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Storage und Datamanagement

Strategie und DACH-Struktur von Schneider Electric

Über die Kante in die Cloud

| Autor: Klaus Länger

Schneider Electric hat für alle Geschäftsbereiche eine Lösungsarchitektur geschaffen, die vernetzte Geräte, eine Edge-Schicht und eine Cloud-Schicht umfasst.
Schneider Electric hat für alle Geschäftsbereiche eine Lösungsarchitektur geschaffen, die vernetzte Geräte, eine Edge-Schicht und eine Cloud-Schicht umfasst. (Bild: Péter Mács - stock.adobe.com)

Unter dem Kunstwort „Ecostruxure” fasst Schneider Electric alle Geschäftsbereiche zusammen: von Gebäudetechnik und Anlagenbau bis zu Edge-Computing und Cloud. Zudem fasst das Unternehmen Deutschland, Österreich und die Schweiz in einer gemeinsamen Struktur zusammen.

Elektrizität ist die Basis aller Geschäfts­bereiche des französischen Konzerns Schneider Electric – was angesichts des Firmennamens auch nicht verwundern dürfte. Ansonsten ist das weltweit agierende Unternehmen aber recht breit aufgestellt: Es deckt die Marktsegmente Gebäude, ­Datacenter, Industrie sowie Infrastruktur ab und definiert dafür sechs Ecostruxure-Kompetenzsektoren: Building, Power, IT, Machine, Plant und Grid.

Das Schichtenmodell von Ecostruxure

Für den IT-Channel ist dabei keineswegs nur Ecostruxure IT von Interesse, also der Sektor, der die Ausstattung von Rechenzentren mit Housing, Klimatisierung und USVs übernimmt. Denn alle Elemente von Ecostruxure bestehen aus drei Schichten: Unten die verbundenen Geräte, darüber Edge-Control und ganz oben Applikationen, Analytics und Dienste, vorzugsweise in der Cloud. Ohne Netzwerkinfrastruktur und teilweise auch ohne lokale Server funktionieren diese Strukturen nicht. Für Cloud-Anwendungen arbeitet Schneider Electric mit Microsoft zusammen und nutzt Azure.

Zudem ist der französische Konzern einer der wichtigsten Anbieter von Industrial-IoT-Software. Beispielsweise gehört Wonderware zum Portfolio. Der 2014 im Zuge der Invensys-Übernahme zum Unternehmen gekommene Software-Hersteller ist einer der Pioniere bei der Entwicklung von GUIs für die Maschinensteuerung und wohl der Marktführer für derartige Produkte. Automatisierung ist neben Energiemanagement ein Kerngeschäft des Konzerns.

Mit fortschreitender Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen IT, Anlagenbau, Gebäudetechnik und Infrastruktur immer mehr. Ein Beispiel dafür sind Microgrids, die eine dezentrale Energieerzeugung, vorzugsweise mit regenera­tiven Verfahren, mit lokaler Speicherung kombinieren und als weiteren Schritt auch das Energiemanagement von privaten Haushalten und Kommunen einbinden. Auf der Insel Borkum wird ein derartiges Modell unter Beteiligung von Schneider Electric als EU-Forschungsprojekt durchgeführt. Dabei steuert der Hersteller unter anderem Komponenten für das Energiemanengement in den Haushalten bei und nutzt dafür die Smart-Home-Vernetzungstechnik KNX und die eigene Kontrolleinheit Homelync. Die dient auf Borkum auch gleich noch für das Management der mittels gespeicherter Solarenergie betriebenen LED-Straßenbeleuchtung und des als Pufferspeichers genutzten Meerwasseraquariums auf der Insel. Für IT-Systemhäuser bieten derartige Projekte in Zukunft einige Chancen. Denn ohne Netzwerktechnik und IT-Ausstattung für die Verarbeitung der anfallenden Daten kann ein solcher Verbund nicht effizient arbeiten.

DACH unter einem gemeinsamen Dach

Dr. Barbara Frei verantwortet seit Anfang Juli als Zone President die komplette DACH-Zone.
Dr. Barbara Frei verantwortet seit Anfang Juli als Zone President die komplette DACH-Zone. (Bild: Schneider Electric)

Ergänzendes zum Thema
 
Smart Home von Schneider Electric

Auf einer Presseveranstaltung im südfranzösischen Carros erläuterte Dr. Barbara Frei, Geschäftsführerin Deutschland bei Schneider Electric und seit erstem Juli auch Zone President der neu geschaffenen DACH-Struktur, die Gründe und Vorteile der organisatorischen Zusammenlegung der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz. Das wichtigste Motiv ist für Frei die Bündelung der länderübergreifenden Entwicklungs- und Vertriebsressourcen, von denen vor allen Österreich und die Schweiz profitieren. Das Ziel ist der Aufbau eines übergreifenden Pools aus Kompetenzen und Knowhow, auf den die Kunden und die Partner in den drei Ländern zugreifen können. Das sei wichtig, um die Lösungsarchitektur EcoStruxure voranzubringen, mit der das Unternehmen seinen Kunden die Transformation zur Industrie 4.0 und die Entwicklung des Industrial Internet of Things (IIoT) ermöglichen will.

Datacenter-Lösungen für Edge-Computing und Cloud-Rechenzentren

Zeitkritische IoT-Prozesse und -Anwendungen können nicht einfach in die Cloud ausgelagert werden. Michel Arres, Vice President IT Division bei Schneider Electric, sieht daher eine verstärkte Nachfrage nach Edge-Computing-Lösungen. Für diese hat seine Firma beispielsweise kompakte Micro-Datacenter-Gehäuse mit integrierter Kühlung im Angebot, die sich auch in industriellen Umgebungen betreiben lassen. Die Aufgabe von Systemhaus-Partnern besteht hier darin, ­gemeinsam mit den Kunden herauszufinden, welcher Grad an Redundanz für die individuelle Lösung notwendig ist. Zudem bieten sich Managed-Service-Angebote an. Gleichzeitig gibt es einen wachsenden Bedarf an Lösungen für große Cloud- oder Colocation-Rechenzentren. Für diese gibt es als neue Produkte das flexible Einhausungssystem HyperPod oder Lithium-Ionen-Akkus für die sparsamen High-End-USVs der Galaxy-VX-Baureihen mit einem Leistungsbereich von 500 kW bis vier MW. Gegenüber den üblichen Blei-Säure-Batterien sind Lithium-Ionen-Akkus zwar kostspieliger, dafür aber bei gleicher Kapazität 70 Prozent leichter, deutlich kompakter und bis zu 15 Jahre verwendbar.

Support-Tools aus der Cloud

Die Cloud kommt auch bei den Tools ins Spiel, die Schneider Electric Partnern und Kunden anbietet. Cloud-basierte Software wie Power Advisor, IT Advisor oder Ressource Advisor unterstützt sie bei ­Betrieb und Management des Rechenzentrums. So können etwa die richtigen Stellplätze für neue Racks abhängig von Leistungsaufnahme und Kühlbedarf ­ermittelt werden. Auch bei der Planung eines komplett neuen Rechenzentrums helfen die Analysen bestehender Einrichtungen. Speziell für den Colocation-Sektor baut Schneider Electric eine Online-Plattform auf, aus der sich eine Community aus eigenen Mitarbeitern, IT-Fachleuten bei den Betreibern und auch den Partnern bilden soll.

Augmented Reality als Wartungshilfe

Hilfestellung bei der Wartung von Maschinen und Anlagen gibt die Augmented-Reality-Software Vijeo 360 von Schneider Electric. Die iPad-App erfasst über die Kamera des Tablets relevante Elemente innerhalb der Produktionsumgebung. Das dargestellte Kamerabild wird durch zusätzliche Informationen wie Echtzeitdaten der betreffenden Maschine oder einen virtuellen Röntgenblick in die Anlage ergänzt. Das Tablet gewährt Zugriff auf Datenblätter, Handbücher, Dokumentationen sowie auf Videos zu Wartung und Reparatur. Versionen für Android und Windows sollen folgen. Schneider Electric will zudem die Mixed-Reality-Brille HoloLens von Microsoft einbinden.

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