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Microsoft Cloud Deutschland

Treuhänder-Modell für Daten ist bald Geschichte

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Microsoft-Cloud mit T-Systems als Datentreuhänder wird eingestampft.
Die Microsoft-Cloud mit T-Systems als Datentreuhänder wird eingestampft. (Bild: wetzkaz - stock.adobe.com)

Speziell für Kunden aus Deutschland stellte Microsoft eine Kooperation mit T-Systems im Sinne einer Daten-Treuhänderschaft auf die Beine. Jetzt wird dieses Modell der „Microsoft Cloud Deutschland“ wieder eingestampft.

Die Aufhebung des Safe-Harbor-Abkommens durch den EuGH im Jahr 2015 stellte alle US-amerikanischen Cloud-Anbieter vor rechtliche Probleme. Microsoft ist 2016 mit einer kreativen Lösung auf den Markt gekommen: Deutsche Rechenzentren für Microsoft-Cloud-Dienste mit T-Systems als Daten-Treuhänder. Das ganze für einen Aufpreis im zweistelligen Prozentbereich, im Vergleich zu Diensten, bei denen T-Systems nicht als Treuhänder-Instanz über die Daten wacht. Mit dieser rechtlichen Konstruktion sollte US-amerikanisches Recht ausgehebelt werden, das US-Behörden Zugriff auf die Daten ermöglicht. Microsoft könnte in diesem Modell zwar von US-amerikanischen Behörden aufgefordert werden, Daten herauszugeben, wäre aber aus technischen Gründen (Zugriffsrechte) dazu gar nicht mehr in der Lage. Dieses Angebot wird nun eingestellt.

„Kundenanforderungen verändert“

Markus Nitschke, Director Microsoft Cloud Services in Germany, erläutert die Hintergründe: „Bei der Microsoft Cloud Deutschland werden die Kundendaten über ein von unserer globalen Infrastruktur getrenntes Netzwerk in Deutschland gespeichert. Zusätzlich kontrolliert ein deutscher Datentreuhänder den Zugang zu diesen Daten. In den letzten drei Jahren haben sich die Kundenanforderungen verändert. Unsere Kunden wünschen sich umfassendere Funktionalitäten und die Konnektivität mit unserer globalen Cloud-Infrastruktur, die die souveräne Microsoft Cloud Deutschland mit ihrer besonderen Isolierung nicht ermöglicht.“

Anbindung an das weltweite Netzwerk

Diese veränderten Kundenanforderungen seien der Grund dafür, warum global eingebettete Cloud-Regionen nun den Schwerpunkt der Cloud-Strategie in Deutschland bilden. Zur Erklärung: Die neue Austeilung nach Regionen sieht vor, dass Kundendaten in Deutschland gespeichert werden – zugleich werden die Cloud-Dienste aber auch an das weltweite Microsoft-Cloud-Netzwerk angebunden. Nitschke betont den Erfolgscharakter dieser Umstellung: „Zukünftig werden aus den neuen Rechenzentren Microsoft Azure, Office 365 und Dynamics 365 in vollem Funktionsumfang bereitgestellt.“

Keine Extrawürste für Deutschland

Das Angebot in diesen Cloud-Regionen werde mit dem weltweiten Microsoft-Cloud-Angebot übereinstimmen. Salopp formuliert könnte man sagen: „Keine Ex­tra-Würste mehr für Deutschland.“

Vor diesem Hintergrund wird der US-Konzern die „Microsoft Cloud Deutschland“ nicht mehr für Neukunden zur Verfügung stellen und keine neuen Dienste mehr bereitstellen. „Bestandskunden können nach wie vor die derzeit verfügbaren Cloud-Dienste der Microsoft Cloud Deutschland in Anspruch nehmen. Für diese Dienste werden wir auch künftig die erforderlichen Sicherheits-Updates ausliefern.“ Hintergrund dürfte die vertragliche Verpflichtung dazu sein, denn die Botschaft ist klar: Das Angebot soll auf kurz oder lang komplett eingestellt werden.

So läuft die Einstellung des Angebotes

In Zukunft können Neukunden wählen, ob sie die derzeit schon verfügbaren europäischen Regionen oder die neuen Regionen in Deutschland nutzen wollen, sobald diese bereitstehen. Für „Microsoft Cloud Deutschland“-Bestandskundschaft, die sich für eine Migration in eine andere europäische Region oder die neuen deutschen Regionen interessieren, wird Microsoft voraussichtlich noch in diesem Jahr erste Details zu den Migrations-Optionen zur Verfügung stellen. Auf die Problematik, die zur Einführung des Treuhänder-Modells führte, nämlich gesetzliche Zugriffsmöglichkeiten seitens der US-Regierung, wurde nicht weiter eingegangen.

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