Das Jahr Eins nach der Trennung Symantec und Veritas nach dem Split

Autor: Wilfried Platten

Die Trennung von Symantec und Veritas verlief einvernehmlich. Seit ­einem Jahr stehen sie wieder auf eigenen Füßen. Und für beide halten sich die Trennungsschmerzen offensichtlich in Grenzen.

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Symantec und Veritas im Jahr Eins nach der Trennung
Symantec und Veritas im Jahr Eins nach der Trennung
(Bild: © Marem - Fotolia)

Veritas konzentriert sich auch in der neuen Konstellation auf Lösungen für professionelles Information Management mit Backup, Speichermanagement, Business Continuity und Information Governance. Für Deutschland-Chef Stefan Henke sollen sie auch eine Maßnahme unterstützen, über die in den Unternehmen viel zu wenig nachgedacht wird: das Löschen von Daten. „Die Kunden wissen viel zu wenig über ihre Daten, um überhaupt eine Löschentscheidung treffen zu können.“

Stefan Henke, Managing Director DACH bei Veritas
Stefan Henke, Managing Director DACH bei Veritas
(Bild: Veritas)

Dieser Befund wird untermauert durch den Databerg-Report, für den 1.400 CIOs befragt wurden. Fazit: Wir wissen, dass wir zu wenig wissen. Aber wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. „Es geht beim Datenwachstum ja nicht nur um die Primärkosten für Storage“, so Henke. „Dazu kommen die Aufwendungen, die dadurch entstehen, dass die Daten nicht klassifiziert sind, weshalb alle gleich behandelt werden.“

Mit Also als Broadliner sowie Ingram Micro, TD Azlan und TIM als VADs sieht er sich gut aufgestellt. „Dabei ist uns wichtig, dass die VADs ein eigenes Consulting haben.“ Die Aufgabenteilung, etwa was die Projekt-Unterstützung angeht, ist eher situativ geregelt: „Je größer das Projekt, desto eher sind wir involviert. Das skaliert übergangslos, und wir besprechen die Ressourcen-Zuordnung regelmäßig in den Quarterly Business Reviews.“ Die Zahl der Partner soll im Lauf des Jahres erhöht werden: „Die Systemhaus-Akquise ist leicht für uns, weil keiner der Anbieter unsere Lösungsbreite hat. Zudem erzielen sie bei uns weitaus mehr Margen und Rabatte als anderswo.“

100 Prozent Channel

Auch Symantec setzt komplett auf den indirekten Vertrieb. „Wir sind zu einhundert Prozent eine Channel-Company“, betont Deutschland-Chef Christian Nern und wundert sich: „Nach wie vor haben Einige erstaunlicherweise noch gar nicht registriert, dass Symantec und Veritas getrennte Wege gehen. Bei Fragen zu Veritas etwa kommen viele Partner nach wie vor zu uns.“ Doch das ist nicht seine größte ­Baustelle: „Unser Problem ist eher die Vermittlung all der Innovationen, die wir gerade vorantreiben – von neuen Produkten wie Advanced Threat Protection bis hin zum Partnerprogramm. Und die Partner wollen natürlich wissen, wie es weitergeht und was sie tun müssen.“

Symantec-Chef Christian Nern bei seiner Keynote auf dem Symantec Partner Event in München.
Symantec-Chef Christian Nern bei seiner Keynote auf dem Symantec Partner Event in München.
(Bild: Symantec)

Die Aussichten sieht er positiv: „Wir wachsen weitaus stärker als der an sich schon um rund zehn Prozent steigende Markt für Security-Lösungen, die Analysten beurteilen uns sehr positiv, und wir erhalten wichtige Auszeichnungen. Das wollen wir stärker kommunizieren.“ Das gilt nicht nur für die Distributoren und Partner, sondern auch für die Kundenseite. „Die Kunden erwarten von uns – zu Recht – konkrete Hilfestellung bei ihren Problemen.“

Der Security-Markt gehört zu den am stärksten fragmentierten IT-Lösungssegmenten überhaupt. Doch für Nern geht der Trend klar in Richtung integrierter Lösungen aus einer Hand: „Es gibt im Security-Bereich viele Firmen, die eine schmale Nische besetzen. Die Kunden aber wollen eine themenspezifische Konsolidierung, keine produktspezifischen Betrachtungen.“

Beim Thema Managed Security Services sind für Nern drei Dinge entscheidend: „Erstens, die Zahl der Endpoints explodiert. Das ist eine Riesenherausforderung. Zweitens, das noch sehr diffuse Thema Internet of Things und drittens das Know-how zum Thema Threat oder Cyber Intelligence.“ Systemhäusern empfiehlt Nern, die Diskussion über Sicherheitsstrategien nicht mit den Einkäufern zu führen sondern mit den Entscheidern in den IT- und Fachabteilungen. „Unsere Fallstudien zeigen, dass Partner, die das beherzigen, am erfolgreichsten sind.“ Zusammen mit den Distributoren ­arbeitet Symantec daran, die territoriale Unterstützung für die aktuell 1.500 Partner zu optimieren.

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 Wilfried Platten

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Chefredakteur, IT-BUSINESS