Startschuss für Microsofts Vista, Office und Co.

Autor / Redakteur: Harry Jacob, Redaktion IT-BUSINESS NEWS / Harry Jacob

Das lange erwartete Windows Vista ist für Business-Kunden jetzt verfügbar, ebenso Office 2007 und Exchange 2007. Nun geht es an den Vertrieb.

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Für Microsoft sind die kommenden zwölf Monate einmalig in der Firmengeschichte. Fast das ganze Portfolio wird generalüberholt. Mit besonderer Spannung erwartet wurde das neue Betriebssystem Windows Vista, das neue Maßstäbe setzen sollte, aber erst nach Abstrichen und mit großer Verzögerung auf den Markt kommt. Inzwischen ist es für Business-Kunden verfügbar, ebenso das 2007 Microsoft Office System. Die Consumer-Varianten folgen am 30. Januar 2007. Auch der Exchange Server 2007 wird nun ausgeliefert.

Bei Microsoft rechnet man mit einer schnellen Verbreitung der neuen Betriebssystemversion. „Viele Kunden haben bereits mit der konkreten Planung des Umstiegs begonnen“, weiß Isabell Scheuber, Microsofts Geschäftsbereichsleiterin für Microsoft Client. Microsoft-Partner berichteten von zahlreichen Projektanfragen und hohem Informationsbedarf bei gewerblichen Endkunden. „Daher rechnen wir mit einer deutlich höheren Migrationsrate bei Unternehmen als bei Windwos XP“, so Scheuber.

Erste Projekte erfolgreich

Beim Launch-Event in München konnte Microsoft große Partner vorweisen, die diese Ansicht untermauerten. Bernd Kosch, Vice-President Alliances bei FSC, merkte an, dass die neuen Versionen „gerne ein Vierteljahr früher“ hätten kommen dürfen. Durch die Wartezeit gebe es inzwischen gar einen Investitionsstau in der Branche. „Das Interesse ist da, denn der Kundennutzen liegt auf der Hand“, so seine Einschätzung. FSC erwarte „erheblichen Umsatz“ aus dem Geschäft von FSC-Hardware mit vorinstallierter Microsoft-Software für das kommende Jahr.

Jochen Rapp, Senior Cosultant bei Computacenter, hatte vorab ähnliches geäußert. „Vista ist reif für den Unternehmenseinsatz. Es bietet viele sichtbare Vorteile. Dazu gehören eine gesteigerte Produktivität der Mitarbeiter, optimierte Verwaltung und Installation sowie erhöhte Sicherheit“, beschreibt er die Vorteile. Computacenter selbst erwartet für das eigene Unternehmen aus der Umstellung einen Return-on-Invest innerhalb von zwei Jahren. Um die enorme Kundennachfrage zu bewältigen, stockt das Systemhaus derzeit die Beratungskapazitäten auf.

Reseller verdienen mehr

Gerd Wörn, Head of Managed Desktop Services von T-Systems, lobte die neuen Möglichkeiten der Office-Suite beim Thema Unified Communication sowie das effizientere Desktop-Management dank Vista. „Das ist mehr als ein Upgrade“, betonte er, denn die neuen Softwaremöglichkeiten bieten die Chance, stärker auf die Geschäftsprozesse des Kunden einzugehen, so sein Fazit.

Das dadurch mögliche Neugeschäft wird von IDC in einer von Microsoft in Auftrag gegebenen Studie mit einem Faktor von annähernd 15 gegenüber den Umsätzen mit der Microsoft-Software angegeben. Auf jeden Euro, den Microsoft in Deutschland mit Vista umsetzt, kommen noch einmal 14,72 Euro Partnerumsatz, so die Marktforscher. Diese verteilten sich zu rund 50 Prozent auf die Hardware, 30 Prozent zusätzliche Software sowie 20 Prozent für Service. Für das nächste Jahr und sicherlich auch für 2008 steht also viel Arbeit ins Haus.

Kommentar: Die Gretchenfrage für Systemhäuser

Soll man den Kunden von Vista abraten? Die Version 1.0 einer Software, insbesondere die eines Microsoft-Produktes, wird von IT-Chefs nicht selten gemieden – sie warten, bis andere die vielleicht noch vorhandenen Bugs und Kinderkrankheiten aufgespürt haben und der Hersteller einen ersten Patch liefert. Auch die Kompatibilität der vorhandenen Software, insbesondere von selbstgeschriebenen Anwendungen und Tools der IT-Abteilungen oder eng verbundenen Systemhäuser, muss erst getestet werden. Und nicht zuletzt ist in vielen Betrieben die Hardware nur bedingt Vista-tauglich.

Doch genau das ist auch die Chance: Alte PCs, die noch mit Windows 98 laufen, müssen langsam ausgetauscht werden, und das betagte Betriebssystem wird von Microsoft nicht mehr unterstützt. Statt auf Windows XP umzusteigen, kann der Unternehmer seine PCs nun direkt mit Vista und dem aktuellen Office vorinstalliert kaufen – mit interessanten Features, die die Sicherheit verbessern, das Management der Arbeitsplätze erleichtern, die benötigten Funktionen intuitiver zur Verfügung stellen und dank integrierter Selbstheilungskräfte den Helpdesk entlasten. Und ein Schmalspur-XP für Uralt-PCs, die nicht ausgetauscht werden müssen, gibt es bei der richtigen Lizenzwahl noch obendrauf.

Man muss ja nicht alles glauben, was aus der Marketingabteilung von Microsoft kommt. Aber bereits Windows XP war ein Produkt, das von Anfang an stabil und mit vergleichsweise wenig Fehlern auf den Markt kam. Nach den ersten Erfahrungen scheint Vista dem nicht nachzustehen. Daher sollte bei jedem Kunden genau geprüft werden, ob – und wann – Vista die bessere Alternative ist.

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