TeleTrusT – IT-Sicherheitsagenda 2029 Startimpulse zur digitalen Souveränität gefordert

Redakteur: Peter Schmitz

Deutschland und Europa müssen angemessen und souverän die digitale Zukunft gestalten können. Um das zu erreichen, hat der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) in der IT-Sicherheits-Agenda 2029 wichtige und dringende Forderungen aufgestellt.

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Deutschland und Europa müssen ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Regionen neu erlangen und erhalten, um weitestgehend unabhängig ihre digitale Zukunft gestalten zu können.
Deutschland und Europa müssen ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Regionen neu erlangen und erhalten, um weitestgehend unabhängig ihre digitale Zukunft gestalten zu können.
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Digitalisierung und Vernetzung der Wirtschaft, Verwaltung und Kritischen Infrastrukturen bieten Unternehmen gute Chancen, ihr Know-how in neue Technologien und Dienstleistungen umzusetzen. Der Staat ist für die Rahmenbedingungen der Bereitstellung und Absicherung von für die Gesellschaft wichtigen Funktionen und Infrastrukturen verantwortlich. Im Zuge der zunehmenden Komplexität der Infrastrukturen bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Forschung und Industrie, um die technologische und digitale Souveränität herzustellen oder zu gewährleisten.

Technologische und digitale Souveränität kann nur durch ein zielgerichtetes und langfristiges Vorgehen erfolgreich umgesetzt werden. Derzeit existieren zu viele Einzelinitiativen, die kaum Wirkung zeigen. Es bedarf einer Umsetzungsstrategie, die Ziele definiert, Maßnahmen priorisiert und festlegt sowie eine Aufgabenverteilung zwischen Politik, Verwaltung, Hersteller- und Anwendungsunternehmen und Forschung vornimmt. Die Politik ist aufgerufen, den Startimpuls für die Umsetzungsstrategie zu setzen und sie langfristig zu unterstützen. Andere Staaten verfolgen bereits konsequent entsprechende Umsetzungspläne. Demzufolge muss Deutschland und Europa seine Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Regionen neu erlangen und erhalten, um weitestgehend unabhängig die digitale Zukunft gestalten zu können.

Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) hat dazu seine „IT-Sicherheitsagenda 2029“ mit sechs zentralen Forderungen veröffentlicht:

  • 1. Klares Bekenntnis zu unbeschränkter IT-Sicherheit
  • 2. Technologische Souveränität im Bereich IT-Sicherheit schaffen – für eine werteorientierte, sichere und vertrauenswürdige digitale Zukunft
  • 3. Auf- und Ausbau von IT-Sicherheitsinfrastrukturen für Bürger, Unternehmen und Verwaltung fordern und fördern
  • 4. Mehr IT-Sicherheitstechnologie "Made in Germany" in der Praxis
  • 5. Verbot der Kompromittierung von IT-Sicherheit, keine Backdoors, Staatstrojaner oder geschwächte Verschlüsselung
  • 6. Europäische IT-Sicherheitsgesetze für eine erhöhte Rechts- und Investitionssicherheit - klar, konsolidiert und agil.

TeleTrusT-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Norbert Pohlmann: „Die IT-Sicherheitsprobleme und daraus resultierende Schäden nehmen stetig zu. Vor vier Jahren mit 50 Milliarden Euro beziffert, über 100 Milliarden Euro vor zwei Jahren, betragen sie mittlerweile mehr als 220 Milliarden Euro. Die neue Bundesregierung muss auf allen Ebenen und gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern dafür sorgen, dass diese Schäden deutlich vermindert werden. Denn nur so erreichen wir das Ziel, eine souveräne, sichere und vertrauenswürdige digitale Zukunft zu schaffen.“

RA Karsten U. Bartels LL.M., stellvertretender TeleTrusT-Vorstandsvorsitzender: „Wenn wir eine technologische und digitale Souveränität Deutschlands und Europas wollen, muss die Politik in den nächsten zwei Legislaturperioden die IT-Sicherheit massiv stärken. Unsere sechs Kernforderungen stellen zusammen, was dazu erforderlich ist: der Staat hat IT-Sicherheit aktiv zu fördern und nicht zu kompromittieren. Das betrifft auch das Recht auf Verschlüsselung ohne staatliche Hintertüren. IT-Sicherheitsinfrastrukturen sind so auszubauen und vom Staat selbst zu nutzen, dass Sie im privaten und geschäftlichen Alltag ankommen.“

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