HornetDrive, LuckyCloud und DriveOnTheWeb Sichere Cloud-Speicher aus Deutschland

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Der Cloud-Speicher als Alternative zur Festplatte gehört zu den Klassikern cloud-basierter Services. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Anbieter, die sicheren und schnellen Storage in der Cloud zur Verfügung stellen. Die Vorteile liegen in der Speicherung in deutschen Rechenzentren, deutschem Support und Gewährleistung der DSGVO.

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Neben den Cloud-Drive-Anbietern aus Übersee gibt es lokale Anbieter, deren Dienste durchaus mehr als einen Blick wert sind.
Neben den Cloud-Drive-Anbietern aus Übersee gibt es lokale Anbieter, deren Dienste durchaus mehr als einen Blick wert sind.
(Bild: © Mattoff - stock.adobe.com)

Hinter den drei Cloud-Speicher-Diensten HornetDrive, LuckyCloud und DriveOnTheWeb stehen deutsche Anbieter, deren Rechenzentren in Deutschland sind. So profitieren Anwender von der Umsetzung der DSGVO und deutschem Support.

HornetDrive – Verschlüsseltes Cloud Storage aus Deutschland

HornetDrive bietet verschlüsselten Cloud-Speicher aus deutschen Rechenzentren. Das Unternehmen Hornetsecurity GmbH aus Hannover betreibt diesen Dienst. Wer sich den Speicher zulegen möchte, kann derzeit 30 Tage lang kostenlos testen. Neben einem Client für Windows und Linux stehen auch Apps für iOS und Android zur Verfügung. Es gibt keine kostenlose Nutzungsmöglichkeit von HornetDrive. Die Business-Variante kostet etwa 2,50 Euro im Monat und bietet 10 GB Speicherplatz. Wer mehr Speicher benötigt, kann die Enterprise-Version buchen; sie bietet ab 100 GB Speicherplatz.

HornetDrive unterstützt verschiedene, virtuelle Laufwerke im Cloud-Speicher.
HornetDrive unterstützt verschiedene, virtuelle Laufwerke im Cloud-Speicher.
(Bild: Joos)

Grundsätzlich funktioniert HornetDrive wie andere Cloud-Speicher auch. Anwender können Daten hoch- und herunterladen sowie dauerhaft im Speicher ablegen. Auch das Teilen von Dokumenten ist möglich, genauso wie das Synchronisieren von Daten von PCs. Bei der Synchronisierung von lokalen Verzeichnissen lassen sich die Ordner frei wählen. Leider bietet HornetDrive keine Möglichkeit, ein Ablaufdatum für das Teilen von Dateien festzulegen, wie zum Beispiel bei OneDrive.

HornetDrive richtet sich an anspruchsvolle Anwender oder Profis. Daher sind auch Funktionen wie Verschlüsselung (256-Bit TLS 1.2), Versionierung und eine Rechteverwaltung dabei. Es ist daher möglich, mit verschiedenen Benutzerkonten auf einen Speicher zuzugreifen. Allerdings fehlt aktuell noch die Möglichkeit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Zugriff. Die verschiedenen Clients für HornetDrive stehen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Unternehmen, die international tätig sind, können daher ihren Mitarbeitern auch spanische und englische Clients zur Verfügung stellen, während die Daten dennoch in deutschen Rechenzentren gespeichert sind.

Ein weiterer Vorteil ist die Erstellung von eigenen Laufwerken innerhalb eines HornetDrive-Speichers. Für diesen sind auch jeweils eigene Berechtigungen steuerbar. Zusätzlich besteht die Möglichkeit ein Laufwerk in HornetDrive als Laufwerk in den Windows-Explorer einzubinden. Anwender können in diesem Fall über den Explorer Daten zwischen PC und der Cloud austauschen und dadurch auch im Team arbeiten.

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Luckycloud – Beliebter Cloud-Speicher eines Berliner Start-ups

Auch bei Luckycloud handelt es sich um einen deutschen Cloud-Speicher-Service mit Rechenzentren in Deutschland. Der Speicher bietet verschiedene Preismodelle. Luckycloud steht für Einzelbenutzer und für Teams zur Verfügung. Mit „Home“ gibt es eine kleine Version, die etwa 1 Euro/Monat für 3 GB Speicherplatz kostet. Die Anbieter stellen aber eine flexible Speicherauswahl zur Verfügung. Wer zum Beispiel 25 GB Speicher benötigt, muss mit etwa 4 Euro/Monat rechnen, 100 GB kosten etwa 7 Euro/Monat. Teams und Profis können auf die Pro-Varianten wechseln. Diese ermöglichen zusätzlich den Aufbau einer Berechtigungsstruktur mit Administratoren für den Speicher und mehrerer Benutzerkonten. Die Pro- und Team-Varianten beginnen bei etwa 5 Euro pro Benutzer. Generell ist es sinnvoll, sich auf der Seite des Anbieters die Modelle anzuschauen, und sich seinen Speicher zu konfigurieren.

Grundsätzlich richtet sich Luckycloud eher an professionelle Anwender, die auf zahlreiche Funktionen zurückgreifen wollen und auch mit Office-Dokumenten online und im Team arbeiten. Hier setzt Luckycloud auf OnlyOffice. Die Sicherheitsfunktionen und der Datenschutz sind bei Luckycloud nahezu unerreicht. Anwender können einzelne Bibliotheken und Ordner getrennt vor Zugriff mit einem Kennwort schützen. Im Großteil der übersichtlichen Oberfläche steht auch das Kontextmenü der rechten Maustaste zur Verfügung. Wo dies nicht möglich ist, steht ein Menü über ein eigenes Icon zur Verfügung.

Allerdings ist Luckycloud recht teuer, wenn viel Speicher notwendig ist. Die Team-Varianten ermöglichen Zugriff von bis zu 30 Benutzern für einen Speicher. Die Pro- und Team-Varianten ermöglichen außerdem noch das gemeinsame Arbeiten an Microsoft Office-Dokumenten, auch gemeinsam. Die Enterprise-Varianten sind auf bis zu 10.000 Benutzer ausgelegt, bei denen die User große Datenmengen speichern müssen.

Die Oberfläche von Luckycloud wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich.
Die Oberfläche von Luckycloud wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich.
(Bild: Joos)

In Luckycloud gibt es auch Versionierung und Versionskontrolle. Mit Remote Wipe können Administratoren Datenspeicher ehemaliger Mitarbeiter aus der Ferne löschen. Generell ist der Speicher extrem umfangreich und bietet zahlreiche Funktionen für einzelne Anwender und Teams. Es lohnt sich in jedem Fall, einen Blick auf den Cloud-Speicher zu werfen. Eine kostenlose Version ist leider nicht verfügbar. Wer Luckycloud auf die Schnelle testen will, kann den vorhandenen Demo-Account verwenden. Dieser bietet alle Funktionen, die tatsächlich verfügbar sind. Natürlich kann das Demo-Konto nicht zum Speichern eigener Daten verwendet werden.

DriveOnTheWeb – Cloud-Speicher mit SAP-Integration

DriveOnTheWeb ist ein weiterer, deutscher Speicherdienst, der sich an Profis und Teams richtet. Im Vergleich zu Luckycloud ist die Bedienbarkeit aber unübersichtlicher. Die Preise liegen zwischen 3 und 50 Euro im Monat, abhängig vom gebuchten Paket und der Größe des verwendeten Datenspeicher-Abos. DriveOnTheWeb steht für Windows und macOS zur Verfügung. Auch Apps für iOS und Android bieten die Entwickler an. Zusätzlich gibt es noch ein Add-In, um in Microsoft Outlook Dateianlagen direkt auf dem Cloud-Speicher ablegen zu können.

DriveOnTheWeb bietet zusätzlich noch die Möglichkeit einer SAP-Integration. Hier können auch große Datenmengen in Ordnerstrukturen abgelegt werden, die automatisiert mit SAP verbunden sind. Der Zugriff auf die Dateien lässt sich mit zusätzlichen Kennwörtern sichern. Neben dem Upload von SAP können auch Daten von DriveOnTheWeb zu SAP heruntergeladen werden.

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