IT-Servicepreisspiegel von Synaxon So entwickeln sich die IT-Servicepreise 2023

Von Sylvia Lösel

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Gestiegene Strom- und Energiekosten, Inflation und eine hohe Nachfrage machen einen Blick auf die Servicepreise von IT-Dienstleistern in diesem Jahr besonders spannend. Nicht überraschend: Sie steigen. Der Synaxon-Servicepreisspiegel hält dennoch ein paar Überraschungen bereit.

Jedes Jahr mit Spannung erwartet: der IT-Servicepreisspiegel von Synaxon.
Jedes Jahr mit Spannung erwartet: der IT-Servicepreisspiegel von Synaxon.
(Bild: Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

Software und Services sind das Rezept für die Systemhaus-Zukunft. Verabreicht über die Cloud, wird das Ganze zum Umsatzbringer für Dienstleister. „Die Cloud hat erst 10 Prozent Anteil und wird in den nächsten Jahren weiter mit 20 Prozent jährlich wachsen“, ist Frank Roebers, Geschäftsführer der Systemhaus-Kooperation Synaxon, überzeugt. Ein steigender Cloud-Anteil führt zudem zu einer höheren Rentabilität, wirbt der Manager auf der virtuellen Partnerveranstaltung „Impulse“ für eine Neu- oder Umorientierung in der Channel-Landschaft, sofern das noch nicht passiert ist. Denn die Zahlen sprechen eine klare Sprache, wie auch Karin Hernik, Channelchefin bei Schneider Electric, in ihrer Keynote verdeutlicht. „Während seit 2016 der Umsatz der Partner mit Hardware um rund 26 Prozent zurückging, stieg er bei Software und Services um diesen Wert.“

Nicht verwunderlich, sind im aktuellen Servicepreisspiegel (siehe Kasten) Managed Services der umsatzstärkste Bereich der vergangenen 12 Monate (45,5 %), gefolgt von Beratungsleistungen (14,7 %) und IT-Security (13,6 %). Die größte Herausforderung für MSP, auch das zeigt der Servicepreisspiegel, ist die Automatisierung (52 %). Aber auch granulare Preismodelle bergen hier Risiken, bemerkt Roebers. Bestehe hier doch die Gefahr, ein „digitaler Kistenschieber“ zu werden und sich so nur wenig von der Konkurrenz abzuheben. Dass der Weg hin zu Managed-Modellen und in die Cloud unumgänglich ist, sagt auch Alexander Eggers, Geschäftsführer bei der Epc GmbH: „Wer bisher die Effizienz- und Flexibilitätsvorteile der Cloud noch nicht genutzt hat, steigt spätestens jetzt um, weil wichtige Hardware nicht verfügbar oder zu teuer ist.“

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Was ist die größte Herausforderung?

Doch es ist nicht so, dass die Dienstleister sich nur Gedanken über ihr Geschäftsmodell machen sollten. Über all dem schwebt das Damoklesschwert des Fachkräftemangels, der sich noch verschärfen dürfte und der für 45,7 Prozent der Systemhäuser „die größte Herausforderung“ darstellt, wie Friedrich Pollert, Leiter der Synaxon Akademie, die Umfrageergebnisse kommentiert. Dennoch melden rund 37 Prozent der Befragten eine gestiegene Mitarbeiterzahl. Nur bei 13 Prozent ist die Zahl rückläufig. Und auch für 2023 rechnen immerhin 49,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmer mit einem Wachstum.

Eine weitere Herausforderung für viele sind die gestiegenen Energiepreise. Als Reaktion darauf, hat rund die Hälfte der Dienstleister bereits im vergangenen Jahr Anpassungen bei der Anfahrtspauschale vorgenommen. Für 2023 steigt dieser Prozentsatz deutlich. Denn fast alle Befragten planen Erhöhungen, rund 20 Prozent sogar in einer starken Ausprägung.

Was ist der IT-Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie?

Einmal im Jahr führt die Synaxon Akademie mit Partnerunternehmen eine anonyme Umfrage zu den jeweils aktuellen Stundensätzen der IT-Dienstleister und Systemhäuser durch. An der aktuellen Umfrage haben 760 IT-Unternehmen teilgenommen. Während 5,3 Prozent der Teilnehmer in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern arbeiten, sind es 7,5 Prozent, die aus Unternehmen mit 30 bis 49 Mitarbeitern kommen, 29,2 Prozent aus 10 bis 29 und 52,7 Prozent aus Firmen mit 1 ,bis 9 Mitarbeiter.

„Während kleinere Unternehmen für die Beratung meist rund 95 pro Stunde abrechnen, sind es bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern 189 Euro. In Süddeutschland liegt der Stundensatz für Standard-iT-Serviceleistungen deutlich über 100 Euro, im Osten nur bei knapp 80 Euro“, blickt der Leiter der Synaxon Akademie, Friedrich Pollert, in die Ergebnisse.

Bei den Servicepreisen selbst haben 2022 rund 33 Prozent der Unternehmen noch keine Erhöhungen vorgenommen. Mit knapp 30 Prozent liegt der Anteil derer, die das auch dieses Jahr nicht tun wollen, etwa auf gleichem Niveau. Alle anderen heben ihre Preise an. In geringfügigem Umfang wollen dies 47,1 Prozent umsetzen, in erheblichen Maße planen 16,7 Prozent eine Erhöhung. Die Schallgrenze liegt dabei offenbar bei einer Steigerung von 15 Prozent, über die nur rund 6 Prozent der Systemhäuser hinaus gehen.

Das Risiko, Kunden wegen Preisanpassungen zu verlieren, schätzt Thorsten Podzimek, Geschäftsführer bei der SAC GmbH, eher gering ein und empfiehlt genau zu überprüfen, was man erhöht. „Gerade bei Managed Services, die zu monatlichen, eher niedrigen Preisen angeboten werden, klingt eine Anpassung auch weniger dramatisch.“

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