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Sechs Lösungen für Hürden bei der Digitalen Transformation

| Autor: Sarah Gandorfer

Digitale Transformation erfordert Veränderungen in den Systemen und in der Kultur und das kann zum Hindernis werden.
Digitale Transformation erfordert Veränderungen in den Systemen und in der Kultur und das kann zum Hindernis werden. (Bild: Pixabay / CC0)

Neuerungen in einem Unternehmen durchzusetzen, ist selten einfach. Gartner hat sechs Hürden für die Umsetzung der Digitalen Transformation gefunden und gibt Empfehlungen, wie diese genommen werden können.

Digitale Transformation erfordert Veränderungen in den Systemen und in der Kultur. Eine Gartner-Umfrage zeigt: Bisher war nur eine kleine Anzahl von Unternehmen in der Lage, ihre digitalen Initiativen über die Experimentier- und Pilotphase hinaus erfolgreich zu skalieren. Insgesamt konnten die Analysten sechs Barrieren identifizieren und liefern dazu die entsprechenden Lösungsansätze.

1. Veränderungsresistenz

Digitale Innovationen können nur in einer Kultur erfolgreich sein, in der zusammengearbeitet wird. Die Menschen müssen neue Grenzen und Ideen erkunden. „In der Realität sind die meisten Organisationen allerdings in Hierarchien und klare Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Also genau das Gegenteil von dem, was digitale Innovation verlangt. Dazu braucht es bereichsübergreifende und selbständige Teams“, erläutert Marcus Blosch, Research Vice President bei Gartner.

Gartners Tipp: CIOs sollen erst einmal die neue digitale Kultur im Kleinen etablieren. Dazu wird eine digitale Mentalität definiert, ein digitales Innovationsteam bestimmt und vom Rest der Organisation abgeschirmt. Hier kann sich die neue Kultur entwickeln und von dort über die Zusammenarbeit mit den Kernteams in das Unternehmen getragen werden.

2. Begrenzte Zusammenarbeit

Oft fehlt auch der Wille Wissen zu teilen und somit die Zusammenarbeit zu fördern. Jeder möchte die Kontrolle über seinen Bereich behalten. So kommt es zwangsweise zur Ablehnung gegenüber der Einführung einer kollaborativen bereichsübergreifenden Arbeitsweise.

„Anfangs ist es nicht notwendig, jeden mit an Bord zu haben. Wichtig ist es jedoch Bereiche zu finden, wo die Interessen der verschiedenen Mitarbeiter überlappen. Hier kann man ansetzen, um eine erste Vision der Transformation zu etablieren. Ist das geschafft, kann der nächste Schritt getan werden“, so Blosch.

3. Das Geschäft ist noch nicht bereit

Viele Geschäftsführer sind begeistert vom Hype um das digitale Business. Wenn dann allerdings der CIO oder CDO (Chief Digital Officer) damit loslegen möchte, stellt sich heraus, dass weder die Kompetenzen noch die Ressourcen vorhanden sind.

„CIOs sollten die digitale Bereitschaft ihres Unternehmens ansprechen, um herauszufinden wie es mit der Einsatzbereitschaft des Business und der IT steht. Nach dieser Analyse kann man seinen Fokus auf die Early Adapter legen, die offen für einen Wechsel sind. Allerdings sollten die CIOs dabei im Kopf behalten, dass möglicherweise die Transformation noch nicht für alle Unternehmensbereiche relevant ist“, rät Blosch.

4. Begabungslücke

Die meisten Unternehmen sind nach altüberlieferten Mustern organisiert: IT, Sales und Supply Chain. Um digitale Innovationen umzusetzen, bedarf es aber einen anderen Ansatz. Menschen, Prozesse und Technologien müssen miteinander arbeiten, um neue Geschäftsmodelle und -Services zu kreieren. Mitarbeiter brauchen neue Fähigkeiten, die sich an Innovation, Wechsel und Kreativität orientieren und gleichzeitig mit den neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) oder dem Internet der Dinge (IoT) einhergeht.

„Hier gibt es zwei Ansätze: Weiterbildung und Zweigleisigkeit“, erklärt der Research Vice President. „In kleineren oder sehr innovativen Organisationen können individuelle Rollen neue definiert werden und diesen die benötigten Kompetenzen an die Hand gegeben werden. In anderen Organisationen, die den zweigleisigen Ansatz fahren, macht es Sinn eine separate Gruppe zu kreieren, die die Neuerungen mit dem entsprechenden Wissen umsetzt.“

5. Das Talent wird nicht unterstützt

Die richtigen Eigenschaften in einem Unternehmen am richtigen Platz zu haben ist essenziell. Wie bereits erwähnt, funktionieren die alten festgefahrenen hierarchischen Modelle nicht mehr. Jedoch gibt es auch kein Best-Practice-Modell. Jede Organisation ist gezwungen das für sich beste Verfahren zu finden.

„Einige Unternehmen werden zu einem Produkt-Management-basierten Ansatz wechseln, da dieses zu vielfache Wiederholungen zulässt. Operative Innovationen können indessen weiter dem alten Ansatz folgen, bis ein digitales Team mit den entsprechenden Kompetenzen aufgestellt ist. Sobald das genügend Erfahrung hat, kann es sein Wissen mit der gesamten Organisation teilen“, sagt Blosch.

6. Veränderung ist nicht einfach

Digital zu arbeiten ist oftmals technisch herausfordernd und teuer: Plattformen müssen entwickelt, die organisatorische Struktur umgebaut und ein neues Partner-Ökosystem gefunden werden. Das alles kostet Zeit, Ressourcen und Geld.

Gartner empfiehlt den Unternehmen auf lange Sicht ihre Organisation so auszurichten, dass Veränderungen schneller und einfacher umgesetzt werden können. Dafür ist eine plattformbasierte Strategie hilfreich, welche kontinuierlich Neuerungen anpasst und noch dazu neue Services unterstützt.

„Das digitale Business erfordert neue Fähigkeiten, Arbeitsweisen, Organisationsmodelle und sogar Kulturen“, fasst Blosch zusammen. „Der Wandel eines strukturierten, geordneten und prozessorientierten Unternehmens, in eines mit vielfältigen Ökosystemen, permanenter Anpassung sowie kontinuierlichem Lernen und Experimentieren ist schwierig. Einigen Unternehmen wird dieser Wandel gelingen. Diejenigen, die diese Veränderung nicht umsetzen können, werden zunehmend veralten und schlussendlich ersetzt.“

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