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Robert-Koch-Institut ruft zur Datenspende auf

| Autor: Susanne Ehneß

Gesundheitsdaten sollen bei der Bewältigung der Coronakrise helfen.
Gesundheitsdaten sollen bei der Bewältigung der Coronakrise helfen. (© SFIO CRACHO - stock.adobe.com)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt ab heute eine App zur Verfügung, die mithilfe der Vitaldaten aus Smartwatches und Fitnessarmbändern ergänzende Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus liefern soll.

Mit ihren Smartwatches und Fitnessarmbändern können Bürger nun bei der Bewältigung des Coronavirus helfen. Die App „Corona-Datenspende“ des RKI erfasst die vom Nutzer freigegebenen Vitaldaten wie Ruhepuls, Schlaf und Aktivitätsniveau. Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich diese Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich, typische COVID-19-Symptome wie Fieber können durch die App erkannt werden.

Welche Daten werden konkret erfasst?

  • Postleitzahl des Nutzers: Der Nutzer wird einmalig gebeten, seine Postleitzahl einzugeben. Es werden keine weitere Ortungs- oder Standortdaten abgefragt.
  • Körperdaten: Die Corona-Datenspende-App fragt einmalig Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht ab. Die Daten werden in groben Schritten (+/- 5 kg bzw. 5 cm) erfasst.
  • Vitaldaten: Aktivitäts- und Schlafdaten, Pulsschlag, Körpertemperatur (sofern vom jeweiligen Modell der Fitnessuhr bzw. des Fitnessarmbands unterstützt).

Aufbereitung der Daten

Alle Daten werden laut RKI wissenschaftlich aufbereitet und fließen im Anschluss in eine Karte ein, welche dann die regionale Verbreitung potenziell Infizierter bis auf Ebene der Postleitzahl anzeigt. Die Karte soll regelmäßig aktualisiert und unter www.corona-datenspende.de veröffentlicht werden.

Dadurch lassen sich Infektionsschwerpunkte besser erkennen – und es ergibt sich ein genaueres Bild über die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19, so die Hoffnung des RKI.

„Wenn in einer ausreichend großen Stichprobe die Anzahl der symptomatischen Patienten erfasst werden kann, könnte uns das dabei helfen, früher Rückschlüsse auf Infektionsgeschehen, Verbreitung und auch auf die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen zu ziehen“, kommentiert Prof. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. In den USA hätten sich ähnliche Fallschätzungen auf Basis von Smartwatch- und Fitnessarmband-Daten in Grippewellen als sehr treffgenau erwiesen.

Das RKI hat die App gemeinsam mit dem eHealth-Unternehmen Thryve und unter Einbeziehung des Bundesdatenschutzbeauftragten entwickelt. Wie das Institut betont, ist Corona-Datenspende keine Anwendung, um COVID-19 im Einzelfall zuverlässig zu diagnostizieren. Sie ersetze keinesfalls die regulären Tests auf das Virus. Ebenso wenig ersetze sie den öffentlichen Meldeweg zur Erfassung der Infektionszahlen.

Prof. Lothar H. Wieler weiter: „Digitale Anwendungen können die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 sinnvoll ergänzen. Wir wünschen uns, dass sich viele Menschen beteiligen. Denn je mehr Menschen ihre Daten für eine Auswertung zur Verfügung stellen, desto genauer werden unsere Erkenntnisse zur Verbreitung des Coronavirus.“

Freiwillig und pseudonymisiert

Die App ist für iOS und Android-Geräte in den jeweiligen Stores verfügbar und funktioniert laut RKI in Kombination mit Fitnessarmbändern und Smartwatches verschiedener Hersteller. „Die Nutzung der App ist freiwillig und pseudonymisiert – das RKI hat zu keiner Zeit Kenntnis über persönliche Informationen wie Name oder Anschrift der App-Nutzer“, versichert das Institut.

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