ITscope-Umfrage: Neue Herausforderungen beim IT-Einkauf Margendruck, Verfügbarkeit und mehr Lieferanten

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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Margendruck, Lieferchaos und immer mehr Lieferanten im Blick behalten: Der Einkauf wird für IT-Systemhäuser und Reseller zum Balanceakt. Eine aktuelle Umfrage von ITscope zeigt die größten Herausforderungen der Branche beim IT-Einkauf auf.

IT-Systemhäuser und Reseller stehen im Einkauf vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig: Margendruck, schwankende Verfügbarkeiten und ein immer breiteres Lieferantennetzwerk. (Bild:  Gemini / KI-generiert)
IT-Systemhäuser und Reseller stehen im Einkauf vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig: Margendruck, schwankende Verfügbarkeiten und ein immer breiteres Lieferantennetzwerk.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Es scheint als sei IT-Einkauf noch nie so kompliziert wie heute: Sinkende Margen, unsichere Verfügbarkeiten und ein ständig wachsendes Lieferantennetzwerk setzen IT-Systemhäuser und Reseller gleich von mehreren Seiten unter Druck. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der B2B-Handelsplattform ITscope, für die 240 deutschsprachige Unternehmen aus dem IT-Reselling- und Systemhausumfeld befragt wurden.

Zur Methodik der ITscope-Umfrage:

Für die ITscope-Befragung wurden im Zeitraum von Mai bis Juni 2026 insgesamt 240 Umfrageantworten deutschsprachiger Unternehmen aus dem IT-Reselling- und Systemhausumfeld erhoben und ausgewertet. Die Teilnehmer wurden unter anderem über den ITscope-Newsletter sowie separate E-Mail-Kampagnen zur Teilnahme eingeladen. Da ein Teil der Befragten über ITscope-Kanäle auf die Umfrage aufmerksam wurde, können einzelne Ergebnisse – insbesondere zur Bekanntheit und Nutzung von Plattformen – leicht beeinflusst sein.

Steigende Preise und Margendruck

Als größte Herausforderung im IT-Einkauf nennen 45 Prozent der Befragten Preise und Margendruck. Fast ebenso viele (43 Prozent) sehen die Produktverfügbarkeit als wichtigstes Problem. Themen wie Prozessaufwand, mangelnde Transparenz oder die Zusammenarbeit mit vielen Lieferanten spielen bei den Befragten dagegen eine unwichtigere Rolle.

Margendruck und hohe Preise zählen zu den größten Herausforderungen beim IT-Einkauf.(Bild:  ITscope)
Margendruck und hohe Preise zählen zu den größten Herausforderungen beim IT-Einkauf.
(Bild: ITscope)

„Der Margendruck im Channel hat mehrere Ursachen“, sagt Oliver Charles, Managing Director von ITscope. „Kunden kalkulieren vorsichtiger, Hardwarepreise bewegen sich schneller und Verfügbarkeiten lassen sich nicht immer langfristig planen. Genau deshalb setzen viele Systemhäuser nicht mehr auf einzelne Bezugsquellen, sondern auf ein Netzwerk aus mehreren Distributoren.“

Systemhäuser setzen auf mehrere Distributoren

Die Ergebnisse zeigen auch, dass viele Unternehmen derzeit ihren Einkauf auf mehrere Lieferanten verteilen. 87 Prozent kaufen regelmäßig bei mindestens vier Distributoren ein. 18 Prozent der Befragten arbeiten sogar mit mehr als zehn Lieferanten zusammen.

Viele Unternehmen fahren mehrgleisig: 87 Prozent kaufen regelmäßig bei mindestens vier Distributoren ein, 18 Prozent der Befragten arbeiten sogar mit mehr als zehn Lieferanten zusammen.(Bild:  ITscope)
Viele Unternehmen fahren mehrgleisig: 87 Prozent kaufen regelmäßig bei mindestens vier Distributoren ein, 18 Prozent der Befragten arbeiten sogar mit mehr als zehn Lieferanten zusammen.
(Bild: ITscope)

Nichtsdestotrotz bleiben auch langfristige Geschäftsbeziehungen wichtig. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) geben an, überwiegend bei denselben Distributoren einzukaufen. Weitere 34 Prozent kombinieren feste Partner mit projektbezogenen Entscheidungen. 70 Prozent der Befragten bevorzugen außerdem Distributoren aus dem eigenen Land.

Zuverlässigkeit wichtiger als der günstigste Preis

Spannend: Bei der Distributorenwahl zählt nicht nur der Preis – entscheidend ist für die Befragten vor allem die Zuverlässigkeit, etwa bei Lieferung und Reklamationsabwicklung.(Bild:  ITscope)
Spannend: Bei der Distributorenwahl zählt nicht nur der Preis – entscheidend ist für die Befragten vor allem die Zuverlässigkeit, etwa bei Lieferung und Reklamationsabwicklung.
(Bild: ITscope)

Bei der Wahl eines Distributors steht nicht allein der Einkaufspreis im Mittelpunkt. Das wichtigste Entscheidungskriterium ist die Zuverlässigkeit, zum Beispiel bei Lieferung und Reklamationsabwicklung. Sie erreicht die höchste Bewertung aller abgefragten Kriterien und liegt damit noch vor dem Preisniveau. Auch die Liefergeschwindigkeit spielt eine wichtige Rolle, finden 86 Prozent der Befragten.

Dr. Oliver Charles ist Managing Director bei ITscope.(Bild:  ITScope)
Dr. Oliver Charles ist Managing Director bei ITscope.
(Bild: ITScope)

„Der Preis bleibt ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Die Ergebnisse zeigen aber, dass Systemhäuser ihre Lieferanten deutlich umfassender bewerten“, sagt Charles. „Wer zuverlässig liefert und Zusagen einhält, schafft Vertrauen und erhöht die Chance auf langfristige Geschäftsbeziehungen.“

Neue Lieferanten werden vor allem über Plattformen gefunden

Bei der Suche nach neuen Distributoren setzen die Befragten der ITscope-Umfrage vor allem auf digitale Plattformen. (Bild:  ITscope)
Bei der Suche nach neuen Distributoren setzen die Befragten der ITscope-Umfrage vor allem auf digitale Plattformen.
(Bild: ITscope)

Wenn Unternehmen neue Distributoren suchen, nutzen sie dafür vor allem digitale Plattformen. 74 Prozent der Befragten nennen Plattformen wie ITscope als wichtigen Kanal zur Lieferantensuche. Dahinter folgen Hersteller-Empfehlungen, die aktive Ansprache durch Distributoren sowie klassische Recherchewege wie Google und andere Suchmaschinen sowie Branchenveranstaltungen. Nur 18 Prozent der Befragten geben an, kaum aktiv nach neuen Distributoren zu suchen. Die große Mehrheit beobachtet den Markt regelmäßig und hält Ausschau nach zusätzlichen Bezugsquellen.

Systemhäuser verlassen sich heute nicht mehr ausschließlich auf wenige Bezugsquellen.

Dr. Oliver Charles, Managing Director bei ITscope

Vielmehr würden Systemhäuser, so Charles, heute „komplexe Lieferantennetzwerke“ ansteuern und „feste Partnerschaften mit zusätzlichen Lieferanten“ kombinieren. Dies verschaffe ihnen mehr Flexibilität. Gleichzeitig würden langjährige Geschäftsbeziehungen dadurch nicht an Bedeutung verlieren.

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