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Ergänzung zum Raspberry Pi Raspberry-Pi-Kamera mit 12 MP und Wechselobjektiven

Autor: Margit Kuther

Die dritte Kameraplatine der Raspberry Pi Foundation meistert 12,3 Megapixel. Ein Novum ist die Objektivfassung mit integrierter Stativhalterung und Fokus-Einstellring, für das die Foundation auch ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv anbietet, sowie einen Adapter für C/CS-Gewindeanschluss.

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Raspberry-Pi-Kamera: Erhältlich sind neben der 12-MP-Kamera auch ein Weit- und Teleobjektiv
Raspberry-Pi-Kamera: Erhältlich sind neben der 12-MP-Kamera auch ein Weit- und Teleobjektiv
(Bild: Farnell)

Raspberry Pi ist der weltweit beliebteste Singleboard-Computer. Ursprünglich für Studierende konzipiert, adressiert die Raspberry Pi Foundation auch Maker und zunehmend die Industrie. So ist die Mini-PC-Platine ab Raspberry Pi 3 B+ für WLAN IEEE 802.11ac (2,4 und 5 GHz) gemäß den FCC-Regeln (Federal Communications Commission) zertifiziert.

Da Vision-Projekte im Embedded-Sektor immer wichtiger werden, ist die neue „High Quality“-Kameraplatine, die sowohl Standbilder als auch Videos aufnehmen kann, eine ideale Ergänzung zum Pi. Einsatzgebiete sind neben der Industrie etwa die Robotik, Sicherheitssysteme und Datenerfassung, beispielsweise zur Erkennung von Gesichtern und Kfz-Kennzeichen.

Bildergalerie

Die HQ-Kameraplatine soll mit Raspberry Pi-Boards ab dem Raspberry Pi 1 Model B kompatibel sein. Sicherlich aber nicht mit dem ersten Raspberry Pi Zero, denn diesem fehlt der 15-polige serielle CSI-2-Kameraanschluss (Camera Serial Interface). Allerdings ist die Idee eines Kameramoduls für Raspberry Pi nicht neu, neu ist jedoch die „Professionalität“ des jüngsten Raspberry-Pi-Kameramoduls.

„Im Jahr 2013 brachten wir unsere erste Kameraplatine, Camera v.1, auf den Markt, die um den 5-Megapixel-Sensor OV5647 von OmniVision herum aufgebaut war, schnell gefolgt von der Pi-NoIR-Platine“, so Simon Martin, Senior Principal Engineer der Raspberry Pi Foundation. Dieser NoIR-Kamera fehlt der Infrarotfilter auf der LInse, was sie für Infrarotfotografie bei schlechten Lichtverhältnissen prädestiniert, etwa Tieraufnahmen im Dunkeln. „Im Jahr 2016 kamen die Nachfolger, die Tageslichtvariante Camera v2 und die infrarotempfindliche NoIR Camera v2 mit 8-MP-Sensor von Sony“. Übrigens, die erste Raspberry-Pi-Kamera v.1 ist, so Simon Martin, „eines von nur drei Produkten (neben dem ursprünglichen Raspberry Pi 1 und dem offiziellen WiFi-Dongle), die wir [die Raspberry Pi Foundation] jemals eingestellt haben.“

Die Grenzen des Fixfokus

Obgleich auch die Raspberry-Pi-Kameramodule mit festem Fokus gute Bilder schossen und Raspberry Pi mit dem Modul Camera v.1 sogar die die Stratosphäre erobert hat, gebe es doch erhebliche Einschränkungen, betont Simon Martin: „Die Sensoren selbst sind relativ klein, was zu einem geringeren Signal-Rausch-Verhältnis und einer schlechteren Leistung bei schwachem Licht führt; und natürlich gibt es keine Möglichkeit, die Linsenbaugruppe durch eine teurere oder eine mit anderen optischen Eigenschaften zu ersetzen. Dies sind die Unzulänglichkeiten, die die High Quality-Kamera beheben soll.“

Details zur Raspberry-Pi-HQ-Kamera

Die High-Quality-Kamera der Raspberry Pi Foundation mit Fokus 12,5 mm bis 22,4 mm und Bildausgabe RAW12/10/8 und COMP8 ist für die Aufnahme von CS-Mount-Objektiven und, mit dem mitgelieferten Adapter, von C-Mount-Objektiven ausgelegt. Die Raspberry Pi Foundation bietet zudem zwei Wechselobjektive an. Ein 6-mm-Weitwinkelobjektiv respektive ein 16-mm-Teleobjektiv können in die C- und CS-Fassungen der Raspberry-Pi-High Quality-Kamera eingesetzt werden. Die HQ-Kamera (rund 50 €) sowie das Weitwinkel- (rund 25 €) und Teleobjektiv (rund 50 €) sind etwa über Farnell erhältlich.

Technische Details zur Raspberry-Pi-HQ-Kamera

  • 12,3 MP-Sensor Sony IMX477
  • 7,9 mm (Type 1/2.3) diagonale Bildgröße CMOS-Bildsensor mit quadratischen Pixeln
  • 1,55 μm × 1,55 μm Pixelgröße – verdoppelt die Pixelfläche des Kameramoduls IMX219, das mit dem Raspberry-Pi-Camera-v.2-Boards kompatibel ist.
  • bis zu 12 Bit Rohdaten
  • Hintergrundbeleuchtete Sensorarchitektur für verbesserte Empfindlichkeit
  • integrierte 1/4"-20 Stativbefestigung
  • Kompatibel mit C-Mount- und CS-Mount-Objektiven (C-CS-Adapter im Lieferumfang enthalten)
  • Die Kamera erfordert den Einsatz eines Objektivs

Für die neue Raspberry-Pi-HQ-Kamera liegen von Raspberry Pi Trading, dem Teil der Foundation, der für die Vermarktung der Raspberry-Pi-Produkte zuständig ist, CE- und FCC-Konformitätserklärungen für die Kamera vor. Raspberry Pi Trading gibt für die HQ-Kamera eine Produktionsgarantie bis „zumindest Januar 2027“.

Leitfaden und Buch der Raspberry Pi Foundation zur HQ-Kamera

Die Raspberry Pi Foundation hat einen englischsprachigen Online-Leitfaden zur Inbetriebnahme de HQ-Kamera, einschließlich der Einstellung des Auflagemaßes, der Stativmontage, des Anschlusses der Kamera an einen Raspberry Pi und der Bedienung der Kamerasoftware im Raspberry-Pi-Betriebssystem Raspbian erstellt. Dieser Leitfaden bietet auch Hinweise zur Aufnahme von Bildern.

Ein besonderes Schmankerl gibt es im Press Store der Foundation: Das Magazin zur HQ-Kamera „The Official Raspberry Pi Camera Guide“ aus der Reihe „The MagPi“ kann für 10 Pfund als Printausgabe erworben werden. Alternativ bietet die Foundation dieses Magazin als PDF auch zum kostenfreien Download an.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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Über den Autor

 Margit Kuther

Margit Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.