Vom Forschungsprojekt zum Wirtschaftsfaktor Quantencomputing erreicht kommerziellen Wendepunkt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Einem Bericht von McKinsey & Company zufolge handelt es sich beim Quantencomputing nicht mehr nur um ein reines Forschungsprojekt. Die Technologie entwickelt sich stattdessen immer mehr zu einem handfesten Wirtschaftsfaktor.

Quantencomputing erreicht laut einem Bericht von McKinsey & Company nun einen kommerziellen Wendepunkt. (Bild: ©  Bartek Wróblewski - stock.adobe.com)
Quantencomputing erreicht laut einem Bericht von McKinsey & Company nun einen kommerziellen Wendepunkt.
(Bild: © Bartek Wróblewski - stock.adobe.com)

Das Quantencomputing verlässt das Stadium eines reinen Forschungsprojekts und etabliert sich zusehends als handfester Wirtschaftsfaktor. Einem neuen Bericht der Unternehmensberatung McKinsey & Company zufolge markiert das Jahr 2026 einen massiven Einschnitt in der Entwicklung der Technologie:

Die weltweiten Investitionen in Startups für Quantentechnologien haben sich demnach binnen Jahresfrist mehr als verzehnfacht und erreichten 2025 ein Rekordvolumen von 12,6 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig durchbrachen die globalen Umsätze von Quantencomputing-Unternehmen erstmals die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar.

Ein Quantencomputer ist eine neue Art von Computer, der auf ganz anderen Regeln basiert als unsere normalen Rechner. Statt mit Bits, die entweder 0 oder 1 sind, nutzt ein Quantencomputer sogenannte Qubits. Diese Qubits können aber nicht nur 0 oder 1 sein, sondern auch beides gleichzeitig – das nennt man Superposition.

Superrechner für Materialforschung und Kryptographie

Außerdem können Qubits miteinander verbunden sein, egal wie weit sie voneinander entfernt sind. Das nennt man Verschränkung. Diese besondere Verbindung macht Quantencomputer besonders schnell bei bestimmten Aufgaben, zum Beispiel bei der Suche nach Mustern oder bei der Simulation komplexer Systeme. Dadurch können Quantencomputer manche Probleme viel schneller lösen als herkömmliche Computer – vor allem in Bereichen wie Kryptographie, Materialforschung oder KI.

Der „Quantum Technology Monitor 2026“ zeigt auf, dass das Thema in den Vorstandsetagen der globalen Wirtschaft angekommen ist. „2026 ist das Jahr, in dem Quantencomputing vom Technologieversprechen zur strategischen Managementfrage wird“, sagte Henning Soller, Partner bei McKinsey. Es gehe nicht mehr vorrangig um die technische Machbarkeit, sondern darum, welche Unternehmen jetzt die Fähigkeiten und Partnerschaften aufbauen, um sich echte Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Kapitalmärkte übernehmen das Steuer

Die Forscher von McKinsey beobachten eine fundamentale Verschiebung bei der Herkunft der Finanzmittel. War der Sektor lange Zeit von staatlichen Fördermitteln abhängig, haben nun private Investoren und die Kapitalmärkte das Ruder übernommen. Während im Jahr 2024 noch rund ein Drittel der Investitionen aus öffentlichen Quellen stammte, schrumpfte dieser Anteil 2025 auf lediglich 3 Prozent. Fast die Hälfte der privaten Investitionen (44 Prozent) kam 2025 über Kapitalmärkte – etwa durch Börsengänge.

Geopolitisches Rennen: Europa wendet an, die USA finanzieren

Der Bericht verdeutlicht auch die geopolitische Dimension der Technologie. Während die USA bei der Startup-Finanzierung, großen Transaktionen und der Ansiedlung von Marktführern dominieren (64 Prozent der Investitionen fließen in US-Startups), liegt Europa bei der tatsächlichen Adoption der Technologie durch Unternehmen vorn. Asien, insbesondere China, holt derweil im Hintergrund massiv auf: China ist weltweit führend bei den Publikationen von Forschungseinrichtungen sowie bei den Patentanmeldungen im Bereich des Quantencomputings, was auf starke staatlich gelenkte Bemühungen um geistiges Eigentum hindeutet.

Für die europäische Wirtschaft lautet die Botschaft der Studie eindeutig: Das Zeitfenster, um sich in der Quantenökonomie eine führende Position zu erarbeiten, schließt sich. Wer die Technologie jetzt noch als ferne Zukunftsmusik abtut, riskiert, den Anschluss in der nächsten großen industriellen Revolution zu verpassen.

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