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Deutsche Telekom IoT Plattformökonomie für das Internet der Dinge

Autor: Dr. Stefan Riedl

Die Deutsche Telekom geht den IoT-Markt mit einem eigenen Tochterunternehmen an. Künftig werden im Unternehmen Deutsche Telekom IoT GmbH (kurz: DT IoT) alle Internet-of-Things-Aktivitäten gebündelt. Die Riege der IoT-Plattformökonomien wird immer größer.

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Beim Internet of Things wird auf Plattformökonomie gesetzt.
Beim Internet of Things wird auf Plattformökonomie gesetzt.
(Bild: © j-mel - stock.adobe.com)

Der „IoT-Hub“ aus dem Hause Deutsche ­Telekom wird künftig der konzerneigene zentrale Anlaufpunkt in Sachen Internet der Dinge sein. Hier sollen im Sinne einer Plattformökonomie Kunden, Entwickler, Betreiber, Partner oder Lieferanten aus dem IoT-Umfeld zusammenkommen. Das erklärte Ziel der eigens gegründeten Tochter ist es, „Zugang und Betrieb eines zunehmend heterogenen IoT-Ökosystems so ­einfach und beherrschbar wie möglich zu gestalten“. Standards und offene Schnittstellen sollen das ermöglichen.

Neben der Anbindung von Geräten soll der IoT-Hub Clouddienste und Lösungen für die Datenanalyse bereitstellen. Dabei setzt die Telekom neben eigenen IoT-Angeboten auf einen Marktplatz mit Partnerlösungen, also auf eine Plattformökonomie. Kunden, so der Plan, werden sich so ihre Wunsch­lösung individuell nach einem Baukastenprinzip zusammenstellen und dann über die Telekom-Plattform betreiben können, was die Entwicklungszeit bis zur Markt­reife beziehungsweise der Projektfertigstellung verkürzen soll. Der Start des Netzwerks wird für das zweite Halbjahr 2020 angepeilt.

IoT-Orchestrator

Der Konzern würde mit dieser Herangehensweise seine Rolle „vom IoT-Player zum IoT-Orchestrator“ erweitern, sagt Rami Avidan, der bei der Telekom für das IoT-Geschäft verantwortlich ist und die Geschäftsführung der Deutschen Telekom IoT GmbH übernimmt. „Als eigenständiges Unternehmen sind wir agiler und können den schnell wachsenden IoT-Markt besser bedienen“, so Avidan. Die neu gegründete DT IoT verantwortet das gesamte IoT-Geschäft vom technischen Vertrieb über das Lösungsdesign bis zur Produk­tion. „Mit der Zusammenführung aller IoT-Komponenten in einer Infrastruktur bieten wir ein einzigartiges betriebliches Umfeld. Damit etabliert die Telekom als erster ­Anbieter weltweit eine derartige Plattform“, so der Manager.

IoT und die Hyperscaler

Allerdings ist die Telekom mit ihrer neuen Tochter freilich nicht der einzige Akteur in Sachen IoT-Plattformökonomie. So bieten auch Hyperscaler wie Google Cloud, AWS und Microsoft Azure Plattformen für IoT-Dienste an. Zuletzt verkündete Microsoft vor ein paar Monaten, im Rahmen des 5G-Standards Edge Computing und IoT vorantreiben zu wollen. So wird „Azure Edge ­Zone“ als eigene Cloud-Plattform in diesem Umfeld gehandelt, und Microsoft präsentierte sich als Marktakteur, der auf seine Cloud-Infrastruktur aufbaut. Auch hier werden Service Provider und Entwickler angesprochen, die unter anderem IoT-basierte Anwendungen vermarkten.

Plattformökonomien für die IoT-Zukunft

IoT-Geräte werden ­immer leistungsfähiger, und Edge Computing wird die lokale Datenverarbeitung und die Nutzung von KI ­ohne Cloud-Backend ermöglichen. Während M2M-Kommunikation (Machine to Machine) als Vorgänger von IoT im letzten Jahrhundert dabei half, branchenspezifische Protokolle und Kommunikationsstandards zur Datenerfassung zu entwickeln, deckt IoT eine größere Bandbreite ab. Was IoT angeht, betonen Branchenkenner besonders die Möglichkeiten der Echtzeit-Analyse in diesem Umfeld. Es werden neue Entwicklungen in den Bereichen Infrastruktur, Technologie und Softwarearchitekturen absehbar, bei denen große Mengen von Zeitreihendaten verarbeitet, gespeichert und analysieren werden können. IoT-Plattformen der klassischen ­Hyperscaler sowie auch die der Telekom sind darauf ausgelegt, skalierbar zu sein und steigende Datenmengen in der Analyse automatisch bewältigen zu können. Vor diesem Hintergrund haben große Plattformen einen Startvorteil in der IoT-Zukunft gegenüber kleineren Playern.

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Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur