Partner stärken Placetel investiert in den Channel

Autor Ann-Marie Struck

Vom Kölner Startup zur Cisco-Tochter, der Weg von Placetel war lang. Das Geschäftsmodell ist an sich gleich geblieben. Mit dem Channel ist neben dem Online Direktvertrieb ein neuer Vertriebskanal hinzugekommen, auf dem jetzt der Fokus liegt.

Firmen zum Thema

Einen Blumenstrauß an Unterstützungsmaßnahmen bietet Placetel den Partnern.
Einen Blumenstrauß an Unterstützungsmaßnahmen bietet Placetel den Partnern.
(Bild: Svetlana Kolpakova - stock.adobe.com)

„50 Prozent unseres Gesamtumsatzes kommt über den Channel-Vertrieb“, sagt Helmut Freytag, der seit Juni als Head of Partner Sales das deutsche Channel-Geschäft bei Placetel verantwortet. Ein großer Erfolg für den Anbieter von Business-Kommunikationslösungen aus der Cloud, denn bis vor der Übernahme durch Cisco 2018 vermarktete das Unternehmen vorwiegend über das Internet. Jetzt liegt der Fokus klar auf den Channel.

„Unsere strategische Ausrichtung für die Zukunft ist der Partnervertrieb, um das Wachstum der letzten Jahre weiterzuführen“, erklärt Freytag und prognostiziert in den nächsten zwei bis drei Jahren eine signifikante Steigerung der Umsätze über Vertriebspartner zu generieren. Nachdem die Anforderungen und auch die Lösungen immer anspruchsvoller werden, die Placetel entwickelt, brauche man laut dem Manager draußen die Spezialisten, die auch das Fachwissen haben die Lösungen zusammen mit anderen Software-Systemen beim Endkunden zu verknüpfen.

Zusammenarbeit stärken

Um den Channel weiter auszubauen, hat Placetel neben der Position des Head of Partner Sales auch das Team verstärkt. Für 2022 sind weitere Stellen geplant. Außerdem werden die bisherigen vier Vertriebsregionen, „Süden“, „Südwest“, „West“ und „Nord“, um die Region „Ost“ ergänzt. Diese hat den Schwerpunkt in Berlin, Leipzig und Dresden. Bisher war Placetel hauptsächlich im deutschen Markt mit rund 30.000 Business-Kunden aktiv. Anfang 2021 startete die Cisco-Tochter die Expansion nach England und Frankreich.Placetel arbeitet mit Ingram Micro, Tadi Plus, Michael Telecom sowie Synaxon zusammen. Insbesondere die Systemhauskooperation sei ein Türöffner, um an Wachstumspartner heranzutreten.

Unternehmensgeschichte

Placetel: hinter dem Unternehmen steckte ursprünglich eine Marke. Denn das 2008 gegründete Startup Finocom vermarktete Telekommunikations-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen unter dem Namen „Placetel“. Herzstück war eine Online-Plattform über die Unternehmenskunden ihre Business-Kommunikation beziehen konnten. 2014 wurde der deutsche IP-Centrex-Anbieter von Broadsoft gekauft. Nur 3 Jahre später wurde der amerikanische Gesellschafter von Cisco akquiriert. So ist Placetel seit 2018 auch Tochter des Netzwerkausrüsters Cisco.

Geringe Einstiegshürden, viel Support

Beim Partnermodell wird der Zero-Touch-Ansatz wieder bemerkbar. „Wir haben ein zu 100 Prozent digitales Produkt und auch alle Prozesse dahinter sind digitalisiert“, postuliert Freytag. Vertriebspartner erhalten über ein Online-Portal alle Tools für ihr Tagesgeschäft. Damit möchte Placetel es Partnern so einfach wie möglich machen und Einstiegshürden vermindern.

Das Partnerprogramm von Placetel umfasst drei Stufen: Silber, Gold, Platin. Für die Teilnahme gibt es keine Voraussetzungen. Laut Freytag haben 90 Prozent der Partner einen Gold-Status. In der Platin-Kategorie befinden sich hauptsächlich Partner, die schon viele Jahre dabei sind und ihr Hauptgeschäft mit Placetel-Produkten machen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Stufen sind die Provisionen sowie entsprechende Marketinggelder.

Placetel bietet das im Cloud-Business übliche, eine Customer-Life-Time-Provision, an. Dabei ist der Partner „nur“ der Vermittler des Kunden an den Hersteller. Den Vertrag mit den Endkunden hält Placetel. Der Partner erhält hingegen eine Vermittlungsprovision solange der Kunde bei Placetel bleibt. Das finanzielle Risiko sei dadurch für die Partner geringer.

Cloud-Geschäft erweitern

Neben dem Partnergeschäft baut der Cloud-Telefonanlagen-Anbieter auch sein Portfolio weiter aus. Insbesondere hat sich die Haltung vieler Endkunden gegenüber der Cloud geändert, wie Freytag berichtet. Nun steht die Software-Integration in Drittsysteme bei dem Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Das Placetel-System soll sich über eine Schnittstelle so nahtlos wie nur möglich mit beispielsweise den CRM-Systemen der Kunden verknüpfen.

Darüber hinaus plant Placetel noch im Dezember diesen Jahres den Launch eines Hardware-as-a-Service-Modells. Partner sowie Endkunden können zu ihrer der TK-Anlage Kommunikations-Hardware für einen monatlichen Abo-Preis hinzu buchen. Das Angebot umfasst das komplette Portfolio vom Headset über Video-Endprodukte bis hin zur IP-Telefonie und kann flexibel nach den Kundenbedürfnissen zusammengestellt werden. Partner erhalten dabei den üblichen Provisionssatz.

(ID:47750785)