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Computex-Nachlese

Notebook-Trends auf der Taiwan-Messe

| Autor: Klaus Länger

Während das HP-2-in-1-Tablet mit Leder-Hülle und das Asus-Notebook mit Zusatzdisplay über dem Keyboard in dieser Form auf den Markt kommen, ist das Dual-Display-Notebook von Intel eine reine Machbarkeitsstudie.
Während das HP-2-in-1-Tablet mit Leder-Hülle und das Asus-Notebook mit Zusatzdisplay über dem Keyboard in dieser Form auf den Markt kommen, ist das Dual-Display-Notebook von Intel eine reine Machbarkeitsstudie. (Bild: Asus, HP, Intel)

Notebooks mit Intels Ice-Lake-CPU oder Qualcomm-SoC und 5G, mit zwei Displays oder mit Holz und Leder als Gehäusematerial: Auf der Computex zeigen die Notebookhersteller, welche Trends bei Mobilrechnern en vogue sind.

Angefangen hat die Computex einst als Messe für die taiwanischen Hersteller von Mainboards, Erweiterungskarten und anderen PC-Komponenten. Inzwischen ist sie zu einer der wichtigsten IT-Messen geworden und wird von internationalen Herstellern genutzt, um neue Produkte und Technologien zu präsentieren. Zu den wichtigsten Produktsegmenten gehören dabei Notebooks und 2-in-1-Geräte wie Convertibles und Detachables.

Ein Display ist nicht genug

Zu einem Trend werden Notebooks mit mehr als einem Display. Derartige Geräte gibt es zwar schon auf dem Markt, aber ihre Zahl wird sicher zunehmen. Intel zeigte in Taipeh mit „Twin River“ und „Honeycomb Glacier“ gleich zwei verschiedene Technologiestudien, die als Anregung für die Hersteller dienen können. Twin River besteht aus zwei 12-Zoll-Touchscreens, die in eine mit Textil überzogene Hülle eingelassen sind, die mit einem 360-Grad-Scharnier ähnlich einem Convertible-Notebook verbunden sind. Laut dem IT-Portal „The Verge” nutzt das Gerät einen passiv gekühlten Quadcore-Whiskey-Lake-U-Prozessor. Zwei Akkus sind auf beide Seiten des Dual-Screen-Convertibles verteilt. Für das Tippen längerer Texte kann ein sehr flaches Bluetooth Keyboard genutzt werden, das beim Transport zwischen den beiden Displays oder im Notebook-Modus auf dem unteren Screen Platz findet. Bei dem Gaming-Notebook-Prototyp Honeycomb Glacier ist als zweites Display ein 12,3-Zoll-Ultrawide-Panel zwischen dem Keyboard und dem primären 15,6-Zoll-Display angeordnet. Die Besonderheit bei dem Intel-Gerät ist, dass das Zweitdisplay mit einem Scharnier oberhalb der Tastatur hochgeklappt werden kann und dabei auch das 15,6-Zoll-Panel nach oben stellt, da beide Displays durch ein Scharnier verbunden sind. Das untere Display ist dabei primär für zusätzliche Informationen bestimmt. In das Scharnier ist zudem noch eine Eyetracking-Kamera von Tobii untergebracht.

Ein sehr ähnliches Konzept , allerdings ohne das die Möglichkeit, das Zweitdisplay hochzustellen, nutzt Asus beim Zenbook Pro Duo und Zenbook Duo. Die Notebooks wurden in Kooperation mit Intel entwickelt und waren der Höhepunkt der Asus-Keynote auf der Computex. Das Zenbook Pro Duo kombiniert ein 15,6-Zoll-4K-Display mit einem 14-Zoll-Zweitdisplay, Asus nennt es Screenpad Plus, das eine Auflösung von 3.840 x 1.100 Pixel liefert. Als CPU wird ein Intel Core i9 der neunten Generation genutzt, als GPU eine Nvidia Geforce RTX 2060. Beim kleineren Zenbook Duo ist das Hauptdisplay ein 14-Zoll-Full-HD-Panel und das Screenpad Plus hat eine Dagonale von 12,3 Zoll. Als CPU dient ein Core i7, als GPU eine Geforce MX250. Mit einem Minidisplay über dem Keyboard wartet ebenfalls das 15,6-Zoll-Gaming-Notebook Omen X 2S von HP auf. Allerdings ist der Touchscreen mit sechs Zoll deutlich kleiner. Bereits im vergangenen Jahr führte Asus bei einigen Zenbooks das Screenpad ein: Ein Mini-Touchscreen, der gleichzeitig als Touchpad dient. Es ist allerdings eher für spezielle Apps oder Zusatzfunktionen von Desktop-Programmen bestimmt. Asus führt das Screenpad nun auch bei den günstigeren Vivobooks ein. Seinen 30. Geburtstag feiert der Hersteller mit einem sehr speziellen Zenbook, das ebenfalls über ein Screenpad verfügt: Der 13,3-Zöller Zenbook Edition 30 verfügt über eine Displayabdeckung aus Leder, in die ein vergoldetes Logo eingelassen ist.

Leder und Holz

Beim Einsatz von Naturmaterialien ist derzeit allerdings HP führend. Nach dem fast komplett in Leder gepackten Convertible Spectre Folio folgen als Computex-Neuheiten das 2-in-1-Tablet Elite x2 G4 mit einer Keyboard-Hülle aus Leder sowie die Envy -Wood-Serie. Das Elite x2 G4 ist ein 13-Zoll-Business-Detachable mit einem Intel-Core-Prozessor der achten Generation, Thunderbolt 3, LTE und einem Gewicht von 1,2 kg einschließlich der Keyboard-Hülle mit Lederoberfläche. Das Touchdisplay ist mit einer Auflösung von 3.000 x 2.000 Pixel oder mit Full-HD-Auflösung und der Blickschutztechnologie Sure View Gen3 erhältlich. Der aktive Stift ist allerdings Sonderzubehör. Die 2019er-Versionen der Envy-Geräte 13, x360 13, x360 15 sowie 17 bringt der Hersteller als Wood-Modelle auf den Markt. Die Handballenablage besteht hier bei den ansonsten schwarzen 13,3-Zöllern aus Walnussholz und beim silberfarbenen Envy 17 aus Birke. Das Envy 15 x360 wird es in beiden Gehäusevarianten geben. Die Geräte sollen im Oktober auf den Markt kommen. Dabei setzt der Hersteller bei einigen Geräten Intel-Prozessoren der 10. Generation ein, bei anderen AMD-Ryzen-APUs der zweiten Generation mit integrierter Radeon-Vega-GPU. Optional wird es auch hier Blickschutz-Displays geben.

Prozessoren für längere Akkulaufzeiten

Intel hat auf der Computex mit der zehnten Core-Generation endlich Mobilprozessoren vorgestellt, die in einer 10-Nanometer-Technologie hergestellt werden. Die zur Ice-Lake-Familie gehörenden Core-Prozessoren kommen nicht nur in den HP-Envy-Geräten, sondern ebenfalls in der Computex-Neuvorstellung Dell XPS 13 2-in-1. Dell verwendet im 2019er-Modell des Convertibles ein 16:10-Display mit 13,4-Zoll-Diagonale. Zur Wahl stehen dabei ein Display mit einer Auflösung von 3.840 x 2.000 mit HDR400 oder ein Full-HD-Panel mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten. Ein aktiver Stift wird unterstützt, gehört aber nicht zur Basisausstattung. Beim Prozessor reicht die Auswahl vom Core i3-1005 bis hin zum Core i7-1065 mit Iris-Plus-Grafik und 32GB LPDDR4x mit 3733MHz als Arbeitsspeicher. Damit soll das neue Modell die bis zu 2,5-fache Performance im Vergleich zur 2017er-Generation und trotzdem noch 16 Stunden Akkulaufzeit liefern. Die beim Vorgänger eingesetzten Core-Y-CPUs der Amber-Lake-Familie verfügen nur über zwei Cores. Trotz sehr schmaler Displayrahmen sitzt die Webcam nun wieder über dem Panel, da Dell eine extrem kleine Kamera mit nur 2,25 mm Durchmesser einsetzt. Ergänzt wird die Ausstattung des in ein Gehäuse aus Aluminium und Carbon- oder Glasfiber gepackten XPS 13 2-in-1 durch eine bis zu einem TB große PCIe-SSD, zwei Thunderbolt-3-Ports und einen Killer-WLAN-Controller mit WiFi-6-Unterstützung. Als Erscheinungsdatum wird „im Laufe des Sommers“ angegeben. Noch im Juni soll die Neuauflage des Dell XPS 15 auf den Markt kommen. Das kompakte 15,6-Zoll-Notebook ist maximal mit einem Core i9 der neunten Generation sowie einer Nvidia Geforce GTX 1650 bestückt. Dazu kommen bis zu 64 GB DDR4-SDRAM und eine bis zu zwei TB große PCIe-SSD. Beim Display wird es neben den bisherigen IPS-Panels mit Full-HD- oder 4K-Auflösung ein 4K-OLED-Panel als weitere Option geben.

Projekt Limitless: ARM-Notebook mit 5G

Noch bis zum kommenden Jahr muss man auf die ultraportablen Notebooks mit Snapdragon-Prozessor und 5G warten, die Lenovo und Qualcomm gemeinsam als „Projekt Limitless“ entwickeln. Als Prozessor kommt ein Snapdragon 8cx zum Einsatz, der in der Leistung auf dem Niveau eines Intel Core i5 liegen soll, aber weniger Energie benötigt. Auch die x86-Emulation soll so besser funktionieren, als bei den ersten Windows-on-ARM-Notebooks mit Snapdragon 835 oder 850. Auf dem SoC sitzt eine Kryo-495-CPU mit acht 64-Bit-Cores und big.LITTLE-Aufbau. Die Adreno-680-GPU soll im Vergleich zu der im derzeit aktuellen Snapdragon 850 die doppelte 3D-Leistung liefern. Zusätzlich soll das 5G-Modem Snapdragon X55 für ein sehr schnelles mobiles Internet sorgen. Während Notebooks oder Convertibles mit Snapdragon 8cx und 5G wohl eher oberhalb der 1.000-Euro-Grenze angesiedelt sein werden, entwickelt Qualcomm laut dem Vice President Don McGuire mit dem Snapdragon 7cx eine Plattform für günstigere Geräte im unteren und mittleren Preissegment.

Gaming-Notebooks und mobile Workstations

Mit dem GT76 Titan hat wohl MSI das schnellste Gaming-Notebook auf der Computex präsentiert. Der 17,3-Zoll-Bolide mit 144-Hz-Full-HD oder mit 60-Hz-4K-Display wird von dem Desktop-Prozessor Intel Core i9-9900K angetrieben. Ein spezieller Turbo-Modus soll fünf GHz auf allen acht Kernen ermöglichen. Für die Kühlung sind elf Heatpipes und vier Lüfter im Einsatz. Für die Grafik sorgt eine Nvidia-Geforce-RTX-2070- oder 2080-GPU mit voller Taktfrequenz. Das Mainboard mit Intel-Z390-Chipsatz bietet Platz für bis zu 128 GB RAM und maximal drei M.2-SSDs sowie RAID-0-Unterstützung. Für eine schnelle Netzwerkanbindung sollen ein 2,5-GbE-Anschluss sowie WiFi 6 sorgen. Thunderbolt 3 ist ebenso an Bord. Das Gewicht des mit einem 90-Wh-Akku ausgestatteten Titan gibt MSI mit 4,5 kg an. Für die Energieversorgung sind zwei 230-Watt-Netzteile nötig.

Alienware hat die auf der Computex vorgestellten Gaming-Notebooks m17 und m15 schlanker und leichter gemacht. Das 17,3-Zoll-Modell m17 bringt nun ab 2,63 kg auf die Waage, der 15,6-Zöller m15 ein halbes Kilogramm weniger. Das Gehäuse besteht komplett aus leichtem Magnesium. Laut Dell sind die beiden Geräte die bis dato dünnsten Gaming-Notebooks von Alienware mit diesem Formfaktor. Als CPU werden mobile Core-Prozessoren der neunten Generation bis hin zum i9-9980HK mit acht Cores eingesetzt, bei der GPU stehen Nvidia Geforce GTX 1660TI sowie RTX 2060, 2070 Max-Q oder 2080 Max-Q zur Wahl. Beim Arbeitsspeicher sind 16 GB DDR4 das Maximum, als Massenspeicher finden zwei M.2-PCIe-SSDs Platz, die auch als Stripe-Set laufen können. Zudem sollen die Spannungsversorgung auf dem Mainboard und die Kühlung gegenüber den Vorgängern verbessert sein. Beim Display bietet das m15 die Wahl zwischen Full-HD-IPS-Displays mit bis zu 240 Hz oder einem 4K-OLED-Panel. Beim m17 ist ein 144-Hz-Full-HD-Panel die Maximalausstattung. Beide Modelle sind optinal mit Tobii-Eye-Tracking sowie mit 2,5-GbE-Adapter erhältlich. Mehr Leistung mit Core-H-Prozessor und GTX-16-GPU sowie ein optionales 144-Hz-Full-HD-Panel bekommt das günstige 15,6-Zoll-Gaming-Notebook G3 15 von Dell.

Mit den Quadro-GPUs auf Turing-Basis hat Nvidia in Taipeh eine komplette Linie mobiler Grafikchips vorgestellt. Sie umfasst die Modelle Quadro RTX 5000, 4000 und 3000 mit voller Raytracing- und AI-Unterstützung sowie die Modelle Quadro T2000, T1000, P620 and P520 ohne zusätzliche RT- und Tensor-Cores. Neue mobile Workstations mit den Nvidia-GPUs sind die HP Zbook 15 G6 und Zbook 17 G6 mit Core- oder Xeon-Prozessoren der neunten Generation sowie die ähnlich ausgestatteten Dell-Modelle Precision 7540 and 7740. Das jüngst vorgestellte Acer ConceptD 7 wird ebenfalls mit eine Quadro RTX 5000 erhältlich sein.

Eine mobile Workstation besonderer Art ist das HP VR Backpack mit Core i7 der achten Generation sowie Geforce RTX 2080. Der Rucksack-Rechner ist speziell für VR- oder MR-Brillen gedacht.

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