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Neue Partnerstrategie

Noris Network geht auf Systemhäuser zu

| Autor: Michael Hase

Die Eröffnung des Münchner Rechenzentrums feierte Noris Network mit einer 50er-Jahre-Party.
Die Eröffnung des Münchner Rechenzentrums feierte Noris Network mit einer 50er-Jahre-Party. (Bild: Noris Network)

Der Service Provider Noris Network baut die Zusammenarbeit mit dem Channel aus. Systemhäuser wandeln sich aus Sicht des Nürnberger Unternehmens von Kunden zu strategischen Partnern im Managed-Services-Geschäft.

Die Zeit der Einzelkämpfer ist mit der Digitalisierung vorbei. Geht es um komplexe Angebote wie Managed Services, können die wenigsten Systemhäuser alle Leistungen entlang der Wertschöpfungskette selbst erbringen. So kooperiert das Nürnberger Unternehmen Proact, das seit 2012 unter dem Label „FlexVault“ einen Backup- und Disaster-Recovery-Dienst anbietet, bei dessen Bereitstellung mit dem ebenfalls in Nürnberg ansässigen Provider Noris Network. Dabei nutzt das Systemhaus, das 2017 von der schwedischen Proact-Gruppe übernommen wurde und ehemals als Teamix firmierte, die Rechenzentrumsinfrastruktur des Partners.

Ähnlich wie mit Proact arbeitet Noris Network auch mit anderen Vertretern des klassischen IT-Channels zusammen – zum Beispiel mit der Profi AG aus Darmstadt oder mit Vent IT-Solutions aus Köln. Solche Kooperationen haben sich bislang ergeben, ohne dass die Nürnberger aktiv darauf hingewirkt hätten. Das ändert sich gerade. „Bisher kamen Systemhäuser als Kunden zu uns, weil sie unsere Leistungen für sich und ihr Geschäft nutzen wollten“, berichtet Michael Stapfer, Key Account Manager bei Noris Network. „Mittlerweile gehen wir das Thema Partnerschaften strategisch an und adressieren gezielt Unternehmen, um sie für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.“

Bei der Partnerakquise hilft der Distributor Tech Data dem fränkischen Provider, geeignete Kandidaten zu identifizieren. In seinem MSP Ecosystem fördert der Münchner IT-Großhändler seit zweieinhalb Jahren den Austausch und die Kooperation zwischen Systemhäusern und Service Providern. Dahinter steht die Überzeugung, dass es den meisten Fachhändlern nur in solchen Allianzen gelingen wird, ihr Leistungsportfolio sinnvoll weiterzuentwickeln.

Wachstumsmarkt Managed Services

Managed Services sind ein Zukunftsmarkt für Systemhäuser. Mittlerweile gehen nicht nur große Unternehmen, sondern immer häufiger auch Mittelständler dazu über, die Betriebsverantwortung für Teile ihrer IT an Dienstleister abzugeben – sei es, weil ihnen dafür eigenes Personal fehlt, sei es, weil die Komplexität zu groß wird. Dabei handelt es sich um ein weltweites Phänomen. Nach Prognose des Forschungsunternehmens Markets and Markets werden sich die Erlöse mit Managed Services von 152 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr bis 2022 auf 258 Milliarden Dollar erhöhen – eine jährliche Zunahme um elf Prozent. Der IT-Services-Markt insgesamt wächst derzeit nicht einmal halb so stark.

Wollen Unternehmen nicht nur Betriebsverantwortung abgeben, sondern auch Systeme physisch auslagern, kommt ein Dienstleister wie Noris Network ins Spiel. In seinen hoch-zertifizierten Rechenzentren stellt der Provider dafür eine sichere Umgebung bereit, die über mehrere Carrier mit ausreichend Bandbreite ans Netz angebunden ist. Beispielsweise betreibt Proact dort die IT-Infrastruktur von Kunden wie etwa die der Bamberger Joseph-Stiftung, einer kirchlichen Wohnungsbaugesellschaft.

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Dass die selektive Auslagerung von IT-Aufgaben ein Trend ist, der sich weiter verstärken wird, steht für die Franken außer Frage. „Unternehmen fällt es zunehmend schwerer, ihre Legacy IT effizient und vor allem rechtskonform zu betreiben“, nennt Jürgen Städing, seit Dezember 2017 COO bei Noris Network (siehe „Ergänzendes zum Thema“), als Grund dafür. Der Manager weist auf die Datenschutzgrundverordnung hin, durch die sich von Mai an die rechtlichen Anforderungen an den IT-Betrieb weiter erhöhen.

Jürgen Städing zeichnet als COO bei Noris Network für das Tagesgeschäft und die Strategie verantwortlich.
Jürgen Städing zeichnet als COO bei Noris Network für das Tagesgeschäft und die Strategie verantwortlich. (Bild: Noris Network)

Cloud verändert alles

Das Cloud-Modell verändert Städing zufolge die IT-Landschaften von Grund auf. Demnach werden Unternehmen einen Teil ihrer Workloads in die Public Cloud migrieren. Ein anderer Teil, bei dem diese Option – aus technischen, rechtlichen oder anderen Gründen – nicht möglich oder nicht gewollt ist, wird zu Dienstleistern ausgelagert, die Systeme und Anwendungen in einer Private Cloud oder einer Virtual Private Cloud betreiben.

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06.11.17 - Die Grundsteinlegung des jüngsten Rechenzentrums von noris network war am 24.11.2015, in Aschheim bei München, also nicht in Nürnberg, wo schon Datacenter des Betreibers stehen. Doch wie dort gehören die „Kyoto“-Räder, die zum Kühlen benötigt werden zum Profil, und sind nicht nur außen sichtbar. Ansonsten hat das Unternehmen an feinster Technik verbaut, was der Markt derzeit so hergibt. Ein Besuch lohnt sich also. lesen

Partner des Providers können als reine Wiederverkäufer auftreten, die standardisierte Angebote aus dessen Portfolio wie Rechenzentrumsfläche oder sichere Internetzugänge vermarkten. Noris Network ist aber auch an der strategischen Kooperation mit Unternehmen gelegen, die „mit ihrer spezifischen Kompetenz unser Leistungsspektrum erweitern“, wie es Städing formuliert. Dabei kann es sich um klassische Systemhäuser handeln, die wie Proact tiefes Knowhow bei Storage- und Netzwerktechnologien besitzen, aber auch um Beratungshäuser, die sich auf Anwendungsfelder wie CRM, ERP oder UCC fokussieren. So arbeiten die Nürnberger mit den SAP-Partnern Cellent und ISO Professional Services sowie mit den Microsoft-Dynamics-Spezialisten Cosmo Consult, Implexis und Sycor beim Outsourcing von Applikationen zusammen.

Im Tagesgeschäft sind die Aufgaben klar aufgeteilt. „Noris Network und uns verbindet eine starke Partnerschaft, in der sich beide Unternehmen mit ihren jeweiligen Kompetenzen sinnvoll ergänzen“, bestätigt Oliver Kügow, Geschäftsführer bei Proact Deutschland. Auch wenn es punktuell Überschneidungen geben mag, entstehe doch von keiner Seite eine Wettbewerbssituation. Proact agiere primär an der Schnittstelle zwischen Infrastruktur und Anwendungen, und dort mache Noris Network dem Partner keine Konkurrenz, so Kügow weiter. „Umgekehrt würden wir niemals ein eigenes Rechenzentrumsgebäude betreiben.“

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