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Geschäftsausbau Nokias Weg aus der Markennostalgie

Autor: Ann-Marie Struck

Für viele war ein Nokia-Handy das erste Mobiltelefon. An diese Erfolgsgeschichte knüpft die finnische Traditionsmarke jetzt wieder an, indem HMD Global mit Services und einer Update-Politik allmählich auch das B2B-Segment erobert.

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HMD Global, Home of Nokia Phones, verzeichnet auch im Enterprise-Bereich ein Wachstum.
HMD Global, Home of Nokia Phones, verzeichnet auch im Enterprise-Bereich ein Wachstum.
(Bild: metamorworks - stock.adobe.com)

Der Akku hielt ewig, der Klingelton war schrill und das einzige Game „Snake“ machte süchtig – Handys von Nokia sind Kult. An den alten Erfolg möchte HMD Global seit 2016 anknüpfen. Diesem Ziel scheint das Unternehmen nun immer näher zu kommen, denn neben Privatkunden baut es seit letztem Jahr verstärkt auch das Business-Segment aus. Mit Erfolg, wie es scheint.

„Allein im vergangenen Jahr haben wir zwei neue Enterprise-Kunden pro Woche gewonnen, die sich für Nokia-Smartphones als bevorzugtes Mitarbeiter-Smartphone entschieden haben“, erzählt Florian Seiche, CEO HMD Global. Essenziell für den Ausbau seien die Partnerschaften mit Google (Betriebssystem), Qualcomm (Prozessoren) und Zeiss (Kamera). Gleiches gelte für die Möglichkeit, die Marke Nokia nutzen zu dürfen. „Viele Menschen sind mit Nokia-Handys groß geworden und vertrauen der Marke noch immer“, sagt Eric Matthes, General Manager DACH bei HMD Global. Dabei setzt HMD, die für die Entwicklung und Vermarktung der Smartphones verantwortlich zeichnen, nicht nur auf den Vertrauensvorschuss, sondern auch auf den Vertrieb über den Channel. In der DACH-Region arbeitet das Unternehmen unter anderem mit TechData, Autronic und TFK Austria zusammen.

Strategie und Partnerschaft

HDM Global konzentriert sich auf eine schnelle Update- und Sicherheitspolitik sowie weitere Serviceleistungen für Geschäftskunden. Dazu zählen Reparaturen, Versicherungen und Global Data Roaming Services für alle Mitarbeiter, die weltweit unterwegs sind.

Ein Garant für den Erfolg ist die konsequente Fokussierung auf Android One. Der technische Standard für Hardware und Software von Mobiltelefonen bietet zwei Jahre lang einen Zugriff auf Updates des Android-Betriebssystems (Upgrades). Smartphones mit Android One erscheinen mit einem bestimmten Android-Launcher und haben nur wenige Apps des Hardwareherstellers vorinstalliert. Die Zertifizierung bezieht sich jedoch ausschließlich auf die graphische Oberfläche des Betriebssystems, die Software kann weiterhin vom jeweiligen Hersteller angepasst werden.

„Nachdem wir das Patch von Google erhalten haben, werden Implementierungen durchgeführt und im Schnitt erhalten unsere Kunden nach 17 Tagen das Upgrade,“ erklärt Sebastian Ulrich, General Manager, Enterprise Business bei HMD Global. „Außerdem führen wir drei Jahre lang monatliche Sicherheitsupdates an all unseren Geräten durch.“ Darüber hinaus ist HMD Global, wie beispielsweise auch LG oder Motorola, Teil des von Google verifizierten Android Enterprise Recommended (AER)-Programms. AER ist eine Art Empfehlung für Smartphones speziell für Unternehmen. Die Verifizierung stellt sicher, dass AER-Smartphones bestimmte Benchmarks und Tests von Google erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Zero-Touch-Registrierung und die Verfügbarkeit von Sicherheitsupdates innerhalb von 90 Tagen nach dem offiziellen Release. Die Zero-Touch-Registrierung ermöglicht die Einrichtung und Bereitstellung von unternehmenseigenen Geräten für Mitarbeiter. HMD Global hat eigenen Angaben zufolge insgesamt 17 Geräte mit AER-Verifizierung im Portfolio.

Sicherheit steht an oberster Stelle

In puncto Security legt HMD bei der Datensicherheit noch einmal nach. Laut dem Hersteller werden grundsätzlich alle Daten von Privat- und Unternehmenskunden auf europäischen Servern gespeichert. Dadurch werden europäische Sicherheitsrichtlinien einschließlich der EU-Datenschutzvorschriften wie der General Data Protection Regulation (GDPR) eingehalten.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

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Redakteurin