Der Bedarf an Managed Services wächst mit der voranschreitenden Digitalisierung. Wie auf dem Service Provider Summit 2022 deutlich wurde, birgt der Markt für die Dienstleister immenses Potenzial – ob in Abgrenzung zu den Hyperscalern oder in Kooperation mit ihnen.
So sehen Gewinner aus! Die stolzen Preisträger der Service Provider Awards 2022 posierten gemeinsam für ein Gruppenfoto.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Für Service Provider sind goldene Zeiten angebrochen. Ihr Geschäft boomt, und das vor allem im Mittelstand. So wachsen die Ausgaben von kleinen und mittelgroßen Unternehmen für Managed Services vier mal so schnell wie die gesamten IT-Ausgaben in diesem Segment. Auf diese Zahl wies Patrick Pulvermüller, CEO bei Acronis, in der Eröffnungs-Keynote des Service Provider Summit 2022 hin. Der langjährige Hosting-Manager zeigte in seinem Vortrag an Beispielen aus den Anwendungsfeldern New Work und Cybersecurity auf, wie Service Provider eine essenzielle Rolle als Digitalisierungspartner des Mittelstands spielen können.
Zum elften Mal trafen sich am 2. und 3. Juni die Business-Entscheider von Hosting Providern, MSPs, Cloud-Dienstleistern und Systemhäusern zum Service Provider Summit (SPS), um sich über Markttrends, Geschäftsmodelle und Dienstleistungskonzepte auszutauschen. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Service Providing Beyond Hyperscale: Von XaaS zur Customer Obsession“. Erstmals seit 2012 fand das Schlüssel-Event, zu dem 140 Führungskräfte aus der Zielgruppe kamen, nicht in der Frankfurter Villa Kennedy statt, sondern im Hotel Kempinski Gravenbruch in Neu Isenburg. Neben Keynotes standen Podiumsdiskussionen, Vorträge und Thinktanks auf dem Programm.
Spannende Keynotes
Weitere Keynotes hielten Gunnar Clausen, Managing Partner bei der Bonner Strategieberatung Simon-Kucher & Partners, Japhet Wünsch, Head of European Technology & Services bei der Investmentbank Raymond James, Yves Sandfort, Geschäftsführer beim Münsteraner IT-Beratungshaus Comdivision, Robert Krimmer, Professor für E-Governance an der Universität Tartu (Estland), und Umberto Annino, Principal Cyber Security Consultant beim IT-Sicherheitsspezialisten InfoGuard aus Baar (Schweiz). Sie sprachen zu den Themen: Packaging und Pricing bei IT-Dienstleistungen, M&A-Strategien im IT-Services-Markt, Schlüsselfertige Cloud-Plattformen, digitale Echtzeitwirtschaft und der Schutz vor Supply-Chain-Angriffen.
Zu den Höhepunkten des SPS zählten auch die Impulsstatements von Alexander Wallner, CEO bei Plusserver, Edith Wittmann, Senior Director Global Partner Solutions bei Microsoft, Oliver Mauss, CEO der Netgo Group, und Martin Endress, Chief Customer Officer (CCO) bei Ionos. Die vier erfahrenen Manager stellten ihre Sicht auf die Zukunft des Service Providing dar und erläuterten ihre Thesen in der anschließenden Podiumsdiskussion.
Einig waren sich die vier Experten darin, dass Service Provider mehr sein müssen als Dienstleister, die primär technische Leistungen erbringen. Neben ihrer Expertise als IT-Spezialisten zeichnen sie sich idealerweise durch Beratungskompetenz aus, befassen sich mit den Geschäftsmodellen ihrer Kunden und sind mit branchenspezifischen Prozessen und Regularien vertraut.
Verschiebung in Richtung Cloud
Deutlich wurde in vielen Sessions, dass die Hyperscaler inzwischen in dem Marktsegment, das Service Provider adressieren, den Takt vorgeben. Bei der Bereitstellung von Infrastrukturservices können regionale Player nicht mit AWS, Microsoft und Google konkurrieren. Trotz ihrer Dominanz bleibt aber ein großer Bedarf an den Leistungen von Providern jeglicher Größe und Ausrichtung. Letztlich stellen die Hyperscaler eine Vielzahl standardisierter Cloud-Dienste bereit. Sie agieren aber nicht als Full Service Provider, sodass sie in ihrem Go-to-Market-Modell auf Partner angewiesen sind.
Dabei zeichnet sich bei Service Providern ein Trend zu einem sogenannten Asset-light-Ansatz ab. So wie Endkunden vermehrt in die Cloud gehen, stellen auch MSPs ihre Angebote zunehmend auf den Plattformen von Hyperscalern bereit. Nichtsdestotrotz betreiben viele Provider nach wie vor eigene Infrastrukturen, teils sogar in eigenen Rechenzentren, und dieser Ansatz wird auf absehbare Zeit weiterhin Bestand haben. Aber auch im Service Providing findet offenbar eine allmähliche Verschiebung in Richtung Cloud statt.
Größere europäische Provider wie Ionos, Plusserver oder OVHcloud sehen derweil ihre Nische in der Bereitstellung datensouveräner Clouds auf Basis von Open-Source-Technologien. Damit adressieren sie Kunden aus der Öffentlichen Verwaltung und aus regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen oder dem Finanzsektor, die besonders hohe Anforderungen an Datenschutz stellen. Für diese Organisationen ist die Speicherung kritischer Daten bei nordamerikanischen Hyperscalern oft keine Option, weil die Haltung von US-Behörden zu Datensouveränität nicht in jeder Hinsicht europäischen Standards entspricht.
Stand: 08.12.2025
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Ein Treiber der Nachfrage nach Managed Services ist die sich verschärfende Bedrohungslage und zunehmende Zahl an Cyberangriffen. Dieser Trend spiegelte sich beim SPS darin wieder, dass diesmal mit Acronis, Kaspersky, Sophos, Trend Micro und Watchguard gleich fünf Security-Anbieter, so viele wie nie, zu den Premium-Sponsoren der Veranstaltung zählten. Mit Eset war ein weiterer Sicherheitsspezialist als Basic-Partner dabei. Das Event wurde außerdem durch Citrix (mit ADN), CloudBlue, Cloudian, Fujitsu, HPE, ScienceLogic, Tech Data (mit VMware) und Veeam (Premium) sowie durch Dell, Ionos und Megaport (Basic) unterstützt.
Der Summit stieß bei den Teilnehmern durchweg auf positive Resonanz. „Die Keynotes, Vorträge, Workshops und Thinktanks waren wie immer bestens besetzt, abwechslungsreich und für jeden Teilnehmer ein Mehrwert“, betont Béla Waldhauser, CEO beim Frankfurter Colocation-Anbieter Telehouse Deutschland. Der Manager nahm bislang fast jedes Jahr an dem Event teil. Als dominierende Themen identifizierte er diesmal unter anderem Cybersecurity und Nachhaltigkeit. „Neben vielen bekannten Gesichtern habe ich mich dieses Jahr über viele neue Namen gefreut. Denn auch das Netzwerken ist ein wichtiger Bestandteil des SPS“, so Waldhauser weiter. „Der Summit ist jedes Jahr ein absoluter Pflichttermin für mich.“ Er freue sich daher schon jetzt auf die Veranstaltung im kommenden Jahr.
„Ausgezeichnet“, lautet das Urteil von Jens Stief, CEO der Dienstleistungsgruppe Connexta, der zum ersten Mal beim SPS dabei war. „Referenten und Teilnehmer haben plastisch die relevanten Veränderungen für das Geschäftsfeld des Service Providing, insbesondere durch die Hyperscaler, herausgearbeitet und wertstiftende Lösungsansätze für IT Service Provider skizziert. Konsens bestand darüber, dass eine hohe fachliche Expertise in den Prozessen der Kunden, Services in Hybrid-Cloud-Umgebungen sowie Cybersecurity-Leistungen die künftige Wettbewerbsfähigkeit von IT-Service Providern bestimmen werden."
Die Service Provider Awards 2022
Wie in den Jahren zuvor wurden auf dem SPS erneut die Service Provider Awards vergeben, und zwar in 13 Kategorien. Die Gewinner, die per Leservotum ermittelt wurden, sind:
Cloud Hosting Platin: Strato Gold: Ionos Silber: Host Europe
Application Hosting Platin: Qualityhosting Gold: Domainfactory Silber: Mittwald CM Service
Cloud Server Platin: Hetzner Online Gold: Netcup Silber: InternetX