Partner Summit 2026 Nicht nur der Abschluss zählt: Cisco ändert Partneranreize

Von Alexander Siegert 5 min Lesedauer

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Cisco stellt auf dem Partner Summit im kanadischen Vancouver neue Anreize für das Cisco 360-Partnerprogramm vor und macht Cisco IQ für Partner allgemein verfügbar. Ziel ist höhere Rentabilität und Wachstum im KI-Zeitalter.

Die dreißigste Ausgabe des Cisco Partner Summits findet dieses Jahr im kanadischen Vancouver statt.(Bild:  Cisco)
Die dreißigste Ausgabe des Cisco Partner Summits findet dieses Jahr im kanadischen Vancouver statt.
(Bild: Cisco)

Auf dem Partner Summit in Vancouver hat der Netzwerkhersteller Cisco neue Vergütungsmodelle, zusätzliche Vertriebswerkzeuge und einen erweiterten Zugang zu Cisco IQ angekündigt. Laut Tim Coogan, dem globalen Cisco Channel-Chef wünschen sich Partner vor allem zwei Dinge: mehr Umsatz und mehr Zeit für das Kerngeschäft. Die Botschaft des Summits: Cisco will nicht nur den Partner belohnen, der einen Auftrag abschließt, sondern das gesamte Geschäft entlang des Kundenlebenszyklus.

„Unsere Partner bilden die Schnittstelle zwischen Cisco und unseren Kunden, wobei das KI-Zeitalter höhere Anforderungen an uns alle stellt“, sagt Detlev Kühne, Managing Director für die Partnerorganisation bei Cisco Deutschland.

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Detlev Kühne, Managing Director für die Partnerorganisation bei Cisco Deutschland(Bild:  Foto: © 2021 Harald Schnauder)
Detlev Kühne, Managing Director für die Partnerorganisation bei Cisco Deutschland
(Bild: Foto: © 2021 Harald Schnauder)

Ecosystem Deal Registration

Kunden kaufen selten nur bei einem Partner. Ein Berater prägt die Entscheidung, ein Entwickler baut die Lösung, ein Wiederverkäufer liefert sie aus, ein Distributor ermöglicht die Umsetzung im großen Maßstab. Bisher hat das Partnerprogramm vor allem den Partner honoriert, der den Abschluss verantwortet. Mit der Ecosystem Deal Registration sollen Berater und Entwickler nun auch dann anerkannt werden, wenn sie selbst nicht abrechnen, aber zu einer Transaktion beigetragen haben. Dafür gibt es eigene Wege für beide Gruppen.

„Kunden brauchen Partner, die agil genug sind, um schnell zu handeln. Durch die Kombination des Cisco 360-Partnerprogramms mit Cisco IQ und Cisco Cloud Control bieten wir allen Partnern neue Unterstützungs- und Belohnungs-Angebote – vom Berater, der eine Entscheidung mitgestaltet, bis hin zum Partner, der diese umsetzt“, so Kühne zu den Ankündigungen des Summits.

Die Partner-Wert-Indizes (PVIs) für Berater und Entwickler sind bereits verfügbar. Für Distributoren soll im Frühjahr 2027 ein einheitlicher PVI folgen, der deren Beitrag am Mehrwert für den Kunden misst.

Cisco IQ ist eine Plattform, über die Cisco seinen Kunden laufend Einblick in ihre installierte Technik gibt. Sie zeigt, welche Geräte im Einsatz sind, wie es um ihre Lebenszyklen und Sicherheitsrisiken steht und wo Modernisierung ansteht. Cisco hat Cisco IQ vor rund einem Jahr eingeführt. Mehr als 16.000 Kunden nutzen es inzwischen. Laut Cisco erstreckt sich die Sicht auf knapp 20 Millionen Geräte

Mehr Geld über den gesamten Lebenszyklus

Cisco investiert nach eigenen Angaben über den gesamten Kundenlebenszyklus hinweg in mehr Vergütung, vom Neukundengeschäft über die Einführung und Erweiterung bis zur Verlängerung. Die Belohnung für ACV-Wachstum steigt um 50 Prozent. Die Adopt-Vergütung wird für alle Anwendungsfälle verdoppelt. Neue Adopt-Anreize gibt es für Cisco IQ, laut Cisco auch für die Aktivierung von Enterprise Agreements.

Zusätzlich zum bestehenden Cross-Selling-Bonus erhalten Preferred- und Portfolio-Partner weitere 2 Prozent, wenn sie Kundenkonten auf neue Cisco-Architekturen erweitern. Darin ist auch Splunk eingeschlossen. Der Cisco IQ Adopt Incentive belohnt Partner, die Kunden an Cisco IQ anbinden und deren Telemetriedaten integrieren.

Weniger Verwaltung, mehr Zeit für Kunden

Cisco stellt außerdem eine Reihe von Werkzeugen bereit, die den Verwaltungsaufwand senken sollen. Die Deal-Registrierung in PXP (Partner Experience Platform) zeigt den Zustand der Pipeline in Echtzeit. Über neue PVI-APIs können Partner Berechtigungen und Leistung direkt in ihren eigenen Systemen verfolgen. Mit dem CPI-Deal-Estimator (Cisco Partner Incentive) soll sich die Wirtschaftlichkeit eines Geschäfts schon vor dem Abschluss durchrechnen lassen. Der On-Demand-Agent „One Cisco Content Agent“ (Beta-Version) hilft Mitarbeitern im Vertrieb und Marketing, den Zugriff auf freigegebene Cisco-Inhalte zu erleichtern. Individuelle, gebrandete Präsentationen sollen so in Minuten statt Stunden entstehen.

Auch in der Ausbildung reagiert Cisco auf die Verschmelzung von IT, OT und Sicherheit. „Learn with Cisco“ führt die Zertifizierung zum Cisco OT Security Practitioner ein. Zudem erscheint Cisco Modeling Labs 2.11 mit neuen Funktionen für praktische Übungen.

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Cisco IQ als Geschäftsmodell für Partner

Cisco IQ ist ab sofort für Partner verfügbar, und zwar als Cisco IQ Partner Support – Standard. Partner können den Dienst damit unter eigener Marke, mit eigenen Experten und als Teil ihres Servicegeschäfts anbieten. Cisco verspricht sich davon wiederholbares, margenstarkes Wachstum, sowohl im Managed-Services-Geschäft als auch im Reseller-Modell.

MSPs können den Cisco IQ MCP Server und erweiterte APIs nutzen, um Cisco-Intelligenz in eigene Plattformen, Services, Workflows und KI-Agenten einzubinden. Die Kundenumgebung lässt sich damit in Sekunden abfragen, neue Risiken lassen sich erkennen und die Modernisierung planen.

Neu hinzu kommen die Resilient-Infrastructure-Services für eine Quantum-Safe-Bewertung und eine Bewertung des Software End of Vulnerability Support (EoVS). Über die neue rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) können Kunden ihren Wiederverkäufern direkten, gesicherten Einblick in ihre installierte Basis geben. Exportberichte müssen die Partner dann nicht mehr abwarten.

Für Partner, die solche Services aufbauen, legt Cisco außerdem die Cisco Builders Challenge auf. Zum Jahresbeginn 2027 stehen 1 Million US-Dollar Preisgeld bereit. Ausgezeichnet werden innovative Managed Services auf Basis von Cisco IQ, bewertet werden Kreativität, Wirkung und Skalierbarkeit. Details sollen in den kommenden Wochen folgen.

Cloud Control und KI-Modelle

Die vor kurzem vorgestellte Lösung Cisco Cloud Control soll Teams und KI-Agenten eine gemeinsame Betriebsplattform bieten, um kritische Infrastruktur über IT-Bereiche hinweg abzusichern und zu verwalten. Neue AgenticOps-Funktionen sollen Zusammenarbeit und Automatisierung in Maschinengeschwindigkeit vorantreiben. Im Mittelpunkt steht dabei Model Foundry: Mit dem Dienst können Ciscos eigene KI-Modelle bewertet und mit eigenen Daten feinabgestimmt und betrieben werden. Die kontrollierte Verfügbarkeit beginnt mit Cisco-Partnern.

Weitere Neuerungen betreffen die Netzwerktechnik. MCP-Server für die Netzwerkplattformen sollen automatisierte Fehlersuche und Reporting ohne eigene Individualintegrationen ermöglichen. ThousandEyes wird nativ in Wi-Fi-6E- und Wi-Fi-7-Access-Points integriert. Es ist in geeigneten Lizenzen für Cisco Networking Essentials und Advantage enthalten und führt auch dann automatisierte Hintergrundtests durch, wenn keine Nutzer online sind. Cisco nennt zudem einen Wi-Fi-7-Access-Point mit quantenresistenten Funktionen, den ersten seiner Art in der Branche. Partner können damit Quantum-Readiness-Bewertungen für Kunden durchführen.

Cisco Privileged Infrastructure Access

Mit Cisco Privileged Infrastructure Access will Cisco gemeinsam mit Teleport zeitlich begrenzten, aufgabenbezogenen Zugriff auf Router und Switches ermöglichen. Die Berechtigung endet mit der Sitzung, Sitzungen werden aufgezeichnet. Der Dienst befindet sich noch in Entwicklung. Die Live-Protect-Unterstützung wächst indes bereits: Sie gilt nun für N9000 Series Switches, N9300 Smart Switches, Catalyst SD-WAN, C9000 Series Smart Switches und CW9800 Wireless Controller. Für Cisco 8000 Secure Routers und Cisco Firewalls ist sie für Ende 2026 vorgesehen.

Der Distributoren-PVI soll im Frühjahr 2027 starten, die Builders Challenge Anfang 2027, und Model Foundry sowie die Live-Protect-Erweiterungen kommen schrittweise hinzu. Für die Partner bleibt damit die Frage, wie schnell sie die neuen Anreize und Services in verlässliche Geschäfte übersetzen können.

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