Nextcloud Summit 2026 Nextcloud mit zweiter souveräner Office-Suite

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Auf dem Nextcloud Summit 2026 in München hat der gerade zehn Jahre alt gewordene Open-Source-Hersteller die Version Nextcloud Hub 26 Spring präsentiert. Mit an Bord ist mit Euro-Office eine zweite souveräne Office-Suite, an deren Entwicklung Nextcloud beteiligt ist.

Auf dem Nextcloud Summit 2026 in München feierte  Frank Karlitschek, CEO und einer der Gründer von Nextcloud, den zehnten Geburtstag des Open-Source-Unternehmens. Für ihn hat sich Nextcloud zur weltweit führenden Plattform für datenschutzorientierte Zusammenarbeit entwickelt. (Bild:  Nextcloud)
Auf dem Nextcloud Summit 2026 in München feierte Frank Karlitschek, CEO und einer der Gründer von Nextcloud, den zehnten Geburtstag des Open-Source-Unternehmens. Für ihn hat sich Nextcloud zur weltweit führenden Plattform für datenschutzorientierte Zusammenarbeit entwickelt.
(Bild: Nextcloud)

Der wachsende Stellenwert der Digitalen Souveränität, vor allem bei öffentlichen Auftraggebern, verschafft der Open-Source-Firma Nextcloud und deren offener Kollaborationslösung gehörig Rückenwind. Mehr als 600 Anmeldungen für die Konferenz konnte das Unternehmen verbuchen. Wie Nextcloud betont, sei die Frage nicht mehr, ob Digitale Souveränität angestrebt werde, sondern wann sie erreicht wird. Damit nähert sich das Unternehmen laut Frank Karlitschek, CEO und Mitgründer von Nextcloud, dem Ziel, das bei der Gründung vor zehn Jahren formuliert wurde: Einzelpersonen und Organisationen die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten zu geben.

Wie Dr. Sachiko Muto, Vorsitzende des OpenForum Europe and Senior Researcher am Research Institutes of Sweden (RISE), in ihrer Keynote betonte, hat die EU die rechtlichen Möglichkeiten, Open Source zum Standard bei öffentlichen Beschaffungen zu machen. Was dazu nötig ist, sei der politische Wille, das auch durchzusetzen. Hier sei noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Immerhin gebe es nun aber ein Budget für die Förderung von Open Source und mehr Verständnis in der EU-Kommission.

Wie eine Transformation zu einer offenen Lösung funktionieren kann, illustrierte Benoît Piédallu, Projektleiter im französischen Ministerium für Nationale Bildung und Jugend. Das französische Bildungssystem ist einer der größten Nextcloud-Nutzer weltweit, wenn auch primär des Filesharing. Allerdings erwähnte Piédallu auch die Probleme durch die massiv gestiegenen Hardwarekosten, die den Aufbau einer souveränen Infrastruktur behindern.

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Nextcloud Hub 26 Spring

Ein zentraler Punkt auf dem Summit war die Vorstellung des Nextcloud Hub 26 Spring durch den Nextcloud-Mitgründer Jos Poortvliet, Vice President Communications bei der Firma. Wichtige Neuerungen dieser Version sind neben einer verbesserten Oberfläche im Waffle-Design das neue Modul Nextcloud Governance und die Integration von Euro-Offce. Nextcloud Governance, eine Compliance und Data-Governance-Plattform für Unternehmen und Organisationen, die unter strengen regulatorischen Anforderungen arbeiten. Das Tool bietet Kennzeichnungen für Vertraulichkeitsstufen zur Steuerung von Zugriffsrechten, erleichtert die Einhaltung der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht für Dateien und stellt Werkzeuge zur Nachverfolgung von Compliance-Aufgaben bereit. Wie Poortvliet betont, stellt es in der aktuellen Version nur einen ersten Schritt dar und soll weiter ausgebaut werden. Euro-Office ist eine offene Office-Suite, die von Nextcloud, Ionos und weiteren Partnern auf Basis von OnlyOffice entwickelt wurde. Im Gegensatz zur weiterhin verfügbaren Option Collabora Office ist Euro-Office laut Nextcloud performanter und bietet eine bessere Kompatibilität mit Microsoft Office. Der KI-basierte Nextcloud Assistant ist verbessert, bietet auf PCs eine flexiblere Benutzeroberfläche und eine KI-Chat-Seitenleiste. Zudem steht er nun auch auf Mobilgeräten für Chats zur Verfügung. Damit sieht Frank Karlitschek, CEO von Nextcloud, die Kollaborationslösung gut aufgestellt für den Weg in die Agentic-AI-Zukunft.

Start eines ISV-Programms

Eine weitere wichtige Nachricht, die der Nextcloud-Chef in seiner Keynote verkündet hat, ist der Start eines ISV-Programms. Es soll den Entwicklern dabei helfen, ihre Lösungen besser zu vermarkten, etwa durch Promotion-Aktionen im Nextcloud-Store, den Verkauf von Abonnements mit einem Anteil für Nextcloud und eine direkte Unterstützung von Kunden über die Nextcloud-Plattform. Für die Kunden bringt das ISV-Programm mehr Sicherheit und Verlässlichkeit. Für die nahe Zukunft erwartet Karlitschek zudem eine Flut an per KI entwickelten Custom-Apps für die Nextcloud-Plattform. APIs, Tools und Dokumentation sind dafür ausgelegt, einfach durch KI-Tools nutzbar zu sein.

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