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Channel Fokus: Smart Home Massenmarkt Smart Home?

| Autor: Ann-Marie Struck

Komfort, Sicherheit und Lebensqualität: Das macht das vernetzte Heim aus, indem alle Geräte miteinander kommunizieren. Doch trotz offensichtlicher Vorteile hakt es im Smart-Home- Geschäft noch ordentlich, wie das IT-BUSINESS-Panel zeigt.

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

„Lieber Anwender, der Kühlschrank ist leer. Bitte geh einkaufen!“ Die Vision, dass der Kühlschrank automatisch seine Füllung meldet, wird hierzulande noch mit Skepsis betrachtet. Hingegen erfreuen sich Saug- und Mähroboter sowie smarte Beleuchtung zunehmender Beliebtheit.

Immerhin besitzt laut einer Umfrage des Elektronikdistributors Reichelt Elektronik jeder Zweite (53 %) mindestens ein intelligentes Gerät. Beliebt sind Anwendungen auf den Gebieten der Lichtsteuerung (59 %), Sicherheit (46 %) und Heizungssteuerung (40 %) sowie zum Putzen (42 %). Laut der Statistikdatenbank Statista ist der deutsche Smart-Home-Markt 2020 rund vier Milliarden Euro wert – Tendenz steigend. 2024 soll sich das Umsatzpotenzial auf 6,6 Milliarden Euro belaufen. Das entspricht einem Wachstum von 13 Prozent jährlich. Ziel von Smart-Home-Systemen ist es unter anderem, die Wohnqualität, die Sicherheit sowie die Energieeffizienz der heimischen vier Wände zu erhöhen. Dennoch hakt es im smarten Zuhause gewaltig, denn weder Anwender noch der ITK-Channel sind vom Smart Home überzeugt.

Obwohl Smart-Home-Produkte in Deutschland inzwischen weit verbreitet sind, besitzen die meisten Anwender jedoch nur ein Gerät für einen bestimmten Einsatzbereich. Das Potenzial vom Smart Home liegt allerdings darin, dass unterschiedliche Geräte, von der Lampe, über die Jalousien bis zum Saugroboter miteinander kommunizieren. Zudem bremsen Datenskandale, Sicherheitsbedenken sowie die Interoperabilität der Geräte untereinander das Geschäft. Deshalb bleibt viel Umsatzpotenzial auf der Strecke.

Das bestätigen auch die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels. Denn nur 30 Prozent der befragten ITK- und Elektro-Fachhändler bewerten Smart-Home-Produkte und -Dienstleistungen als „wichtig“ für ihr Geschäft. Immer noch sehen 32 Prozent das Geschäft mit dem vernetzten Heim als „unwichtig“. Diese Ansicht spiegelt sich auch im Umsatz wider. Für 42 Prozent der befragten ITK- und Elektro-Fachhändler machen Produkte und Dienstleistungen rund ums smarte Zuhause nur ein bis zehn Prozent ihres Umsatzes aus. Bei 28 Prozent der Umfrageteilnehmer liegt der Umsatzanteil mit den vernetzten vier Wänden zwischen zehn und 25 Prozent.

Interessanterweise sieht die Gegenseite das Geschäft mit der intelligenten Heimvernetzung völlig anders. 74 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller bewerten Smart-Home-Produkte als „wichtig“ für ihr Geschäft. Darunter sogar 37 Prozent als „sehr wichtig“.

Das vernetze Zuhause

Der Markt mit dem smarten Heim ist vielfältig. Das zeigt sich auch in den Umfrageergebnissen, denn die Teilnehmer sind sich uneinig, welche Produkte derzeit das Geschäft bestimmen. Auf dem ersten Platz der befragten ITK- / Elektro-Fachhändler liegt mit 74 Prozent die Heimvernetzung. Das sehen nur 25 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller so. Ihr Geschäft bestimmt hingegen mit 62 Prozent Audio / Video / TV. Dem schließen sich nur 35 Prozent der befragten ITK- / Elektro-Fachhändler an. Bei letzteren belegt Beratung und Konzeption mit 56 Prozent den zweiten Platz. Kein Wunder, immerhin bringt der Fachhandel das Knowhow mit, um schwierige Smart-Home-Installationen vorzunehmen. Beim der Haussteuerung sind sich die Teilnehmer jedoch fast schon einig.

Smart Living der Zukunft

Bei der Frage, wie die Zukunft des Markts mit Smart Home aussehen wird, steht bei beiden Umfragegruppen die Haussteuerung (ITK- / Elektro-Fachhändler 69 %; Distributoren / Hersteller 75 %) auf Platz eins. Beim Fachhandel belegt mit 64 Prozent die Hausüberwachung den zweiten Platz. Das sehen nur 37 Prozent der befragten Distributoren / Hersteller so. Ihr Platz zwei ist mit 62 Prozent KI- und Sprachsteuerung. Dem schließen sich nur 30 Prozent der befragten ITK- / Elektro-Fachhändler an. Nicht verwunderlich, immerhin werden Sprachassistenten immer häufiger eingesetzt. Auch beim dritten Platz sind sich die Teilnehmergruppen uneinig: Heimvernetzung (ITK- / Elektro-Fachhändler 51 %; Distributoren / Hersteller 25 %) und Audio / Video / TV (ITK- / Elektro-Fachhändler 28 %; Distributoren / Hersteller 40 %).

Bequemlichkeit versus Sicherheit

Wodurch zeichnet sich Smart Home aus? Bei dieser Frage sind sich alle Channel-Akteure einig: Komfort. Die Sprachassistentin schaltet das Radio ein, der Rasen wird automatisch von einem Mähroboter gemäht, und der Backofen kann schon beim Verlassen des Büros vorgewärmt werden. Auf den zweiten und dritten Plätzen folgen dann Sicherheit und Energieeffizienz. Denn eine Alarmierung wegen eines geöffneten Fensters kann nicht nur Heizkosten senken, sondern auch vor Einbrechern schützen. Als reines Statussymbol sehen es die wenigsten der Umfrageteilnehmer

Weitere Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels finden Sie in der Bildergalerie:

IT-BUSINESS-Panel: Smart Home
Bildergalerie mit 10 Bildern

(ID:46759207)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin