Apple statt Microsoft Mac-Mail als Server-Lösung für Druckvorstufenbetrieb

Redakteur: Sylvia Lösel

Die Kombination aus dem Mailserver 6 von Kerio und einem »Mac Mini« von Apple sieht nicht nur schick aus. Sie ist auch eine günstige Alternative zu einem Windows-Server mit Microsoft Exchange.

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Als im Jahr 1962 Gerhard Held den ersten Film im Keller seines Hauses lithographierte, ahnte der heute 78-jährige Unternehmensgründer nicht, dass 45 Jahre später die Held Digital Media GmbH in Würzburg unter Führung seiner beiden Söhne zu einem der modernsten Druckvorstufenbetriebe der Region gehören würde.

Während früher jedoch manuelle Farbretusche und Klebemontage auf dem täglichen Arbeitsprogramm standen, findet heute der Großteil der Tätigkeiten am Computer statt, wie für Unternehmen aus dem Medienbereich üblich, auf Rechnern aus dem Hause Apple.

Exchange zu teuer

Um Kundendaten auch über das Internet entgegennehmen zu können, schaffte das Unternehmen Held Digital Media bereits im Jahr 1999 einen eMail-Server auf Basis von Microsoft Exchange 5 und Windows NT 4 an. Doch zunehmender Virenbefall, Probleme bei der Administration sowie akuter Speicherplatzmangel machten spätestens Anfang 2006 klar, dass auch hier ein Generationswechsel dringend erforderlich war. Als langjähriger IT-Partner sollte nun das Systemhaus ZK Computersysteme GbR aus Hersbruck bei Nürnberg Vorschläge zur Nachfolge des Exchange-Servers machen.

Jürgen Kochanski, System Engineer bei ZK Computersysteme, der aus der Würzburger Niederlassung heraus die Held Digital Media GmbH betreut, erinnert sich genau: »Das bestehende eMail-System war so alt, dass es nur durch einen komplett neuen Server mit aktueller Software abgelöst werden konnte. Wir haben dann einen Exchange-Server inklusive Backupsoftware sowie Viren- und Spam-Schutz auf aktueller Hardware durchkalkuliert und wären auf einen Kostenrahmen von über 5 000 Euro gekommen. Aber solch ein Betrag ist einem Kunden von dieser Größe nur für ein eMail-System weder wirklich zumutbar noch ernsthaft vermittelbar.«

Einfach zu bedienen

Für Christian Held, Geschäftsführer bei Held Digital Media, standen neben vertretbaren Kosten noch weitere Kriterien im Vordergrund: »Da wir als kleines Unternehmen mit 17 Mitarbeitern keinen Vollzeitadministrator haben, sollte das neue eMail-System im Idealfall so einfach zu bedienen sein, dass wir diese Aufgabe problemlos selbst erledigen können. Wir sind nun einmal in der Mac-Welt und nicht im Windows-Umfeld zu Hause. Für unsere Mitarbeiter war es außerdem sehr wichtig, dass sie ihre seit vielen Jahren gewohnte eMail-Software weiter benutzen können.«

Alternative zu Exchange

Da Jürgen Kochanski in anderen Projekten zur Exchange-Ablösung bereits sehr gute Erfahrungen mit dem Mailserver 6 von Kerio Technologies gesammelt hatte, kam ihm eine Idee: Statt auf teurer Serverhardware mit entsprechend kostspieligem Betriebssystem sollte der zukünftige Mailserver bei Held auf einem Apple Mac Mini laufen.

Dieser Rechner sieht mit lediglich 16,5 Zentimetern Kantenlänge im Quadrat und fünf Zentimetern Höhe nicht nur gut aus. Er verfügt mit Mac OS X auch über ein stabiles Betriebssystem auf Unix-Basis, das weniger anfällig für Virenattacken ist als das Windows-Betriebssystem.

Für Mac-Anwender hat das System zudem den Vorteil, dass es über eine vertraute Benutzeroberfläche verfügt. Der Kerio Mailserver 6 läuft unter Windows, Linux und Mac OS X und arbeitet mit allen gängigen Groupware-Clients, wie zum Beispiel Outlook, Entourage und dem eMail-Client von Mac OS X, problemlos zusammen. Zudem hat die Software Funktionen zum Schutz vor Viren und Spam sowie zur Sicherung und Archivierung von eMails von Haus aus mit an Bord. So konnte System Engineer Kochanski der Firma Held einen kompletten Mailserver inklusive der Hardware, Software, Installation und Administratorschulung für weniger als 2.000 Euro anbieten.

Kleiner Rechner, grosser Server

Der kleine Mac Mini mit dem Kerio Mailserver 6 steht jetzt bei Held im 19-Zoll-Rack des Serverraums und entlockt so manchem Besucher erst einmal ein Grinsen. Doch dieses wandelt sich schnell in Staunen, wenn Christian Held von der Aufgabe des gestylten Rechenknechts erzählt: »Pro Woche gehen rund ein bis zwei Gigabyte an eMails durch das System. Unsere Mitarbeiter haben Postfächer von bis zu zehn Gigabyte Größe und die einzelnen eMails sind typischerweise zwischen einem und 50 Megabyte groß. Zwei Virenscanner sorgen parallel dafür, dass alle eMails sauber bleiben. Im ersten Jahr seines Betriebs mussten wir den Rechner insgesamt nur einmal unplanmäßig neu starten – weil unser Stromversorger eine Lieferunterbrechung hatte, die unsere USVs nicht überbrücken konnten.«

Trotzdem ist für eine hohe Verfügbarkeit des Mailservers gesorgt: Um vor Datenverlust zu schützen, spiegelt eine Freeware namens Carbon Copy Cloner die Systemplatte des Mac Mini auf eine externe Firewire-Festplatte. Sollte die Hardware des Rechners einmal ausfallen, lässt sich die Firewire-Platte einfach an einem anderen System booten und der eMail-Verkehr läuft schnell wieder. Zusätzlich kopiert ein Cron-Job, ein Programm, das in zeitlichen Intervallen automatisch gestartet wird, mittels Secure Copy alle Backup- und Archivdaten nachts auf einen Sicherungsserver.

Schöne Aussichten

Die Webmail des Kerio Mailservers nutzen die Geschäftsführer Christian und Lothar Held bereits heute, um auch von zu Hause aus einen Blick in ihre eMails zu werfen. Auf den Einsatz von Push-Mail freut sich Christian Held jetzt schon – aber als eingefleischter Mac-Anwender erst dann, wenn er sein neues Apple iPhone in den Händen hält.

Zum Kunden

Die Held Digital Media GmbH ist seit 45 Jahren zuverlässiger Partner im Bereich der Druckvorstufe. Zu den größten Geschäftsfeldern zählen Farbkorrekturen sowie die digitale Druckplattenbelichtung (CTP). Für den Digitaldruck steht zudem eine HP Indigo bereit und die selbstentwickelte web-basierte Bilddatenbank erfreut sich bei den Kunden wachsender Beliebtheit.

Zur Lösung

Der Kerio Mailserver 6 läuft unter Windows, Mac OS X und Linux und arbeitet mit allen eMail- und Groupware-Clients, wie Microsoft Outlook, Entourage sowie dem Mail-Client von Mac OS X, zusammen. Neben Groupware-Funktionen, wie gemeinsamen Kalendern und Adressbüchern, verfügt der Kerio Mailserver über Push-eMail, integrierten Spam- und doppelten Virenschutz, Funktionen für Backup und Archivierung von eMails sowie über eine intuitive Webmail-Oberfläche.

Das Projekt

Ziel war eine kostengünstige Ablösung eines alten Exchange-Servers unter Windows NT 4. Da die meisten Systeme des Kunden unter Mac OS X laufen, suchte der Channel-Partner nach einem eMail- und Groupware-Server, der unter dem Apple-Betriebssystem läuft, vom Anwender selbst administriert werden kann, wenig anfällig für Viren ist und stabil läuft.

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