IT-BUSINESS fragt, Händler antworten Lohnt es sich, Mitglied in einer Kooperation zu sein?

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Fachhandelskooperationen werben mit verschiedenen Vorteilen. Doch was steckt dahinter – und sind kooperierte Händler wirklich damit zufrieden? IT-BUSINESS fragte nach, ob sich eine Mitgliedschaft lohnt und bekam Pro- und Contra-Stimmen.

Firmen zum Thema

Kräfte können in einer Fachhandelskooperation gebündelt werden.
Kräfte können in einer Fachhandelskooperation gebündelt werden.
(© Nikolai Sorokin - Fotolia.com)

Vor rund zwei Monaten fragte IT-BUSINESS, ob die Leser einem Fachhandelsverbund angehören würden und wenn ja, warum oder wenn nein, warum eben nicht. Die Resonanz war mit rund 210 anonymen Antworten überraschend gut. Vorab sollte allerdings erwähnt werden, dass es sich hier nicht um eine repräsentative Umfrage handelt. Bis auf zwei Teilnehmer waren alle anderen kooperiert.

Studie

Laut einer Studie des Centrums für Angewandte Wirtschaftsforschung (Münster) aus dem Jahr 2011, sind Mitglieder von Verbundgruppen – also in Form von Genossenschaften, Franchisesystemen oder anderen Strukturen kooperierender mittelständischer Unternehmen – im Durchschnitt wirtschaftlich stabiler als Unternehmen, die keiner Kooperation angehören.

Die Forscher erstellten für diesen Nachweis einen Bonitätsindex mit Informationen aus der Datenbank der Creditreform. Außerdem griffen sie auf Mitgliederlisten von 42 teilnehmenden Verbundgruppen zu. Beispielrechnungen zeigten, dass Mitglieder von Kooperationen auf einer Skala von 0 bis 13 im Durchschnitt eine um zwei Klassen bessere Bonität besitzen als durchschnittliche unkooperierte Unternehmen.

Der Studie zufolge gelangen Verbundgruppenmitglieder über den gemeinsamen Einkauf zu einem Kosten- und Wettbewerbsvorteil, der sich in einem besseren Ergebnis niederschlägt. Zudem steht die Zentrale durch das von ihr übernommene Zentralregulierungsgeschäft in der wirtschaftlichen Verantwortung für ihre Partner. Um Ausfallrisiken für die Gruppe zu minimieren, liegt ihr an möglichst gesund aufgestellten Anschlusshäusern.

Gründe dagegen

Dennoch haben sich die beiden nicht-kooperierten Umfrageteilnehmer bewusst dagegen entschieden. So schreibt einer der beiden Händler: „Ich habe mehrfach auf Wunsch der Werber der Verbundgruppen eine Mitgliedschaft durchgerechnet. Die Beiträge oder Gebühren haben aber in keinem Fall die möglichen Einsparungen oder Vereinfachungen im Einkauf aufgewogen. Ergebnis in Kurzform: es lohnt sich für uns einfach nicht.“ Der andere findet: „Gute HEK-Preise können auch direkt verhandelt werden! Beratung können Distris nicht leisten. Lieferengpässe können variabel auf dem Markt vermieden werden.“ Dem widerspricht ein iTeam-Partner. Er findet, dass durch „Ressourcen-Sharing“ und „erhebliche Vorteile aus Gruppenverträgen, zum Beispiel für Transport und Kommunikation“, die Kosten für die Mitgliedschaft „praktisch kostenneutral“ sei.

Doch was für Vorteile sehen andere kooperierte Reseller? Immerhin gibt es hierzulande im IT- und TK-Bereich die unterschiedlichsten Verbundformen: Diese reichen von einem eher losen Einkaufs- oder Marketing-Zusammenschluss, bis hin zur Systemhaus-Kooperation bei der sich die Mitglieder eine gemeinsame Marktstrategie auf die Fahnen schreiben. Mehrere Emendo-Händler formulieren knapp den Grund für ihre Verbundstätigkeit: „Gemeinsam ist man stark“.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Händler über die Einkaufskraft und die Vernetzung untereinander in Kooperationen sagen.

(ID:42728954)