Channel Fokus: Backup & Disaster Recovery Lieber viel zu oft als einmal zu wenig

Autor: Ann-Marie Struck

Nicht erst seit Hackerangriffen und Stromausfällen ist Backup ein wichtiges Thema. Jeder Verbraucher weiß, wie schnell ein wichtiges Dokument oder die Fotos auf dem Handy gelöscht sind. Angesichts der hohen Bedeutung von Datensicherung floriert der Markt damit gewaltig.

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
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(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Der Tag der Abgabe. Die Abschlussarbeit ist sowohl auf dem USB-Stick als auch auf dem Smartphone gespeichert. Zur Sicherheit auch noch einmal als Mail-Anhang verschickt und zusätzlich in einem Cloud-Speicher abgelegt. Bei solchen Ausnahmezuständen wird auf Nummer sicher gegangen. Nicht, dass etwas schief geht, die Arbeit nicht gedruckt und abgegeben werden kann. Lieber einmal zu viel gespeichert als zu wenig, lautet die Devise analog zur 3-2-1-Backup-Regel: Drei Datenkopien auf zwei Medien und ein externes Backup. Doch nicht nur für wichtige Termine sollte auf Datensicherheit geachtet werden. Für Unternehmen ist Backup essenziell. Denn nur dadurch können fehlende Daten ­zurückkopiert werden und falls nach dem Katastrophenfall der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden soll, ist ­Disaster Recovery gefragt. Obwohl jeder schon einmal Daten verloren hat, wird Backup doch im Alltag oft vernachlässigt.

Einer Studie von Acronis zufolge sichern zwar 91 Prozent der Befragten Daten und Geräte, jedoch verlieren 68 Prozent sie durch versehentliches Löschen, Hardware- oder Softwarefehler oder ein veraltetes Backup. Gleichzeitig sind 50 Prozent der befragten professionellen Anwender der Ansicht, dass keine Backups notwendig sind und erstellen diese auch nicht. Mit ­immensen Folgen, denn laut der Umfrage haben 2019 42 Prozent der Unternehmen einen Datenverlust erlitten, der zu einer Ausfallzeit führte.

Die Studie zeigt nicht nur, wie wichtig ­eine Strategie zur Sicherung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs ist, sondern legt offen, dass Backup von vielen Unternehmen noch unterschätzt wird. Das bestätigen auch die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels. Demnach sehen 81 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren ein großes Potenzial an Kunden, die noch keine Lösungen zur Sicherung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs haben. Das sehen 68 Prozent der Distributoren und Hersteller auch so. Nur 16 Prozent halten es für gering. Und der Blick in die Zukunft ist entsprechend rosig. 83 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren gehen davon aus, dass das Geschäft mit Backup und Disaster Recovery in den kommenden zwölf bis 18 Monaten steigen wird.

Aktuelle Bestseller

Die Sicherung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs ist für Unternehmen essenziell. Aktueller Bestseller der Channel-Akteure ist Backup (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 77 %; Distributoren / Hersteller 65 %), gefolgt von Disaster Recovery (47 %; 57 %). Den dritten Platz der gefragtesten Lösungen belegt Cloud-Backup (43 %; 50 %). Mit Business ­Continuity machen derzeit 37 Prozent der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren und 42 Prozent der befragten Distributoren / Hersteller ein gutes ­Geschäft. Für 36 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren ist Archivierung wichtig. Das sehen nur 23 Prozent der Distributoren und Hersteller so. Sie machen mehr Geschäft mit integrierten Komplettlösungen (41 %), die nur 18 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren im Angebot haben.

Zukünftiges Portfolio

Aktuell macht der Channel mit Backup-Lösungen das beste Geschäft. Das wird sich nach Ansicht der befragten Teilnehmergruppen in Zukunft ändern. Ihr Platz eins der größten Zukunftstreiber ist Cloud-Backup (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 54 % ; Distributoren / Hersteller 65 %). Das zweit größte Wachstum erwarten 52 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren von Lösungen für Business-Continuity. Das sehen 42 Prozent der ­befragten Distributoren und Hersteller auch so, ihr Platz drei. Jedoch versprechen sie sich künftig mehr von ­integrierten Komplettlösungen (61 %). Dieser Ansicht schließen sich allerdings nur 38 Prozent der Systemintegratoren an. Ihren Platz drei der Wachstumstreiber belegt mit 50 Prozent Disaster Recovery (Distributoren / Hersteller 34 %).

Es geht nichts über Sicherung

Dass Backup wichtig ist, steht außer Frage. Doch wie oft sollten die Daten in einem Unternehmen gesichert werden? 59 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemhäuser erstellen bei ihren Kunden im Durchschnitt täglich ein Backup. Nur elf Prozent sichern die Kundendaten mehrmals täglich. Mehrmals wöchentlich erstellen 15 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemhäuser ein Backup bei ihren Kunden. ­Wöchentlich tun dies nur neun Prozent. Nichtsdestotrotz machen vier Prozent nur einmal im Monat eine Sicherheitskopie bei ihren Kunden.

IT-BUSINESS Panel 2021: Backup & Disaster Recovery
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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien