Mit den vereinten Kräften von Juniper und Aruba will HPE zum führenden Netzwerkanbieter aufsteigen, insbesondere durch das KI-basierte Management. KI spielte auf der Discover in Barcelona auch sonst eine wichtige Rolle – mit Nvidia und mit AMD als Partnern.
Antonio Neri, CEO bei HPE, kündigt auf der Discover 2025 in Barcelona die gemeinsam mit Nvidia entwickelte HPE Private Cloud AI in einer rein lokalen Variante für souveräne Umgebungen an.
(Bild: HPE)
Die Discover ist die wichtigste Veranstaltung von HPE für Kunden und Partner. Neben der Discover in Las Vegas gibt es dabei auch eine in Barcelona. Und hier stellte der Hersteller eine ganze Reihe neuer Produkte und Lösungen aus den Bereichen Netzwerk, KI und Hybrid Cloud vor.
Mit der Übernahme von Juniper verfügt HPE nun über ein komplettes Portfolio für Edge, Datacenter und Hybrid Cloud. Anders als 2015 Aruba Networks, das relativ eigenständig innerhalb HP agierte, ist die neue Netzwerksparte, bestehend aus Aruba und Juniper, nun vollständig in den Konzern integriert.
In der KI-Ära benötigen die Kunden Netzwerke, die speziell mit KI und für KI gebaut sind.
Rami Rahim
Rami Rahim, Chef der Netzwerksparte von HPE und zuvor CEO bei Juniper, soll HPE zum führenden Netzwerkanbieter machen.
(Bild: HPE)
Unter der Leitung von Rami Rahim, vormals CEO von Juniper, sollen auch die beiden Teilbereiche zusammenwachsen – allerdings ohne ihre individuellen Stärken zu verlieren. Das ist vor allem bei den Management-Plattformen Aruba Central und Juniper Mist zu sehen. Beide sollen zunächst noch eigenständig erhalten bleiben, übernehmen aber jeweils Bestandteile der jeweils anderen Plattform. Dass das in nur fünf Monaten möglich war, liegt laut Rahim auch an den auf Microservices basierenden Architekturen. Bei beiden Lösungen steht nun AIOps im Mittelpunkt, also die Nutzung von KI für das Netzwerkmanagement. Aus dem Cloud-basierten HPE Juniper Mist werden das Large Experience Model (LEM) sowie die Marvis Actions in Aruba Central übernommen. Mit ihnen können per KI Fehler im Netzwerk ermittelt und behoben werden – entweder automatisch oder als Empfehlung an den Admin. Aruba steuert Analysefunktionen und seine Agentic-Mesh-Technologie bei. Alles zusammen soll laut dem HPE-Netzwerk-Chef etwas ermöglichen, was er als „Full Self-Driving Network“ bezeichnet. Auch hardwareseitig soll die Integration vorankommen. So soll im kommenden Jahr ein neuer Access Point für Wi-Fi 7 erscheinen, der sich über Aruba Central und mit Juniper Mist verwalten lässt.
Juniper-Switches als zentrale Komponente für die KI-Factory
Wichtig ist die Juniper-Integration auch für die Datacenter-Sparte von HPE. Denn gerade für größere KI-Projekte ist eine schnelle Datenverbindung zwischen den GPU-Servern essenziell – und zwar sowohl im Rack als auch zwischen den Racks und zunehmend zwischen mehreren Datacentern, die gemeinsam einen KI-Cluster bilden, um so die Energieversorgung in den Griff zu bekommen. Für die erste Aufgabe stellte HPE in Barcelona als Alternative und Ergänzung zu Nvidias Spectrum-X Ethernet den Juniper-Switch QFX5250 auf Basis des Tomahawk-6-Chipsatzes von Broadcom vor. Der flüssigkeitsgekühlte Switch soll mit einer Bandbreite von 102,4 Tbps für die kommenden Nvidia-Rubin- und AMD-Instinct-MI450-GPUs ausreichen. Später soll noch eine luftgekühlte Variante erscheinen, die allerdings eine zusätzliche Höheneinheit im Rack beansprucht. Für die Verbindung zwischen GPU-Datacentern sollen sich laut HPE die PTX-Routing-Lösungen besonders gut eignen.
Zudem wird HPE als einer der ersten OEM die KI-Rack-Scale-Architektur AMD Helios mit Epyc-Venice-CPUs und Instinct-MI455X-GPUs anbieten. Dabei kommt nicht nur das Scale-out-Ethernet von HPE Juniper, sondern es kommen auch gemeinsam mit Broadcom entwickelte Scale-up-Switches für die Verbindung zwischen den GPUs zum Einsatz. Die auf dem Wide-Standard des Open Compute Project (OCP) basierenden Racks können bis zu 72 GPUs mit zusammen 31 TB HBM4 als GPU-Speicher aufnehmen. Damit sollen sich die Systeme auch für sehr anspruchsvolle Projekte für das LLM-Training oder HPC-Aufgaben eignen.
KI-Inferencing wird künftig öfter an Edge-Standorten stattfinden, da dort die dafür nutzbaren Daten anfallen. Den dort steigenden Bedarf an schnellen Netzwerkverbindungen soll der Multiservice Edge Router Juniper MX301 erfüllen – laut HPE das kompakteste Gerät seiner Klasse. Der 1U hohe Router bietet unter anderem vier 400G-Ports und einen Durchsatz von 1,6 Tbit/s. Das Thema Netzwerksicherheit adressiert der Hersteller mit der neuen Firewall SRX4700. Sie belegt ebenfalls nur eine Höheneinheit im Rack und schafft trotzdem einen Firewall-Durchsatz von bis zu 1,4 Tbit/s.
Die Private Cloud AI wird leistungsfähiger und souveräner
Auf Server mit Nvidia-GPUs setzt HPE für die Private Cloud AI, für die der Hersteller etliche Neuerungen angekündigt hat. Für mehr Performance sorgen nun RTX-Pro-6000-Blackwell-GPUs als Alternative zu den bisherigen Hopper-Karten. Zudem wird nun Nvidias MIG-Technologie für die Fraktionierung der GPUs unterstützt. Für ein hohes Maß an Datensouveränität und Sicherheit soll bei der rein lokalen Variante der Software-Layer mit Nvidia AI Enterprise besser geschützt werden. Dabei kooperiert HPE mit Software-Partnern. Einsatzmöglichkeiten für die Private Cloud AI sieht der Hersteller nicht nur bei Endkunden, sondern auch bei MSPs, die ihren Kunden so eine einfache und schnell einsetzbare KI-Lösung mit Nvidia NIM und KI-Blueprints bieten können.
Fidelma Russo ist CTO bei HPE und leitet auch das Hybrid-Cloud-Geschäft des Unternehmens.
(Bild: HPE)
Hier sieht HPE-CTO Fidelma Russo auf Frage von IT-BUSINESS eine Stärke von Lösungen mit Nvidia-GPUs gegenüber solchen auf AMD-Basis. Letztere hätten ihre Stärke bei Kunden oder Partnern, die KI-Lösungen selbst auf Grundlage von Open-Source-Software entwickeln wollen und können. Für Christoph Kühnapfel, CEO der Team-IT Group, spielen die Partner in jedem Fall eine entscheidende Rolle in allen KI-Projekten mittelständischer Kunden. Denn diese benötigen oft Unterstützung bei der Konsolidierung der Daten als Vorbereitung für deren Nutzung durch KI und oft auch zündende Ideen, für welche Einsatzszenarien sich KI überhaupt anbietet. Allerdings merkt Kühnapfel an, dass Private Cloud AI für viele Kunden immer noch überdimensioniert sei, während sich das günstigere KI-Entwicklungssystem nicht erweitern lässt. Er sieht daher für viele Kunden eher KI als Managed Service als besseren Weg.
Stand: 08.12.2025
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VME als günstige VMware-Alternative für den Mittelstand
Die 2024 von HPE übernommene Cloud-Management-Plattform Morpheus Data spielt im Konzern eine immer gewichtigere Rolle. Sie bildet im Gespann mit dem von KVM abgeleiteten Hypervisor HVM auch die Basis für HPE Morpheus VM Essentials (VME). Mit dieser Lösung will HPE eine günstigere Alternative zu VMware bieten und gleichzeitig einen einfachen Migrationspfad bereitstellen. Auf der Discover präsentierte das Unternehmen einige Erweiterungen für VME – darunter Zero-Trust-SDN mit Juniper, Image-Backup mit Veeam und Datensicherung mit HPE Zerto. In Planung ist zudem eine Stretched-Cluster-Unterstützung.
Insbesondere für den Mittelstand haben wir mit VME eine fertige Lösung.
Gerry Steinberger
Gerry Steinberger, Director Channel & Partner Ecosystem bei HPE Deutschland
(Bild: Vogel IT-Medien)
Gerry Steinberger, Channel-Chef bei HPE Deutschland, sieht im Channel und vor allem bei Kunden im Mittelstand ein großes Interesse an VME. Für ihn ist VME für viele Kunden die richtige Lösung zur richtigen Zeit. Letzteres bestätigt auch Elmar Steinhoff vom Systemhaus IOK, er wartet für den produktiven Einsatz aber noch auf die angekündigten Neuerungen. Aber seine Firma beschäftigt sich intensiv mit der Lösung und setzt bereits Proof-of-Concept-Projekte intern und bei Kunden um. Ein wichtiges Thema ist für Steinhoff der Plattform-Ansatz von HPE mit Greenlake als As-a-Service-Angebot, das über die reine Finanzierung herausgeht, die in diesem Fall über die HPE Financial Services läuft. Er betont auch die höhere Nachhaltigkeit von Greenlake durch das eigene Refurbishing zurückgegebener Hardware seitens HPE. Allerdings sei Greenlake als Konzept für viele kleinere Kunden immer noch zu komplex.
Für die Partner bringt die aktuelle Ausrichtung mit einem Dreiklang aus Hardware, Software und Services einen größeren Fokus auf Kompetenzen und nicht nur den Umsatz, betont Steinberger. Dabei sollen auch spezialisierte Partner gefördert werden, die nicht das gesamte HPE-Portfolio vertreiben wollen. Laut Steinberger wird HPE zudem weiter an der Profitabilität der Partner arbeiten. Hier allerdings sehen sowohl Kühnapfel als auch Steinhoff Herausforderungen durch die massiv steigenden Preise für Arbeitsspeicher und SSDs. Hier könnte HPE mehr Kunden von Greenlake überzeugen, wenn hier die Preissteigerungen nicht in vollem Umfang in die Kalkulation der Servicekosten einfließen.