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Storage und Datamanagement

Dynamische Servicemodelle

ITSM: Discovery-Werkzeuge der neuen Generation

| Autor / Redakteur: Robert Jaskolla / Dr. Andreas Bergler

Discovery-Werkzeuge der neuen Generation bilden komplexe Servicemodelle ab.
Discovery-Werkzeuge der neuen Generation bilden komplexe Servicemodelle ab. (Bild: © Sergej Seemann-stock.adobe.com)

Mit IT-Service-Management (ITSM) ist die IT-Welt heterogener und komplexer geworden. Darüber können die Systeme und Komponenten so zu Services formiert werden, dass sie durchgehende, automatisierte Geschäftsprozesse unterstützen.

Die Dynamik und Veränderlichkeit von Systemen, Komponenten und Services hat zugenommen. Schritthalten können Unternehmen mit dieser Entwicklung nur, wenn sie innerhalb ihrer IT-Landschaft leistungsfähige Analysewerkzeuge einsetzen, die in voller Breite auch Virtualisierungstechnologien, Storage-Plattformen, Netzwerke und Datenbanken berücksichtigen, ebenso Cloud-basierende Infrastrukturen einbeziehen.

Ein Fall für Discovery-Werkzeuge der neuen Generation, wie sie beispielsweise BMC und ServiceNow beisteuern. Sie sind dazu in der Lage, autark auch komplexe Servicemodelle und Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichen Technologien zu erkennen, um so detaillierte Aussagen über die installierte und sich stetig wandelnde IT-Landschaft zu treffen. Die Ergebnisse solcher Analysen werden von den Unternehmen dringend gebraucht, um trotz steigender Dynamik und häufiger Veränderungen Sicherheitsvorgaben, Compliance-Vorschriften und Lizenzbestimmungen nachweislich einzuhalten. Die Discovery-Lösungen von BMC und ServiceNow, die beide dynamische Servicemodelle unterstützen, verfechten dafür unterschiedliche Analyse-Ansätze. Beiden Lösungen gemeinsam ist, dass sie das Ziel verfolgen, Technologie-übergreifend Servicemodelle zu generieren, um sich von bestehenden IT-Silos zu verabschieden. Dazu arbeiten diese Lösungen agentenlos. Und: Beide Werkzeuge binden nicht nur bereits bekannte Systeme und Komponenten in die Analyse ein, sondern aufgrund ihrer Erkennungsintelligenz auch solche, die bisher nicht von der IT verwaltet werden konnten.

Bottom-up

Die Discovery-Lösung von BMC verfolgt einen Bottom-up-Ansatz bei der Erstellung des Servicemodells. Von unten nach oben werden automatisch im ersten Schritt die eingesetzten Systeme und Komponenten und deren Beziehungen untereinander erkannt sowie im zweiten Schritt aus den identifizierten Beziehungen die Services generiert. Diese Informationen werden automatisch inventarisiert. Zu dieser Inventarisierung steuert BMC als Hersteller im Monatsrhythmus weitergehende Informationen bei.

Beispiele dafür sind erweiterte Hardwareinformationen, die nicht ausgelesen werden können, wie Leistungsaufnahmen, Höheneinheiten im Rack und End-of-Life-Informationen, ab wann der Support für eine Software eingestellt wird. Zudem werden alle Informationen für einen schnellen Überblick in den Gesamtkontext gestellt:

  • Auf welchen Systemen oder Komponenten wurde Schadsoftware festgestellt?
  • Bestehen Abhängigkeiten zwischen den betroffenen Systemen und Komponenten?
  • Welche Services sind betroffen?

Die gewonnenen Erkenntnisse steigern nicht nur das Sicherheits- und Verfügbarkeitsniveau des Online-Geschäftsauftritts. Mit diesem Wissen kann die IT zudem Security-, Compliance- und Lizenzverletzungen vorbeugen. So werden Audits erleichtert. Es ist nachvollziehbar und nachweisbar, über welche technische Abfragen und Methoden einzelne Discovery-Ergebnisse erzielt wurden.

Top-down

Die Discovery-Lösung von ServiceNow geht hingegen top-down vor, mit Fokus auf die Modellierung von Services. Mittels der erstellten Modelle können, wie über die BMC-Lösung auch, Impact-Analysen durchgeführt werden. Dies ermöglicht, die Verfügbarkeit und Stabilität von Systemen, Komponenten und schließlich Services zu steigern. Auslösendes Moment ist ein Einstiegspunkt auf Service-Ebene, beispielsweise die URL-Adresse einer Applikation. Dieser Einstiegspunkt muss zuvor definiert werden. Von ihm ausgehend registriert die Discovery-Software automatisch, welche Systeme und Komponenten innerhalb der IT-Landschaft involviert sind. Dadurch kann top-down das Servicemodell aufgebaut werden. Wird ein Service erweitert oder verändert, wird dies von ServiceWatch, Teil der BMC-Discovery-Lösung, selbsttätig nachvollzogen und erfasst.

Gewusst wie

Um Discovery-Lösungen wie von BMC und ServiceNow in Szene zu setzen, bedarf es jedoch vieler, vorbereitender Maßnahmen. Trotz stark segmentierter Netzwerke und komplexer Netzwerkinfrastrukturen müssen alle Systeme und Komponenten erreichbar sein. Zudem setzt Discovery weitreichende Rechte auf die Zielsysteme und -komponenten voraus, um sie analysieren zu können. Darüber hinaus agieren die Discovery-Scanner verteilt im Netzwerk, was offene Ports für den Informationsaustausch untereinander voraussetzt.

All das muss über die Definition und Festlegung einer geeigneten Discovery-Infrastruktur organisiert und eingerichtet werden. Außerdem müssen die Analysen dahingehend erweitert werden, dass auch individuell erstellte Software erkannt und ausgelesen werden kann. Es müssen Erkennungsmuster definiert und hinterlegt werden, um die Individual-Software unabhängig vom Ansatz, Bottom-up oder Top-down, automatisch dem Servicemodell zuweisen zu können. Für die Umsetzung dieser komplizierten Aufgaben werden die meisten Unternehmen auf kompetente, externe Unterstützung zurückgreifen müssen. Oder das Unternehmen gibt das komplette Management und den kompletten Betrieb der Discovery-Lösung als Dienstleistung in kompetente Hände.

Zusätzliche Vorteile

Wie das Unternehmen für seine Zwecke Discovery auch immer löst, es erschließt sich darüber weitere Vorzüge. Einmal gescannt, können die ermittelten Daten für ein professionelles Change-Management genutzt werden. Änderungen können vor und nach ihrer Durchführung mittels eines Soll-Ist-Vergleichs validiert werden. Außerdem liefern Discovery-Werkzeuge Informationen, die als solide und vollständige Datengrundlage zur Weiterverwendung für das Enterprise-Architecture-Management sowie Konfigurations-Management dienen können. Der Lohn sind weniger Service-Ausfälle, weil Change-Management durch Discovery so besser planbar wird.

Über eine Verbindung zur Configuration Management Data Base (CMDB) fließen die gescannten und ermittelten Daten auch in diese Datenbank ein. Die Konfigurations-Management-Datenbank hält parallel Informationen vor, die nicht technisch ermittelt werden können oder von anderen Quellsystemen der CMDB bereitzustellen sind. Dazu zählen Ansprechpartner, Kostenstellen- und Vertragsinformationen. Veredelt durch die Daten und Informationen, die über das Discovery-Werkzeug gewonnen wurden, wird so die CMDB zu einer zentralen Trusted Data Source für den kontrollierten Aufbau der eigenen IT-Landschaft. Das führt im Ergebnis unter anderem zu einem aussagekräftigen Konfigurations-Management.

* Robert Jaskolla ist Leiter Competence Center Managementsysteme beim IT-Beratungshaus Materna.

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