Report von ThousandEyes Internetperformance leidet durch Massennutzung während Covid-19

Autor: Ann-Marie Struck

Durch die verhängten Ausgangssperren zur Eindämmung des Coronavirus stieg die Internetnutzung weltweit an. Parallel dazu nahmen aber auch die Störungen zu, was der Internet Performance Report von ThousandEyes aufzeigt.

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Die Coronakrise hat die Internetverbindungen weltweit auf eine Bewährungsprobe gestellt.
Die Coronakrise hat die Internetverbindungen weltweit auf eine Bewährungsprobe gestellt.
(Bild: Ravil Sayfullin - stock.adobe.com)

Serien streamen, Gaming und Online-Shopping – während des Lockdowns durch Covid-19 haben viele Menschen sich im Internet die Zeit vertrieben. Das hatte Auswirkungen auf die Performance. Wie gut das Internet im ersten Halbjahr 2020 mit den gesteigerten Herausforderungen durch die Coronakrise performen konnte, zeigt der „Internet Performance Report 2020“ von ThousandEyes.

Die Studie analysiert die Verfügbarkeit und Performance von Netzwerken im Hinblick auf das Internet, einschließlich derer von Internet Service Providern (ISPs), Public Cloud-, Content Delivery Network (CDN)- und Domain Name System (DNS)-Anbietern. Durch die Messung der jeweiligen Leistung über einen bestimmten Zeitraum hinweg untersucht der Report die Folgen einer veränderten Internetnutzung aufgrund von Covid-19 und zeigt, wie diese in den verschiedenen Regionen und bei den unterschiedlichen Anbietern variierten.

„Das Internet ist naturgemäß unvorhersehbar und Ausfälle sind selbst unter normalen Bedingungen unvermeidlich“, sagt Angelique Medina, Research Author und Director of Product Marketing bei ThousandEyes. „Mit dem über Nacht erfolgten Umstieg auf Homeoffice, Homeschooling und der verstärkten Nutzung von On-Demand-Entertainment-Services in vielen Länder im März haben wir jedoch Ausfälle in noch nie dagewesenem Ausmaß erlebt. Dies war insbesondere bei Internet Service Providern der Fall, die scheinbar anfälliger für Störungen waren als Cloud Provider.“

Ausfälle stiegen im Frühjahr

Laut der Studie stiegen die Internetstörungen weltweit im März um 63 Prozent gegenüber Januar an und blieben bis zur ersten Jahreshälfte 2020 im Vergleich zum Stand vor der Pandemie erhöht. Auch im Juni wurden noch im Vergleich zum Jahresanfang 44 Prozent mehr Störungen verzeichnet. In der EMEA-Region erlebten Nordamerika mit 65 Prozent und der asiatisch-pazifische Raum mit 99 Prozent Spitzenwerte an Ausfällen im März. Nun sollen sich beide Regionen wieder auf ein für sie typisches Niveau eingependelt haben.

Die meisten Störungen hatten der Studie zufolge Internet Service Provider (ISP). Im Juni gab es 45 Prozent mehr Ausfälle als im Januar. Im Gegensatz dazu waren die Netzwerke der Cloud Provider insgesamt stabiler. Zwischen Januar und Juli erlebten Cloud Provider circa 400 Ausfälle weltweit gegenüber mehr als ca. 4.500 in ISP-Netzwerken. Bezogen auf die Gesamtzahl der Ausfälle traten mehr als 80 Prozent in ISP-Netzwerken und weniger als 10 Prozent in Netzwerken von Cloud Providern auf.

Obwohl die Gesamtzahl der Ausfälle in allen Regionen zunahm, unterschieden sich die Auswirkungen auf die Internetnutzer. Im Vergleich zu den Mustern aus der Zeit vor der Pandemie trat ein größerer Anteil der Ausfälle in der EMEA-Region in der Regel während der Hauptgeschäftszeiten auf. Im Gegensatz dazu fand die Mehrzahl der großen Ausfälle in Nordamerika außerhalb der typischen Geschäftszeiten statt, was möglicherweise weniger Auswirkungen auf die Nutzer hatte.

Performance im Durchschnitt passabel

Nichtsdestotrotz haben sich im Schnitt die auf dem Internet basierenden Infrastrukturen gut halten können. So das Resümee des Reports. Dies deutet auf eine insgesamt hohe Kapazität, Skalierbarkeit und Flexibilität der Betreiber hin. Negative Performance-Indikatoren wie Verzögerungen, Verluste und Instabilität hinsichtlich des Datenverkehrs blieben im Allgemeinen innerhalb tolerierbarer Grenzen. Demnach gab es keine Anzeichen für einen systemischen Notstand. Zudem können einige der vor allem im Februar beobachteten Netzwerkunterbrechungen auf Anpassungen von Betreibern zurück geführt werden.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien