Systemhaus-Portrait: Warum der Windows Server 2003 Umsatz bringt

Hollmann IT setzt auf Software-Entwicklung und Infrastruktur

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Das Ende des Windows Servers 2003

Einen Schub für sein Geschäft verspricht sich der Systemhaus-Chef in diesem Jahr von der Abkündigung des Supports für Windows Server 2003, Windows Server 2003 R2 sowie dem Microsoft Small Business Server (SBS) 2003, die ab Mitte 2015 keine Updates, Sicherheits-Patches oder Hotfixes mehr erhalten. „Solange es keinen triftigen Grund gibt, ist es meist sehr schwer ein funktionierendes System zu wechseln. Sie kennen ja den Spruch: Never change a running System. Doch jetzt verstehen die Kunden, dass etwas passieren muss. Ende 2014 haben wir mit einer Bedarfsanalyse begonnen, welche Kunden Windows Server 2003 haben. Nun sprechen wir diese an“, erklärt der Geschäftsführer.

Dass die Sicherheitsbedrohungen für ein Betriebssystem immens sind, verdeutlicht eine Zahl: Allein 2013 wurden von Microsoft 37 kritische Sicherheitsupdates für die Version Windows Server 2003 R2 veröffentlicht. Über zehn Jahre lang war die Windows-Server-2003-Familie damit vielerorts ein zentraler Bestandteil der Unternehmens-IT. Laut Microsoft macht die 2003er-Variante noch 39 Prozent sämtlicher Windows-Server-Installationen aus. Das bedeutet im Klartext, dass auf den IT-Channel jede Menge Migrationsgeschäft zurollt. Rechnet man für Planungs- und Testphasen ein halbes Jahr ein, dürfte es aktuell viel zu tun geben.

Bescherte die Migration des Windows- Betriebssystems XP im vergangenen Jahr guten Umsatz, verspricht das Server- Geschäft diesmal noch mehr. Denn es braucht einiges an Beratung. Zudem muss geprüft werden, ob Applikationen, die auf dem alten Server aufgespielt sind, auch in der neuen Umgebung laufen. Falls nicht, braucht es entsprechende Alternativen. Es handelt sich also hierbei nicht nur um den Ersatz von Hardware, sondern es sind Migrations-Projekte, bei denen auch Hardware verkauft werden kann. Abgelöst werden die alten Server meist durch Windows Server 2012.

„Alternativen dazu, wie etwa die Cloud, werden geprüft, aber im allgemeinen wollen meine Kunden ihre Kerndaten im Haus behalten“, sagt Hollmann. „Vielleicht liegt das daran, dass die Führungsriege eher hanseatisch-konservativ ist. Dennoch wird bei kleineren Projekten schon etwas ausprobiert, wie beispielsweise Hosted Exchange oder externes Backup.“ Auch mit Datenbanken in Azure oder mit hybriden Systemen würde experimentiert. Diese würden allerdings noch nicht ernsthaft in Betracht gezogen, um wichtige Geschäftsprozesse dorthin auszulagern.

Emotionale Entscheidung

„Nehmen wir einen Spediteur, der etwas über den Patriot Act liest. Bei ihm bleibt hängen, dass Microsoft Daten der amerikanischen Regierung offen legen muss. Microsofts Gegenargumentation wird dagegen nicht so explizit wahrgenommen. Es kommt zu einer Verunsicherung der Kunden. Für den Spediteur ist es schlussendlich eine emotionale Entscheidung, wo er seine Daten ablegt“, führt Hollmann aus. „Mit solchen Einstellungen haben wir im Tagesgeschäft zu kämpfen, und das erzähle ich auch Microsoft, wenn ich jemanden vom Hersteller zu fassen kriege.“

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