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Client-Computing von Fujitsu ab September 2020 Go East: Fujitsus Produktstrategie

Autor: Klaus Länger

Auch wenn sich Fujitsu vermehrt als Anbieter von Lösungen und Services sieht, bleibt das Produktgeschäft wichtig. Allerdings kommen Clients und Server ab Mitte des Jahres aus Fernost und werden in Tschechien endmontiert. Der Service bleibt allerdings in Augsburg.

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Client-Rechner kommen ab September 2020 grundsätzlich aus Fernost. Die Endmontage erfolgt in Tschechien.
Client-Rechner kommen ab September 2020 grundsätzlich aus Fernost. Die Endmontage erfolgt in Tschechien.
(Bild: Fujitsu)

Die bis September 2020 abgeschlossene ­Abwicklung des Augsburger Fujitsu-Werks sorgt bei etlichen Partnern immer noch für Verunsicherung. Denn auch wenn der Konzern ganz oben auf der Welle der Digitalen Transformation von Industrie und öffentlichen Auftraggebern mitreiten will, machen viele Systemhauspartner von Fujitsu immer noch einen gehörigen Teil ihres ­Umsatzes mit Servern und vor allem mit Client-Rechnern wie PCs oder Notebooks. Die Server kommen in Zukunft von Fujitsu aus Japan, die Client-Rechner fertigt die ­Fujitsu Client Computing Limited (FCCL), bei der Lenovo mit 51 Prozent die Mehrheit der Anteile hält.

Fujitsu ist mit 44 Prozent an FCCL beteiligt, die restlichen fünf Prozent gehören der Bank of Japan. Laut Santosh Wadwa, Channel-Chef bei Fujitsu Deutschland und zusätzlich als Head of CCD für die Client-Sparte verantwortlich, werden die Partner von dem Joint-Venture profitieren, da der gemeinsame Einkauf sowie Synergien bei der Produktentwicklung die Kosten senken sollen. Letztere werden allerdings erst ab 2022 zum Tragen kommen, da die Entwicklung der 2021er-Generation noch allein von Fujitsu stammt. Der Fujitsu-Brand und ein eigenständiges Produktdesign bleiben erhalten.

Santosh Wadwa bei Fujitsu für den Channel in Central Europe und zusätzlich für das Geschäft mit Client Devices verantwortlich.
Santosh Wadwa bei Fujitsu für den Channel in Central Europe und zusätzlich für das Geschäft mit Client Devices verantwortlich.
(Bild: Fujitsu)

Produktgeschäft auf vollen Touren

Derzeit läuft das Client-Geschäft für den Konzern so gut, dass die PC-Fertigung im Augsburger Werk an der Kapazitätsgrenze läuft. Gleichzeitig läuft die Verlagerung der Produktion nach Fernost und die Vorbereitung der Endmontage in Tschechien. Die Clients werden künftig bei dem Auftragsfertiger Inventec komplettiert, die Server kommen von Wistron. Das europäische Distribution Center von Fujitsu in Worms bleibt erhalten. Mit diesem Konstrukt sollen auch weiter eine BTO-Fertigung ab Stückzahl eins sowie das Customizing der Rechner möglich sein. In Augsburg baut Fujitsu einen neuen Standort auf, in dem 350 Mitarbeiter weiter beschäftigt werden. Sie werden Aufgaben im Vertrieb und im Service übernehmen. Für die anderen Beschäftigten im Augsburger Werk hat das Unternehmen laut Wadwa eine „Lösung mit Anstand” realisiert, die neben einem Sozialplan eine Transfergesellschaft und Jobbörsen umfasst.

In anderen Unternehmensbereichen stockt Fujitsu die Zahl der Beschäftigten auf. So wurden in den vergangenen Monaten mehr als 100 Stellen für SAP-Berater geschaffen und besetzt. Für etliche weitere 100 Stellen werden noch passende Bewerber gesucht.

Tradition und Innovation

Diese Entwicklung spiegelt die aktuelle Strategie des Konzerns wider, die Wadwa als Mischung aus „Tradition und Innovation” bezeichnet. Das Geschäft von Fujitsu soll auch in Zukunft auf drei Pfeilern basieren: Der klassischen IT, der Modernisierung der IT sowie dem „Data Driven Business”. Während die klassische IT stagniert, aber trotzdem wichtig bleibt, erwartet der Fujitsu-Manager für das Modernisierungsgeschäft ein Plus von sieben Prozent und für datengetriebene Lösungen ein jährliches Wachstum von 30 Prozent. Zu Letzteren ­gehören der Übergang zu einer hybriden IT, KI als Service, der Digital Annealer, die Blockchain oder Smart Cities.

Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist dabei Co-creation, also der Aufbau von Ökosystemen, in denen sich verschiedene Firmen und Organisationen zusammenschließen, um Probleme zu lösen. Aber auch beim „Data Driven Business” müssen die Daten immer noch auf Servern verarbeitet, auf Storage-Systemen gespeichert und mittels Client-Rechnern ein- und ausgegeben werden. Daher sieht Wadwa im Produktgeschäft weiterhin eine tragende Säule für Fujitsu, und die Firma werde dieses Business gemeinsam mit den Partnern ausbauen.

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 Klaus Länger

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Redakteur