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Ernesto Schmutter bei MRM Gebrauchtsoftware als Beschleuniger der Digitalisierung

Autor: Michael Hase

Gebrauchtsoftware mag als Anachronismus erscheinen. Der Verkauf von Altlizenzen kann aber Unternehmen helfen, schneller in die Cloud zu kommen. Ernesto Schmutter betrachtet sein Engagement beim Gebrauchtsoftware-Distributor MRM als Beitrag zur Digitalisierung.

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Ein Schritt zur Seite, zwei nach vorn: Als Schachspieler denkt Ernesto Schmutter strategisch.
Ein Schritt zur Seite, zwei nach vorn: Als Schachspieler denkt Ernesto Schmutter strategisch.
(Bild: Carica)

„Three steps ahead“ lautet der Claim, den Ernesto Schmutter seiner Consulting-Firma Carica gegeben hat. Schon in seiner langjährigen Laufbahn bei Ingram Micro machte sich der IT-Profi immer wieder für neue Themen stark. Beispielsweise baute er während seiner Zeit als Deutschlandchef des Distributors die Cloud-Vermarktung aus. Auch als selbstständiger Berater sieht er sich als Stratege und Gestalter, der die Dinge vorantreibt und dem es, wie er sagt, mit der Digitalen Transformation hierzulande „viel zu langsam vorangeht“.

Warum aber befasst er sich nun ausgerechnet mit Gebrauchtsoftware und engagiert sich beim Spezialdistributor MRM als Investor und Vorsitzender des Advisory Boards? Ist der Handel mit veralteten On-Premises-Lizenzen nicht ein Anachronismus, da sich die Software-Branche längst auf das As-a-Service-Modell ausgerichtet hat? Schmutter betrachtet die Sache differenzierter. Denn Unternehmen gehen die Transformation ihrer IT mit unterschiedlicher Geschwindigkeit an. Manche sind noch nicht bereit für die Cloud und wollen, wenn sie in Software investieren, im vertrauten Paradigma bleiben. Andere dagegen würden den Weg in die Cloud am liebsten sofort gehen. Sofern sie jedoch noch nicht vollständig abgeschriebene Lizenzen im Einsatz haben, rechnet sich der Umstieg für sie häufig noch nicht.

Vermittlung

An dem Punkt kommen Gebrauchtsoftware-Händler ins Spiel. Sie vermitteln zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen im Markt. Indem sie die On-Premises-Lizenzen von Kunden mit Cloud-Ambitionen in Zahlung nehmen, verschaffen sie ihnen Mittel, die ihnen helfen, die Modernisierung ihrer Applikationslandschaft zu finanzieren. „Der Ankauf von Gebraucht-Software ermöglicht so eine schnellere Cloud-Transformation“, resümiert der Consultant. Den Cloud-Verweigerern wiederum bieten die Händler klassische Software zu günstigen Konditionen an, und zwar selbst von Herstellern, die keine Laufzeitlizenzen mehr im Portfolio haben.

Weil die Ankäufer von Gebrauchtsoftware nicht immer mit den Verkäufern identisch sind, eröffnet sich ein Feld für die Distribution. So bezieht MRM beispielsweise Microsoft-Lizenzen über Systemhäuser, die die Software im Zuge von Cloud-Projekten ablösen, und vertreibt sie an andere Händler, die sie an ihre Kunden weiterverkaufen. „Gebrauchtsoftware ist ein klassisches Distributionsthema“, betont Schmutter.

Starkes Wachstum

Das Frankfurter Unternehmen, das im April 2017 gegründet wurde und mittlerweile mit mehr als 3.500 Resellern zusammenarbeitet, wächst stark. Zur Jahresmitte hatte MRM bereits in etwa den Umsatz von 2018 erreicht. Die ursprüngliche Annahme, das von „den Pionieren der Digitalisierung“ vorgegebene Tempo sei für viele Unternehmen zu hoch, hat sich laut Vertriebsleiter Christian Bedel bestätigt. Einen Erfolgsfaktor sieht der Manager darin, dass der Distributor die rechtmäßige Herkunft von Lizenzen transparent dokumentiert. „Unser kompromissloser Ansatz, uns beim Ankauf zu 100 Prozent an die rechtlichen und von Microsoft geforderten Regularien zu halten, wird von Partnern anerkannt und hat uns einen sehr guten Ruf im Channel beschert.“

Auch Schmutter, der bei MRM zu Beginn dieses Jahres einstieg, zieht ein positives Zwischenfazit. „Es macht großen Spaß, das junge, hochmotivierte Management-Team von MRM mit meiner Erfahrung zu unterstützen.“ Die Frankfurter wiederum sind froh, ihn an Bord zu haben. Bedel: „Was die strategische Ausrichtung betrifft, ist unser Advisory Board mit Ernesto Schmutter als Vorsitzendem Gold wert.“ Seine Expertise und seine Reputation im Channel seien im Tagesgeschäft sehr hilfreich.

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 Michael Hase

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