Die Digitale Transformation schreitet unaufhaltsam voran, doch ist im laufenden Jahr die Nachfrage vor allem im PC-Markt deutlich gesunken. Investitionen in digitale Arbeitsplätze bleiben weitgehend aus, dabei müssten sie doch fit gemacht werden für KI.
Am digitalen Arbeitsplatz werden sich Mietmodelle durchsetzen und bei IT-Dienstleistern und Herstellern für mehr Umsatz sorgen.
(Bild: Noelia - stock.adobe.com)
Der weltweite Absatz von PCs lag im dritten Quartal 2023 laut Analysten von Canalys bei 65,6 Millionen Einheiten. Damit wurden im Vergleich zum Vorjahresquartal 7 Prozent weniger Computer verkauft. Die Auslieferungen von Notebooks ist im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 52,1 Millionen Einheiten gesunken, während es bei Desktop-PCs einen Rückgang um 8 Prozent auf 13,5 Millionen Einheiten gab. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch die Marktforscher von Gartner. Ihren Berechnungen zufolge ist der Absatz von Computern sogar um 9 Prozent (auf 64,3 Millionen Stück) gegenüber dem dritten Quartal 2022 gesunken.
Der PC-Markt erholt sich wieder
Nach dem starken Rückgang seit sehr guten Jahren 2021 und 2022 rappelt sich der weltweite PC-Markt langsam wieder auf. Die Marktforscher bei Canalys registrieren nach dem Tiefpunkt im ersten Quartal 2023 wieder eine Erholung im dritten Quartal des Jahres. Dabei läuft das Geschäft mit Notebooks besser als das mit Desktop-PCs. Ishan Dutt, Principal Analyst bei Canalys, sieht einen vorsichtigen Optimismus bei den den Herstellern, denen es überwiegend gelungen ist, ihren Lagerüberschuss abzubauen.
Die Analysten von Canalys glauben, dass der Absatz von Computern im vierten Quartal 2023 wieder steigen wird.
(Bild: Canalys)
Für das Weihnachtsgeschäft wird wieder Wachstum erwartet. Weiteres Wachstum soll der Trend zu Rechnern mit KI-Funktionen bringen, die zunehmend in die Prozessoren wandern. Die Analysten von Gartner sehen ebenfalls eine Trendwende für den PC-Markt, die bei Business-Rechnern auch durch den kommenden Umstieg auf Windows 11 in Firmen angestoßen wird.
Wachstum mit Workplace as a Service
Einig sind sich die Analysten allerdings darin, dass im Weihnachtsquartal 2023 wieder mehr PCs über die Ladentheke gehen werden. „Es gibt Anzeichen dafür, dass der Rückgang des PC-Marktes endlich die Talsohle erreicht hat“, sagt Mikako Kitagawa, Director Analyst bei Gartner. Optimismus mag angesichts der derzeitigen makroökonomischen Bedingungen fehl am Platz zu sein. Schließlich dämpfen Inflation, hohe Preise und politische Krisen das Kaufverhalten von Endverbrauchern und die Investitionslaune von Unternehmen. Eher düster sind auch die Aussichten für die Wirtschaftsleistung in Deutschland. So prognostiziert der IWF in diesem Jahr ein um 0,5 Prozent schrumpfendes reales Bruttoinlandsprodukt.
Doch fällt bei einem Blick auf die IT-Branche auf, dass die wirtschaftliche Lage in einigen Bereichen so schlecht nicht ist. Und gerade wenn es um den digitalen Arbeitsplatz geht, spielen eben nicht nur Computer eine Rolle. Vielmehr rücken verstärkt Services und Lösungen in den Fokus und sorgen für satte Umsätze bei Herstellern und Partnern. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Security-Lösungen und Services zur Installation und Fernwartung von Clients im Büro oder Homeoffice. Workplace as a Service (WaaS) lautet das Zauberwort, das auch in Zukunft Wachstumschancen verspricht. Das Mietmodell für den digitalen Arbeitsplatz sieht vor, dass Notebooks, Clients oder Monitore nicht im Besitz des Unternehmens sind, sondern bei einem Dienstleister gemietet werden, der in der Regel auch die Einrichtung und Services wie Updates, Instandhaltung, Wartung und Austausch übernimmt. Zu den Vorteilen von WaaS gehören Skalierbarkeit und transparente Kosten. Zudem können sich kleinere Unternehmen dank WaaS auf ihr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sicher stellen, dass die Hardware immer auf dem neuesten Stand ist.
Partnerstimmen
Lutz Hirsch, CEO bei Hirschtec
(Bild: HIRSCHTEC)
Wegen der Rezession wird sich der Markt für Digital-Workplace-Lösungen weiter konsolidieren. Anbieter werden verschwinden, Unternehmen werden sich eher auf Einführungen im Standard mit großen Partnern konzentrieren. Allerdings wird der Marktdruck stärker, die eigene Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit durch KI-Lösungen zu steigern.
Lutz Hirsch, CEO bei Hirschtec
Dr. Oliver Mauss, CEO bei Netgo Group
(Bild: Netgo)
Studien zeigen, dass sich hybride Arbeitsmodelle am Markt durchgesetzt haben und sich weiter durchsetzen werden. Nutzungsbasierte Digital-Workplace-Lösungen und As-a-Service-Modelle wie Workplace as a Service tragen dieser Entwicklung Rechnung, denn sie steigern die Flexibilität und erleichtern Unternehmen die Finanzplanung.
Dr. Oliver Mauss, CEO der Netgo Group
Christian Malzacher, Business Manager Modern Workplace bei Bechtle
(Bild: Bechtle)
Zwei wesentliche Indikatoren sprechen für eine Belebung im Digital-Workplace-Geschäft: Zeit und Technologie. Zeit, weil die durch Corona bedingte Sonderkonjunktur drei Jahre zurückliegt und wir in den üblichen Austauschzyklus zurückkehren. Und Technologie, weil Neuerungen wie KI-Anwendungen in die Geschäftsprozesse Eingang finden sollten.
Christian Malzacher, Business Manager Modern Workplace bei Bechtle
Intelligente Tools und Systeme
Dass Services lukrativ sein können, lässt sich unschwer aus den Geschäftszahlen von Hardware-Herstellern und Dienstleistern herauslesen. Laut Gartner hat zum Beispiel der Marktführer Lenovo im dritten Quartal 2023 insgesamt 4 Prozent weniger PCs ausgeliefert als im Vorjahresquartal. Und auch im gerade abgeschlossenen Auftaktquartal 2024 musste der IT-Konzern einen deutlichen Umsatzrückgang (von 24 %) verbuchen. Und während im Kernsegment, bei der Gerätesparte Intelligent Devices Group (IDG), die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent gefallen sind, gab es bei den Services ein starkes Wachstum. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz bei der Solutions und Services Group (SSG) um 18 Prozent gestiegen. Als Folge dieser Entwicklung hat die Lenovo SSG ein neues Managed-Services-Portfolio mit intelligenten Tools und Systemen auf den Markt: Digital Workplace Solutions (DWS). Das Lösungspaket soll Unternehmen bei der Migration zu modernen, sicheren Technologien unterstützen, um Betriebskosten zu senken und die Produktivität zu steigern.
Aufgeschobene Digitalisierungsprojekte
Ähnlich sieht es auch bei Dienstleistern wie beispielsweise der Cancom Group aus. „Während sich im zweiten Quartal 2023 das Hardwaregeschäft verlangsamt hat, entsprach die Entwicklung im Service-Geschäft im ersten Halbjahr 2023 unseren Erwartungen“, erklärt Cancom-Chef Rüdiger Rath. Das habe zu einem Rohertragswachstum auf Konzernebene geführt, ergänzt Rath.
Und auch beim Branchenprimus Bechtle laufen die Service-Geschäfte gut. Im zweiten Quartal 2023 kletterte der Umsatz im Segment IT-Systemhaus & Managed Services um 13,7 Prozent auf 985 Millionen Euro. Getragen wurde diese Entwicklung laut Bechtle wie schon im Vorquartal unter anderem durch die hohe Nachfrage nach komplexen Digitalisierungsprojekten. Während also Services für immer höhere Umsätze sorgen, sinken diese im Produktsegment. Bei Bechtle gibt es also eine Tendenz, dass mittelständische Kunden anstehende Erneuerungen ihrer klassischen IT-Infrastruktur verschieben. Grund dafür sei die hohe Unsicherheit der Kunden bezüglich der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Budgets gingen eher in komplexe IT-Projekte. Davon wiederum profitiere das Service-Segment.
Stand: 08.12.2025
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Veränderte Arbeitskultur
Digital-Workplace-Lösungen liegen daher nicht nur bei großen Unternehmen, sondern vor allem auch bei KMUs voll im Trend. Dabei umfassen sie weitaus mehr als einfache Hardware-Mietmodelle mit Software-Support. Unabhängig von der Unternehmensgröße bieten Managed Service Provider, Hyperscaler oder Hersteller Hardware und Infrastruktur als Service inklusive Anwendungen, Support, Geräte- und Security-Management sowie Rücknahme und Recycling. Managed-Workplace-Lösungen von Herstellern und Systemhäusern umfassen den gesamten Lebenszyklus und bieten sich immer dann an, wenn IT-Infrastrukturen immer komplexer werden und der finanzielle Druck IT-Abteilungen und Unternehmensleitungen nach alternativen Arbeitsplatzlösungen suchen lässt. Die Flexibilität von WaaS-Modellen erlaubt es Unternehmen, den Wünschen der Mitarbeiter nachzukommen und moderne IT-Arbeitsplätze bereitzustellen, unabhängig davon, ob diese lieber im Büro oder im Homeoffice arbeiten.
Der veränderten Arbeitskultur infolge der Corona-Pandemie Rechnung tragen müssen Unternehmen heutzutage nicht zuletzt, weil es immer schwieriger wird, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. So hat sich laut Bitkom nicht nur das Homeoffice etabliert. Zudem hätten viele Arbeitgeber haben ihre Personalpolitik überdacht und angepasst. Den Mitarbeitenden neueste Hardware für die hybride Arbeit zur Verfügung zu stellen, wertet den CO2-Fußabdruck des Unternehmens auf und kommt den Wünschen der Belegschaft nach mehr Nachhaltigkeit entgegen. Untersuchungen von Statista belegen, dass immerhin 35 Prozent der befragten Arbeitnehmern einen starken positiven Effekt des Digital Workplace für den Klimaschutz sehen. Der Nachhaltigkeit zu Gute kommen dabei unter anderem die vermiedenen Fahrten ins Büro sowie die Digitalisierung und Automatisierung von komplexen Prozessen.
Automatisierung und KI
Faktoren, die laut Analysten von Gartner und Canalys sowie IT-Herstellern und Dienstleistern dazu führen werden, dass der Digital-Workplace-Markt im vierten Quartal des Jahres 2023 und im nächsten Jahr wieder steigen wird, sind Automatisierung und KI. So ist Kieren Jessop, Research Analyst bei Canalys, davon überzeugt, dass „sich viele der Probleme, die den Markt geplagt haben, nun entspannen. Die Anbieter im gesamten PC-Ökosystem können sich nun auf einen zusätzlichen Nachfrageschub durch KI freuen“.
Hersteller von PCs und Prozessoren nehmen bereits Kurs auf das KI-Zeitalter. Beispielsweise integriert Microsoft im neuen Surface Laptop Studio 2 mit dem Intel Movidius 3700VC einen eigenen KI-Chip aus, der die CPU entlasten soll. AMD hat in den Ryzen-7040-CPUs der Phoenix-Familie eine KI-Engine auf Basis der XDNA-Technologie von Xilinx im Prozessor integriert, eine Premiere bei x86-Prozessoren. Einige Notebooks mit AMD Phoenix sind bereits im Handel verfügbar. Intel wird im Dezember mit dem Mobile-Prozessor Meteor Lake nachziehen, der als Core Ultra auf den Markt kommt. Hier ist eine Neural Processing Unit (NPU) als KI-Einheit Teil der CPU. Derzeit werden die KI-Units für Effekte bei Videokonferenzen genutzt, zukünftig ebenfalls für Copilot-Funktionen in Windows 11 und Microsoft 365.
Ein weiterer Trend vor allem bei Notebooks sind Präsenzfunktionen, die für mehr Komfort und Sicherheit beim hybriden Arbeiten sorgen. Zusätzliche Sensoren ermöglichen die automatische An- und Abmeldung der Nutzer. Zudem können sie vor Schulterblicken unerwünschter Mitleser warnen.
Aufwind erwarten die PC-Hersteller durch KI ebenfalls beim Absatz mobiler und stationärer Workstations. Die aktuellen GPUs von Nvidia und AMD sollen beim Training von Modellen und beim Inferencing eine deutlich höhere Leistung liefern als die vorhergehende Chipgeneration.
KI für Windows 11 und Microsoft 365
Künstliche Intelligenz ist bei Microsoft gerade ein großes Thema. Der Hersteller hat mehrere Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und nutzt dessen KI-Anwendung ChatGPT unter anderem im Edge-Browser, für den Github Copilot und den OpenAI-Service auf Azure. Bei Windows 11 soll der Windows Copilot an Bord gehen. Er präsentiert sich als Seitenleiste, ähnlich wie Bing Chat, der KI-Copilot des Webbrowsers. Mit ihm können beispielsweise über den Text-Prompt Windows-Funktionen oder Apps aufgerufen werden. Texte aus der Zwischenablage können per KI zusammengefasst oder mit zusätzlichen Informationen angereichert werden. In Microsoft 365 ist die KI auf mehreren Ebenen als kostenpflichtige Erweiterung aktiv: als Zusatz für Applikationen und als eigenständiges Tool mit dem Namen Microsoft 365 Chat. Allerdings ist Microsoft noch damit beschäftigt, die Funktionen an den Digital Markets Act der EU anzupassen. Das soll bis März 2024 abgeschlossen sein.