Partnerportal Exclusive Access Exclusive Networks digitalisiert sich selbst

Von Michael Hase 4 min Lesedauer

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Der VAD Exclusive Networks baut sein Service-Portfolio stetig aus. Parallel dazu feilt der Security-Spezialist aber auch an den Prozessen im Bestell- und Liefermanagement. Dabei trägt das neue Partnerportal Exclusive Access zur internen Digitalisierung bei.

Im IT-Projektgeschäft kommt es darauf an, den Überblick über alle Prozesse zu behalten.(Bild:  NicoElNino - stock.adobe.com)
Im IT-Projektgeschäft kommt es darauf an, den Überblick über alle Prozesse zu behalten.
(Bild: NicoElNino - stock.adobe.com)

In der Value Added Distribution machen Dienstleistungen den Unterschied. Wer wollte das bestreiten? Exclusive Networks entwickelt daher beständig das Service-Angebot weiter. Allein darauf will sich das französische Unternehmen aber nicht verlassen. Auch bei den Basisleistungen eines IT-Großhändlers feilt es an den Prozessen, etwa in der Bestellabwicklung und der Logistik. So hat die deutsche Organisation im April das Portal „Exclusive Access“ live geschaltet, das für Partner die Interaktion mit dem Distributor vereinfachen soll. Im Juli sind bereits die ersten zusätzlichen Funktionen hinzugekommen.

Mike Cramer, Sales Director bei Exclusive Networks, hält Distribution für ein komplexes Geschäft.(Bild:  Gudrun Kaiser)
Mike Cramer, Sales Director bei Exclusive Networks, hält Distribution für ein komplexes Geschäft.
(Bild: Gudrun Kaiser)

„Viele meinen, Distribution sei simpel: Ware von A nach B bewegen“, sagt Mike Cramer, Sales Director bei Exclusive Networks Deutschland, im Gespräch mit IT-BUSINESS. „Das Gegenteil ist der Fall. Vor allem das Projektgeschäft ist eine komplexe und vielteilige Angelegenheit, bei der Partner auf einen reibungslosen Informationsfluss angewiesen sind.“ So müsse das Projektmanagement jederzeit die Prozesse im Blick behalten. Der Vertrieb des Partners brauche Informationen über Liefer- und Bestellstatus, um Fragen des Endkunden zu beantworten. Der Einkauf müsse über Bestelldetails informiert sein. Die Finanzabteilung brauche Einblick in die Rechnungen. „Alle diese Informationen laufen nun in Exclusive Access zusammen, und das in Echtzeit.“

Vereinfachte Administration

So erlaubt das Portal den Partnern, alle Bestellungen eines Projekts im Überblick einzusehen, Sendungen anhand des Lieferstatus von Logistikunternehmen nachzuverfolgen oder auf Rechnungs- und Bezahldaten zuzugreifen. Mit Hilfe von Filtern lassen sich die benötigten Informationen eingrenzen. Statt sie bei den Abteilungen des Distributors oder bei Dienstleistern abzufragen, reiche ein Blick in Access aus, fasst Cramer zusammen. „Für den Partner vereinfacht sich dadurch die Administration. Aber auch uns hilft das Portal, die Arbeitslast zu reduzieren.“ Weil Exclusive die Daten online bereitstelle und sich der Partner im Self-Service bedienen könne, werde Telefon- oder E-Mail-Kommunikation vermieden, die beiden Seiten keinen Mehrwert bringt.

„Wir investieren in mehr Effizienz und optimieren unsere internen Prozesse, damit wir zusätzlichen Freiraum für den proaktiven Vertrieb und für die Unterstützung unserer Partner gewinnen“, ergänzt Marcus Adä, Geschäftsführer und Regional Manager DACH bei Exclusive Networks. Man könne von Digitalisierung sprechen.

Durch die Erweiterung des Portals sind im Juli die Funktion, auch Angebote online einzusehen, und der Durchgriff auf die Lagerverfügbarkeit der Herstellerpartner des Distributors neu hinzugekommen. Somit haben Partner nun alle Dokumente vom Angebot bis zum Liefernachweis zentral im Blick. Über Access öffnet der VAD ihnen letztlich Zugang zu den eigenen Bestell-, Warenwirtschafts- und Abrechnungssystemen und teils zu Systemen der Hersteller.

Große Akzeptanz

Mit der Akzeptanz des Portals sind Adä und Cramer überaus zufrieden. Nach den ersten drei Monaten nutzt es bereits ein Drittel der Partner in Deutschland, drei Viertel von ihnen greifen sogar täglich darauf zu. Absolute Zahlen nennt das Unternehmen nicht.

„Bei Broadlinern sind solche Systeme heute Standard“, erläutert Adä. „In der Value Added Distribution hat nach meiner Kenntnis aber bislang kein anderer ein Portal, das diese Durchgängigkeit der Informationen bietet.“ Access wurde in der polnischen Organisation von Exclusive entwickelt, die aus der Akquisition des Distributors Veracomp im Jahr 2020 hervorgegangen ist. Das Unternehmen besaß große Erfahrung im E-Commerce, wie der DACH-Chef berichtet. In Deutschland wurde man auf das Portal aufmerksam und hat es um zusätzliche Funktionen erweitert.

Künftig werden auch andere Landesgesellschaften des Distributors die Lösung einsetzen „Das ist der Vorteil einer internationalen Company: Ein Land entwickelt ein Tool, und dann wird es europaweit oder sogar weltweit ausgerollt.“

Marcus Adä, DACH-Chef bei Exclusive Networks, sieht den VAD dem Wettbewerb in puncto Digitalisierung einen Schritt voraus.(Bild:  Exclusive Networks)
Marcus Adä, DACH-Chef bei Exclusive Networks, sieht den VAD dem Wettbewerb in puncto Digitalisierung einen Schritt voraus.
(Bild: Exclusive Networks)

Der VAD will die Funktionalität von Access beständig erweitern. „Wir werden das Portal künftig mit noch mehr Features wie zum Beispiel mit proaktiven Renewal-Listen und Angeboten ausbauen“, kündigt der Sales Director an. Es soll allerdings ein reines Informationsportal bleiben und kein Online-Shop werden. Zu den Funktionen in Arbeit zählen auch der Überblick über die Produkte, die der Distributor ab Lager verfügbar hat, und der Zugriff auf Preislisten der Hersteller, die Partner abhängig von ihrem Status einsehen können. Mit den zunehmenden Informationsmöglichkeiten soll ein Rechtesystem mit Zwei-Faktor-Authentifizierung den Datenschutz gewährleisten.

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Business Development

Bei einem anderen Projekt ist Cramer in der Zwischenzeit ebenfalls einen Schritt weiter gekommen. Im April gewann der Sales Director den zweiten Mitarbeiter für das Business Development, das er seit 2022 aufbaut. „Jetzt haben wir ein schlagkräftiges Team.“ Die Vertriebsprofis beraten Systemhäuser bei der Weiterentwicklung ihres Security-Geschäfts und zeigen ihnen auf, mit welchen Technologien sie ihr Portfolio sinnvoll erweitern können. Anschließend erstellen sie Business-Pläne mit den Partnern und begleiten sie auf dem Weg mit den neuen Anbietern.

Aktuell betreut das kleine Team etwa 40 Häuser, bei denen das Geschäft stärker wächst als beim Durchschnitt der Partner von Exclusive, wie Cramer mitteilt. Deshalb plant der Manager bereits die nächsten Schritte: „Auch im Business Development werden wir weiter investieren und den Bereich ausbauen.“

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