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Enterprise Content Management

ECM-Plattformen lassen auf sich warten

19.11.2007 | Redakteur: KHR

Anbieter von Enterprise-Content-Management-Suiten, kleinen DMS-Lösungen und Archiv-Komponenten sehen rosige Zeiten auf sich zukommen.
Anbieter von Enterprise-Content-Management-Suiten, kleinen DMS-Lösungen und Archiv-Komponenten sehen rosige Zeiten auf sich zukommen.

Nach rund zehn Jahren Content Management sind Unternehmen immer noch weit davon entfernt, eine einheitliche Plattform installieren zu können, in der jede Art von unstrukturiertem Content wie ein- und ausgehende Post, Präsentationen, Web-Content, eMails oder Digital Assets gesammelt werden kann.

Content Management Systeme helfen, unstrukturierte Informationen zu verwalten. So sehr die Lösungen in den vergangenen Jahren gereift sind, blieb ein Problem erhalten: Waren Dokumenten-Management-Lösungen früher schon Insellösungen, sind es die neuen ECM-Suiten leider oft auch. Zwar lässt sich innerhalb einer Suite im Regelfall ein gemeinsames Repository nutzen, aber die Einbeziehung von Inhalten anderer Unternehmenslösungen ist mit viel Aufwand verbunden. Statt dem einen und einzigen Platz für Content, sind heute immer noch viele Content-Silos die Regel.

Trotz dieses ungelösten Problems interessieren sich immer mehr Unternehmen für Enterprise-Content-Management-Lösungen (ECM). Das hängt mit der Menge an täglich neu hinzukommenden, unstrukturierten Informationen zusammen, die selbst kleine Firmen mittlerweile zum Nachdenken veranlasst, wie sie diese verwalten können. Dass »Content« schnell verfügbar sein muss und wichtig für den geschäftlichen Erfolg eines Unternehmens ist, finden immer mehr Unternehmen. Auch die Beliebtheit von Collaboration-Lösungen, mit denen gemeinsam an Dokumenten gearbeitet werden kann, ist ein Treiber für das Marktsegment ECM. Schließlich spricht auch die Notwendigkeit, gesetzliche Regelungen für die Aufbewahrung von Content erfüllen zu müssen, für die Einführung von ECM-Lösungen.

Spielraum für Hersteller

Aber natürlich ist deren Nutzung in den Unternehmen noch weniger selbstverständlich als beispielsweise die von Enterprise Resource Planning (ERP). »Der Grad der Marktdurchdringung ist längst nicht so hoch, wie wir uns das wünschen«, bestätigt Henner von der Banck, Geschäftsführer des VOI (Verband Organisations- und Informationssysteme e.V.). Das hat auch etwas Gutes, denn so bietet der Markt noch viel Potenzial für Anbieter.

Momentan weht diesen wegen des Einstiegs von Microsoft mit dem Microsoft Office Sharepoint Server (MOSS) aber eine steife Brise ins Gesicht. Diese soll sich nach Meinung der Marktteilnehmer jedoch bald zum gnädigen Rückenwind wandeln. So erwartet ein Vertreter von Fujitsu Siemens Services nicht mehr als eine kurzfristige kleine Delle in den Absatzkurven der ECM-Konkurrenten, wenn nun immer mehr Office-Kunden mit dem Sharepoint Server in das Thema Dokumentenmanagement durchstarten. Die anspruchsvolleren Kunden würden schon bald merken, so die Spekulation des Experten, dass die Funktionalität der Lösung nicht ausreiche, um damit auch gehobene Anforderungen an die Dokumentenverwaltung abzudecken.

Analysten und Marktteilnehmer gehen davon aus, dass Kunden Sharepoint, ebenso wie SAPs Enterprise Portal, Navision oder Notes künftig als Frontends einsetzen werden. Ein Repository eines DMS-Anbieters runde dann zum Beispiel MOSS 2007 zu einer Plattform für ein ganzheitliches Management ab. DMS-Technologie rutsche damit ins Backend. Die meisten Anbieter entwickeln jetzt Anbindungen für MOSS.

Nachfrage in Unternehmen

Bisher sind sich nur 25 Prozent der Unternehmen über die Bedeutung gesetzlicher Regulierungen wie GoBS oder GDPdU für die Archivierung ihrer elektronischen Dokumente im Klaren. Trotzdem planen rund 30 Prozent der Unternehmen die Einführung einer DMS-Lösung. Je größer das Unternehmen ist, desto wichtiger ist das Thema dort. In den meisten Fällen sollen die Dokumentenmanagement-Systeme im kaufmännischen Bereich eingesetzt werden. Diese Erkenntnisse sind einer Studie des VOI – Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. – entnommen, der mehr als 1.000 Unternehmen zu Dokumenten Management befragte. Der VOI wollte damit das Marktpotenzial von Dokumentenmanagement-Systemen (DMS) in Deutschland eruieren. Wer mehr über Unternehmen und ihre Einstellung zu DMS-Systemen erfahren möchte, kann die 130 Seiten starke Studie online für 214 Euro bestellen.

Markt-Konsolidierung

Auf Herstellerseite entwickeln sich zwei Lager: Die großen Suiten-Anbieter und die mittelständischen Hersteller, die kleine DMS-Lösungen mit Workflow-Funktionalität und einzelne Geschäftsprozesse offerieren. Bei den Suiten-Herstellern wächst der Funktionsumfang stetig weiter. So finden auch Business-Process-, eMail-, und Output-Management- sowie Capturing-Funktionalität Eingang in die Suiten. Auch die Koppelung mit hierarchischen Speichersystemen (ILM) steht auf der Agenda.

Chancen für Reseller

Auch die Großen des ECM-Marktes, wie IBM, EMC oder Opentext, strecken allmählich ihre Fühler nach Resellern aus. ISVs sind besonders stark gefragt. Von ihnen erhofft man sich, dass sie Branchen- und Speziallösungen auf Basis der etablierten ECM-Angebote entwickeln.

IT-BUSINESS bat zwei Insider um Stellungnahme zur aktuellen Marktentwicklung und den Chancen für die Reseller im Umfeld von Enterprise Content Management.

Expertenmeinung von Karl Heinz Mosbach (ELO)

»DMS- und ECM-Lösungen bilden zunehmend die zentrale Plattform zur Informations- und Geschäftsprozessverwaltung. Als Schlüsseltechnologie deckt diese ein breites Feld ab, angefangen bei eMail-Archivierung und Vertragsmanagement über den Workflow bis hin zum Web-Content-Management. Geringe Marktsättigung und steigende Nachfrage stellen für Reseller ein hohes Potenzial dar. Bei Spezialisierung ist daher ein schneller Geschäftserfolg wahrscheinlich.«

Expertenmeinung von Frank Schnittker (D.velop)

»Neunzig Prozent aller Unternehmensprozesse werden durch Dokumente gesteuert. In mehr als 65 Prozent der deutschen Unternehmen noch in klassischer Form – mit Papier. Dies bedeutet ein enormes Potenzial für DMS / ECM-Systeme. Denn die Automation von Dokumentenprozessen spart Zeit und Geld. Abläufe können schnell und flexibel auf sich ständig ändernde Marktbedingungen angepasst werden. So sind Unternehmen fit für den Wettbewerb.«

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