Im Markt für Speicherlösungen ist Bewegung und es wird noch mehr erwartet. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz steigern den Bedarf und gleichzeitig die Lösungsvielfalt. Das bekommen der Channel und die Distribution zu spüren.
(Bild: Pungu x - stock.adobe.com / KI-generiert)
Der weltweite Umsatz im Speicherlösungs-Markt soll Statista Market Insights zufolge in diesem Jahr etwa 60 Milliarden Euro betragen. Was Speicherlösungen anbelangt, ist man zuversichtlich und prognostiziert ein Wachstum von 11,23 Prozent bis 2029. Distributoren, die genau solche Lösungen im Portfolio führen, können sich also entspannt zurücklehnen? Nicht unbedingt, denn auch in diesem Segment kristallisieren sich klare Trends heraus, die es rechtzeitig zu erkennen gilt. Steigende Nachfrage muss beachtet und mögliche Neuheiten im Auge behalten werden.
Sicherheit im Fokus
So ist Rocco Frömberg, Leiter Vendor Development & Operations bei TIM, überzeugt, dass Data Center Storage derzeit die wichtigste Plattform für die Speicherung sensibler Informationen darstellt. „Daraus ergeben sich neu priorisierte Leistungskriterien für Data Center Storage, wie die Möglichkeiten der Zugriffssteuerung, Verschlüsselung, Monitoring sowie Schnittstellen zu Security-Software, zur Aufbereitung der geloggten Daten und zur nahtlosen Kombination mit weiteren Quellen“, sagt er über Anforderungen und gleichzeitig über mögliche Marktchancen.
Auf einen essenziellen Aspekt geht Frömberg dabei ein: Sicherheit. Dabei ist es nicht nur entscheidend, Storage als System mit wertvollen Daten zu schützen. „Andererseits ist er gleichzeitig ein aktiver Teil eines unternehmensweiten, stabilen Sicherheitskonzepts.“ Frömberg erkennt einen klaren Trend darin, „Security mit modernen Data-Center-Technologien zu verknüpfen und damit Technologie-Brücken für Kunden zu bauen, die Datenintegrität, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit gewährleisten“.
Auch intelligente Speicherlösungen sind derzeit präsent. Sie halten einige Vorteile für IT-Dienstleister bereit wie „automatisierte Datenplatzierung, Kapazitätsoptimierung, Reduzierung von manuellem Aufwand, Skalierbarkeit, sowie verbesserte Datenverwaltung“, zählen Viktor Martens, Produktmanager für Server-Lösungen, und Stephan Teinert, stellvertretender Vertriebsleiter bei Wortmann, auf. Weiter nennt Tanja Link, Director Business Unit Huawei Enterprise & HCS bei Acondistec, einen effizienteren und preiswerteren Betrieb und spricht zudem das „OnStorage Process Handling“ an. „Viele Prozesse wie Datenordnung oder -analyse kann der Storage heute schon vorbereiten oder selbst ausführen. Das entlastet das Netzwerk aber auch die gesamte IT-Landschaft“, geht sie genauer darauf ein.
Der Einzug von KI in Storage-Systeme wird laut Link gravierende Veränderungen mit sich bringen. „Der Speicher rückt stärker ins Zentrum. Denn warum sollten Daten erst über das Netzwerk transportiert werden, wenn der Storage sie direkt verarbeiten kann“, begründet sie. Sie prognostiziert zudem, dass in Zukunft verschiedene Speicherarchitekturen abgelöst oder vereinheitlicht werden, wie File-, Block- oder S3-Storage, „weil ein intelligentes Storagesystem alle Technologien beherrscht“. Und schließlich nimmt das Datenvolumen stark zu – und das bereits jetzt. „Alle Daten, die KI generiert sind, sind Nutzerdaten, die Unternehmen vorhalten und speichern müssen. Zumindest temporär. Und wir stehen bei KI noch ganz am Anfang.“
Bei Storage as a Service (STaaS) benötigen Anwender keine eigene Storage-Infrastruktur, sondern können Speicherplatz nach Bedarf buchen. Diese Flexibilität ist laut Wortmann aus folgenden Gründen gefragt: „Zum einen bieten immer mehr Softwarelösungen und NAS Systeme Schnittstellen zur einfachen Anbindung von STaaS und zum anderen steigt das Sicherheitsempfinden.“ Daneben ist kein großes Investment notwendig. Doch würden Mehrwerte erst generiert, wenn STaaS einfach, wie ein lokaler Speicher verwendet werden kann, so Martens und Teinert. Dass der STaaS-Markt wächst, kann Link bestätigen, sagt aber offen: „Die Vorteile des Modells liegen für die Kunden in der Flexibilität und nicht im Preis. Denn kein Anbieter oder Finanzierer kann den Kunden alle Veränderungsrisiken abnehmen. Die sind immer eingepreist.“ Auch ist die Integration nicht unkompliziert. So würden sich Kunden häufig bei der Festlegung ihres Speicherbedarfs schwer tun. „Hier ist Beratung durch die Partner gefragt.“ Weiter birgt die heterogene Speicherlandschaft Herausforderungen, denn die müssten Kunden vor der STaaS-Nutzung konsolidieren und definieren, „welche Anforderungen die Lösung technisch abbilden muss“, konkretisiert Link das Problem. Trotzdem würden oftmals die Vorteile einer flexiblen Lösung überwiegen, was die steigende Nachfrage erklärt.
Trotz dieser Prognose und Vorteile vermelden Martens und Teinert eine geringe Nachfrage. „Dies wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen, da IT-Systemhäuser und Fachhändler sich erst einmal selbst mit dem Thema stärker auseinandersetzen und unter anderem ihre Mitarbeiter qualifizieren müssen“, begründen sie. Doch gibt es klare Treiber auf Kundenseite, die den Bedarf an intelligenten Speicherlösungen erhöhen. „Personalmangel in der IT, immer mehr fachspezifische Anwendungen erfordern eine eigene Speichersteuerung sowie die Konsolidierung heterogener Speicherlandschaften“, nennt Link.
Stand: 08.12.2025
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Ein klareres Bild ergibt sich bei klassischen HDDs. Sie werden den Wortmann-Experten zufolge „vor allem für Archivspeicher verwendet, da sie kostengünstig viel Kapazität bereitstellen.“ In Produktivumgebungen setze man hingegen vermehrt auf Enterprise-SSDs. Der Anteil an NVMe-SSDs nehme dabei zwar zu, bei On-Premises-Lösungen dominieren aber noch SATA-RAID-SSDs. Neue Formfaktoren wie EDSFF seien hingegen noch nicht besonders populär, da sie kaum verfügbar sind. Der Grund: „Server und Storage-Gehäuse sind größtenteils auf den klassischen Standard ausgelegt.“ Martens und Teinert sind dennoch überzeugt, dass EDSFF in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, „da über diesen Formfaktor performantere Laufwerke mit höheren Kapazitäten abbildbar sein werden.“
Der Speicher rückt stärker ins Zentrum. Denn warum sollten Daten erst über das Netzwerk transportiert werden, wenn der Storage sie direkt verarbeiten kann.
Tanja Link, Director Business Unit Huawei Enterprise & HCS bei Acondistec
Der Einschätzung von Acondistec zufolge, sind heute 90 Prozent aller Primärspeichersysteme Flash-basiert. „Hohe Betriebssicherheit, geringe Ausfallquoten und eine stabile Performance“, zählt Link als Gründe hierfür auf und fügt hinzu, dass Flash mittlerweile ebenso in Backup-Systemen und Archiven Einzug erhält. „Denn mit verstärkter Datennutzung tritt der Aufbewahrungsaspekt zunehmend in den Hintergrund. Auch die archivierten Daten müssen für Analysen schnell verfügbar sein.“
Zukunftssicher aufgestellt
Solche und weitere Entwicklungen gilt es also zu erkennen, zu verfolgen und gegebenenfalls darauf zu reagieren. Bei Wortmann passe man daher das Produktportfolio der aktuellen Nachfrage und Anforderungen an. Trends würden beobachtet und bei der Planung neuer Produkte beachtet. Mit dem Fokus auf Huawei sieht sich Acondistec ebenfalls gut aufgestellt. „Durch seine Stärke in der Forschung und Entwicklung ist Huawei heute einer der Hersteller, der die Storage-Trends mitgestaltet“, erklärt Link. Und welche neuen Trends, Technologien und Veränderungen wohl in den nächsten Jahren im Storage-Segment aufwarten? Das haben die Distributoren im besten Fall schon frühzeitig im Blick.