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Können nur die dicken Fische der Branche bestehen?

Die Zukunft kleiner Systemhäuser

| Redakteur: Marisa Metzger

Immer häufiger hört man, dass sich kleinere Systemhäuser bei den größeren Fischen der Branche zum Verkauf anbieten.
Immer häufiger hört man, dass sich kleinere Systemhäuser bei den größeren Fischen der Branche zum Verkauf anbieten. (Bild: © Dmitry Guzhanin - Fotolia)

Steht eine Konsolidierungswelle von Systemhäusern bevor? Schließlich hört man, dass immer mehr kleinere Systemhäuser sogar bei den größeren anklopfen und sich zum Kauf anbieten.

Gibt es in der Zukunft keinen Platz mehr für kleine Systemhäuser? Erst vor Kurzem hat beispielsweise Fernao Networks das Systemhaus Computer Stamm akquiriert. Die Übernahme ist der erste „Baustein“ in der Buy-and-Build-Strategie der Unternehmensgruppe. IT-BUSINESS hat Andreas Stamm, den Geschäftsführer von Computer Stamm, nach den Verkaufsgründen gefragt und sich in der Branche umgehört, ob jetzt eine große Konsolidierungswelle bevorsteht. Schließlich häufen sich bei den größeren Systemhäusern die Anfragen der kleineren Fische der Branche, die sich zum Verkauf anbieten.

Nachfolgeregelung

Für Andreas Stamm war der Verkaufsgrund jedoch nicht die Angst, in der Zukunft keinen Platz mehr in der Branche zu haben. Er wollte rechtzeitig eine Nachfolgeregelung für sein Unternehmen treffen. Auch Michael Schickram, Gründer von Schickram IT, sieht darin einen der Hauptgründe für Systemhausübernahmen: „Die Gründergeneration kommt langsam in das Rentneralter. Daher stellt sich die Frage, an wen das Unternehmen übergeben werden soll.“

Schickram erwartet keine massive Konsolidierungswelle im Channel. Als weiteren möglichen Verkaufsgrund neben einer drohenden Insolvenz nennt er die steigenden Anforderungen von Herstellern an kleinere Systemhäuser. Dies führe auch bei gut aufgestellten und organisierten Unternehmen dazu, dass sie unter Druck geraten.

Fokus setzen

Schickram rät dazu, einen Fokus zu setzen, um sich nachhaltig zu positionieren: „Auf die Breite gesehen, werden spezialisierte Systemhäuser den Markt dominieren. Eine klare Strategie – egal ob regional, horizontal oder vertikal – lässt kleine Systemhäuser bestehen.“

Außerdem sollten sich die Unternehmen, die nicht akquiriert werden wollen, vernetzen. Dadurch könne eine bessere Flächendeckung erreicht und dem Fachkräftemangel begegnet werden. Schickram selbst ist Beiratsmitglied im Systemhausverbund Also Network.

Geschäftsmodell anpassen

Frank Roebers, Geschäftsführer des Systemhausverbunds iTeam und Vorstandsvorsitzender der Synaxon, schätzt ebenfalls Nachfolgeprobleme höher ein als „fehlende Wettbewerbsfähigkeit durch zu geringe Größe“. Es sei völlig normal, dass immer wieder Systemhäuser jeglicher Größenklasse zum Verkauf stünden. Es ließe sich in den letzten Jahren auch kein Trend erkennen, dass die Systemhausübernahmen ansteigen.

Außerdem sei momentan nicht zu beobachten, dass kleinere Systemhäuser an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Im Gegensatz zu Schickram sieht Roebers keine zwingende Notwendigkeit darin, sich spezialisieren zu müssen, um als kleineres Systemhaus zu überleben. „Wichtig ist, dass man sich zum richtigen Zeitpunkt im Geschäftsmodell an den sich verändernden Markt anpasst.“ Dann könne man auch als „normales“ Systemhaus mit IT-Infrastrukturbetreuung noch viele rentable Jahre genießen.

„Dritte Welle des IT-Geschäfts“

Die Systemhaus-Landschaft wird nach Roebers‘ Prognose „vielfältig sein und noch lange gesund bleiben“. In den kommenden Jahren werde das Zeit-gegen-Geld-Geschäft allmählich durch die „dritte Welle des IT-Geschäfts“ abgelöst. Wiederkehrende Einnahmen durch Managed Services und das Cloud-Geschäft würden an Bedeutung gewinnen. „Das wird aber meiner Meinung nach länger dauern, als es uns viele glauben lassen wollen. Trotzdem ist für die meisten Systemhäuser jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit den neuen Geschäftsmodellen zu befassen, diese zu erproben und in das Geschäft einfließen zu lassen.“

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