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Launch Days Die virtuelle it-sa 365 2020

| Autor: Melanie Staudacher

Die it-sa fand in diesem Jahr nicht wie gewohnt in Nürnberg, sondern digital statt. Trotzdem bot die Messe ihren Besuchern interessante Vorträge von Experten und weitere Highlights. Die Plattform bleibt für 365 Tage erreichbar und lädt zum Networken ein.

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In diesem Jahr fand die it-sa nicht in Nürnberg statt, sondern virtuell als it-sa 365.
In diesem Jahr fand die it-sa nicht in Nürnberg statt, sondern virtuell als it-sa 365.
(Bild: Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com)

Unter dem Motto „Solutions – Networking – Knowledge“ konnten sich die Teilnehmer der Launch Days der it-sa 365 vom 6. bis 8. Oktober 2020 über neue IT-Security-Trends informieren. Die Themen waren vielfältig und reichten von Endpoint und Cloud Security über Backup-Strategien, Firewalls sowie Security Awareness bis zu Remote Work und Datenschutz. Als Aussteller waren unter anderem Hersteller wie Lancom, Sophos, Kaspersky, Solarwinds, Palo Alto, Fortinet, G Data, Cisco, ownCloud und F5 Networks dabei. Sysob und Infinigate waren als Distributoren vertreten und auch Beratungshäuser wie doIT, Accenture, Syss, Blue Frost Security und Syracom waren dabei.

Leider mussten die Speaker ihre Vorträge in sehr kurzen Slots von 15 Minuten unterbringen. Danach konnten die Teilnehmer fünf Minuten lang Fragen stellen. Außerdem hatten die Messebesucher die Möglichkeit, eigene Termine mit Ausstellern und Sprechern zu buchen. Die aufgezeichneten Vorträge stehen ein Jahr lang im Portal zur Verfügung, das damit zur Anlaufstelle für den Austausch innerhalb der IT-Security-Branche werden soll. „Einmal im Jahr präsentiert die IT-Sicherheitsbranche ihre aktuellsten Produkte und Lösungen auf der it-sa – Nürnberg wird damit zum ‚Home of IT-Security‘. Jetzt bringt it-sa 365 das ‚Home of IT-Security‘ auch dauerhaft ins Netz“, sagt Frank Venjakob, Director it-sa.

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IT-Sicherheitsgesetz 2.0

Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortliche für den Geschäftsbereich Recht und Sicherheit sowie Künstliche Intelligenz bei Bitkom
Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortliche für den Geschäftsbereich Recht und Sicherheit sowie Künstliche Intelligenz bei Bitkom
(Bild: Till Budde)

Zum Auftakt der digitalen it-sa 365 luden die Veranstalter zu einer Diskussion zwischen

Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) und CIO der Bundesregierung
Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) und CIO der Bundesregierung
(Bild: Henning Schacht)

Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortliche für den Geschäftsbereich Recht und Sicherheit sowie Künstliche Intelligenz bei Bitkom, und Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) sowie CIO der Bundesregierung, ein. Kernthema des Austauschs waren neben aktuellen Projekten das IT-Sicherheitsgesetz und die digitale Souveränität in Deutschland und Europa.

An einem Sicherheitskennzeichen sollen Nutzer und Endverbraucher künftig erkennen, welche IT-Produkte für sie sicher sind. Nachdem sich die Politik bereits 2015 mit diesem Plan dem technischen Schutz der Bürger annahm, wurde nun mit dem Referentenentwurf der Bundesregierung vom Mai 2020 eine überarbeitete Version des IT-Sicherheitsgesetzes, das IT-SiG 2.0, veröffentlicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) soll damit stärker in die Rolle des Verbraucherschützers schlüpfen, was mit strikteren Auflagen für Hersteller einhergeht. Laut Richter ist das IT-SiG 2.0 mittlerweile in den letzten Zügen und soll noch in diesem Jahr fertig werden. Während sich Richter bei der Diskussion sehr positiv gestimmt zeigte, gab Dehmel zu, noch abwartend zu sein. Der Grund dafür sei, dass aktuell mehrere Gesetzesentwürfe auf dem Weg sind. Denn zwischen dem IT-SiG 2.0, dem Telekommunikationsgesetz (TKG) und der europäischen Richtlinie zur Gewährleistung einer hohen Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-Richtlinie) gäbe es eine Wechselwirkung, die jetzt noch nicht beurteilt werden könne. Sowohl Dehmel als auch Richter waren sich jedoch einig, dass die Entwürfe eine kritische Betrachtung und klare Definitionen brauchen.

Digitale Souveränität

Ebenfalls Thema des Gesprächs war die digitale Souveränität. Wie Dehmel erläuterte, bedeute dies für sie nicht bestimmte Hersteller auszuschließen, sondern Fähigkeiten zu erlangen, als Deutschland und als Europa selbstständig wettbewerbsfähige Produkte in sicherheitskritischen Bereichen anzubieten und die Wirtschaft zu befähigen, auf Augenhöhe mit internationalen Anbietern zusammenzuarbeiten. Als gelungene Beispiele nannte sie das Projekt Gaia-X und die Allianz für Cybersicherheit. Die Digitalisierung ist auch Kernthema des Neun-Punkte-Plans des BMI. Beruhend auf den drei Säulen Digitale Gesellschaft, Digitale Verwaltung und Sicherheit im Cyber- und Informationsraum steht für Richter vor allem die Einbindung der Bürger im Fokus des Plans. Besonders stolz sei er in diesem Zusammenhang auf die Kollegen der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (BAköV), die aktuell an einem Konzept für eine Digitalakademie arbeite, um Endverbraucher digital weiterzubilden.

„In der Aus- und Weiterbildung gibt es noch viel Luft nach oben“, entgegnete Dehmel. Um dem bestehenden IT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken sei es wichtig, IT-Sicherheitsinhalte auch in andere Ausbildungsberufe zu integrieren. Konkret in alle Bereiche, in denen mit digitalen Mitteln gearbeitet wird. Dehmel äußerte zudem Kritik am vom BMI geplanten Zentrum für Digitalisierung. Hier sei nicht eindeutig, was deren Aufgaben sein sollen, die das BSI nicht bereits übernehme. Für sie sei es wichtig, klare Funktionen einzelner Behörden beizubehalten, um zu vermeiden, dass die Kompetenzen sich überschneiden.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Digitalisierungsprojekte will Richter einen langfristigen Ansatz verfolgen. Hersteller und IT-Dienstleister sollen künftig nicht nur dafür verantwortlich sein, Lösungen zu bauen, sondern auch dafür sorgen, dass sie flächendeckend eingesetzt werden können.

Die Highlights der it-sa 365

Hacker Jake Davis
Hacker Jake Davis
(Bild: IT-Business)

Auf der it-sa 365 gab es viele spannende Vorträge zur IT-Security. Besonderes Highlight der Veranstaltung war jedoch der Beitrag von Jake Davis, auch bekannt unter seinem Pseudonym Topiary. Als Ex-Anonymous und Mitglied der gesellschaftskritischen Hackergruppierung LulzSec, hielt Davis die Special Keynote „The Future of Hacking“. Er berichtete über seine Erfahrungen und wie er sich dazu entschied, die Seiten zu wechseln und nun als IT-Consultant „Hacking for good“ zu betreiben. Er wies außerdem auf Gefahren hin, die von Trends wie Tiktok und Snapchat ausgehen und wie diese das Hacking der Zukunft verändern. Insgesamt 280 Interessenten verfolgten seinem Vortrag.

Als Abschluss der it-sa 365, fand der UP20@it-sa, ein Cybersecurity Startup Award für die DACH-Region, virtuell statt. Ziel des Publikum-Awards ist es, mehr Aufmerksamkeit für Startups aus der DACH-Region, die Cybersicherheitslösungen anbieten, zu generieren. Der Preis wurde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal vergeben. Insgesamt zehn Startups, die im Vorfeld von einer Jury ausgewählt wurden, hatten die Chance, bei den Live-Pitches ihre Security-Lösungen zu präsentieren.

In jeweils knappen vier Minuten stellten sich die Startups vor und beantworteten im Nachgang die Fragen der Experten. Nach jedem Pitch hatten die Zuschauer fünf Minuten Zeit, für das Startup mit dem besten Konzept zu voten. Gewinner des Awards war das Unternehmen Asvin. Das Stuttgarter Startup hat eine Toolbox entwickelt, mit der Cyberbedrohungen und der gesamte Lebenszyklus von IoT-Geräten verwaltet werden können. Mit der virtuellen Preisverleihung nahm die etwas gehetzte Veranstaltung ihr Ende.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH