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Bonität der Bundesrepublik mit Bestnote „AAA“

Die Konjunktur in Deutschland erholt sich 2020

| Autor: Sarah Gandorfer

Die Gefahr einer Rezession scheint gebannt zu sein für 2020.
Die Gefahr einer Rezession scheint gebannt zu sein für 2020. (Bild: Hyejin Kang - stock.adobe.com)

Nachdem Ende vergangenen Jahres eine Rezession befürchtet wurde, sehen die Finanzauguren nun weit optimistischer in die Zukunft. Wobei sie dennoch die rückläufige Industrieproduktion monieren. Sich freuen darf hingegen die ITK-Branche.

Nach den Rezessionsbefürchtungen im vergangenen Jahr sehen die Konjunkturprognosen für Deutschland wieder besser aus. Die Ratingagentur Fitch bewertet die Bonität der Bundesrepublik weiter mit der Bestnote „AAA“. Sie erwartet auch auf absehbare Zeit keine Änderung der Finanzlage. Dabei lobten die Finanzexperten die breit gefächerte Wirtschaft mit hoher Wertschöpfung und einer große Schuldendisziplin. Zwar sei die Schuldenquote von voraussichtlich etwas unter 60 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftsleistung höher als der Mittelwert der AAA-Länder von 44 Prozent. Sie sinke aber kontinuierlich. Das Wirtschaftswachstum dürfte dieses Jahr um 0,9 Prozent zunehmen und 2021 um 1,3 Prozent.

Verbessertes Bruttoinlandsprodukt

Dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden beiden Jahren spürbar wächst, glauben zudem sowohl das Münchner Ifo-Institut als auch das Kieler IfW und das IWH aus Halle. Sie prognostizieren für 2020 ein Bruttoinlandsprodukt von 1,1 Prozent. Das ist doppelt so viel wie im 2019 mit 0,5 Prozent.

Laut dem IfW bleibt die wirtschaftliche Entwicklung allerdings zweigeteilt: Maßgeblich für den anhaltenden Abschwung, der bereits im vergangenen Jahr einsetzte, ist die deutlich rückläufige Industrieproduktion. Die Industrie befindet sich mittlerweile tatsächlich in der Rezession. Dazu beigetragen hat vor allem das eingetrübte weltwirtschaftliche Umfeld, wobei die hohe weltweite wirtschaftspolitische Unsicherheit die auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisierte Wirtschaft in besonderem Maße belastet.

Außerdem hat sich das Investitionsklima spürbar verschlechtert. In der Folge dürften die Unternehmen ihre Investitionstätigkeit in den kommenden Quartalen noch einmal deutlich zurückfahren. Die schwache Industriekonjunktur zieht entsprechend die unternehmensnahen Dienstleistungsbranchen zunehmend in Mitleidenschaft.

Die gute Nachricht: Die konsumnahen Dienstleistungsbereiche sind weiter auf Expansionskurs. Trotz des langsameren Beschäftigungsaufbaus ziehen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte deutlich an. Neben den weiter recht kräftigen Lohnzuwächsen tragen dazu auch einkommenserhöhende Maßnahmen seitens des Staates bei. Zudem boomt die Baubranche aufgrund der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen.

Im Verlauf des Jahres dürfte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion allmählich wieder etwas beleben. Dafür spricht unter anderem die wieder leicht anziehende Weltkonjunktur. In der Folge dürfte die Industrieproduktion ihren Boden finden und zumindest wieder etwas zuwachsen. Eine große Dynamik wird die Konjunktur dabei jedoch nicht entfalten. Für das im Vergleich zu 2019 stärkere Bruttoinlandsprodukt ist vor allem die höhere Zahl an Werktagen verantwortlich.

Die derzeitigen Budgetüberschüsse der öffentlichen Haushalte werden deutlich zurückgehen: Während die Ausgaben weiterhin kräftig ausgeweitet werden, werden die Einnahmen durch die schwache Konjunktur belastet. Nach dem Rekordüberschuss in Höhe von 60 Milliarden Euro im Jahr 2018 rechnet das IfW spätestens für 2021 mit einem leichten Defizit.

Weltweit technische Konsumgüter

Die deutsche ITK-Branche dürfte es freuen, dass die GfK dem weltweiten Markt für technische Konsumgüter für 2020 einen Wertzuwachs von 2,5 Prozent voraussagt.

Global werden Verbraucher rund 1,05 Billionen Euro für technische Konsumgüter ausgeben. Treiber werden die Segmente Telekommunikation (+3 %), Haushaltskleingeräte (+8 %) und Haushaltsgroßgeräte (+2 %) sein. Die Umsätze in den Bereichen IT, Büroausstattung und Unterhaltungselektronik bleiben voraussichtlich stabil und werden sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändern.

IT-Ausgaben knacken bald die 4 Billionen-US-Dollar-Marke

Gartner-Zahlen

IT-Ausgaben knacken bald die 4 Billionen-US-Dollar-Marke

16.01.20 - Unternehmen bewerten ihre IT-Ausgaben neu, da die wirtschaftliche und politische Unsicherheit abnimmt. Besonders Software in Form von Cloud-Produkten ist ein Verkaufsschlager. Zudem gibt es ein erstes Wachstumssignal für weltweite PC-Auslieferungen nach sieben aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs. lesen

„Wir gehen davon aus, dass mit der Verbreitung von 5G die Telekommunikation nach einem turbulenten 2019 im kommenden Jahr wieder ein Wachstum verzeichnen wird. Haupttreiber, sowohl in der Telekommunikation als auch im gesamten Markt für technische Konsumgüter, wird die Nachfrage nach Smartphones in China und in den entwickelten Ländern Asiens sein“, erläutert Pavlin Lazarov, GfK-Experte für technische Konsumgüter, die Zahlen. „Die Themen Innovation, Performance und Premium werden dabei auch weiterhin die Nachfrage ankurbeln. Im Bereich Haushaltskleingeräte werden sich die Verbraucher für Convenience, Wellness und Well-Being interessieren und dafür bevorzugt ihr Geld ausgeben. Die starke Nachfrage nach Haushaltskleingeräten wird ebenfalls anhalten sowohl in den aufstrebenden als auch in den entwickelten Märkten. Neben der Digitalisierung und der Konnektivität legen immer mehr Verbraucher Wert auf das Thema Nachhaltigkeit und auf die Frage, wie Regierungen, Hersteller, Konsumenten und Einzelhändler im Markt für technische Konsumgüter umweltfreundlicher werden können.“

Was die gleichbleibenden Zahlen im Segment IT angeht, so vertreten die Analysten von Gartner hier eine andere Meinung. Sie gehen weltweit von einem Wachstum von 3,4 Prozent aus. Als Treiber identifizieren die Marktforscher dabei die Cloud. Die Schwelle von vier Milliarden US-Dollar werden die globalen IT-Ausgaben voraussichtlich 2021 überschreiten.

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