IT-BUSINESS Aktion:

#ITfightsCorona

Komplexität nimmt zu

Die Distribution ist bei Storage gefragter denn je

| Autor: Michael Hase

Bei Datamanagement sind Partner oft auf Unterstützung angewiesen.
Bei Datamanagement sind Partner oft auf Unterstützung angewiesen. (Bild: © Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Storage und Datamanagement zählen zu den Kernthemen der Distribution. Auf deren Expertise sind Systemhäuser in Zeiten der Digitalisierung mehr denn je angewiesen. Denn die Komplexität von IT-Infrastrukturen nimmt zu.

Speichern gehört bei der Verarbeitung von Daten zu den elementaren Vorgängen. Dafür gibt es mittlerweile ein Arsenal an Lösungen, das die Hersteller beständig weiterentwickeln. Für den Channel bilden Storage und angrenzende ­Disziplinen wie Backup & Disaster Recovery, ­Archivierung oder Analytics somit ein weites ­Betätigungsfeld. Nicht nur Einsteiger oder Fachhändler, bei denen Datamanagement nur eines von vielen Themen ist, brauchen dabei Unterstützung in Form von Schulungen, Technologieberatung oder Hilfe bei Installation und Konfiguration. Auch Systemhäuser, die auf diesem Gebiet ausgeprägte Kompetenz besitzen, sind auf Support angewiesen. „Grundsätzlich erfordert die Masse an Lösungsansätzen und neuen Technologien eine permanente Information und Weiterbildung der Partner“, erläutert Bijan Taleghani, Leiter Produktmarketing und Business Development beim Wiesbadener VAD TIM. „Es ist nahezu unmöglich für sie, ihre Kunden zu allen theoretisch verfügbaren Produkten kompetent zu beraten.“

Bijan Taleghani, Leiter Produktmarketing & Business Development bei TIM, beobachtet einen wachsenden Bedarf an Unterstützung bei Partnern.
Bijan Taleghani, Leiter Produktmarketing & Business Development bei TIM, beobachtet einen wachsenden Bedarf an Unterstützung bei Partnern. (Bild: TIM)

Die Aufgabe, Unternehmen aus dem Channel bei Storage und Datamanagement fit zu machen, sie fachlich auf dem Laufenden zu halten und im ­Tagesgeschäft zu unterstützen, erfüllt üblicherweise die Distribution. Neben TIM gibt es weitere VADs wie ADN, Arrow oder Bytec, die einen Schwerpunkt auf Produkte und Lösungen aus ­diesem Technologiefeld legen. Zudem spielt der ­Themenkomplex bei den großen Distributoren Also, Ingram Micro und Tech Data eine wesentliche Rolle. Von ihnen dürfte letzterer, seit dessen Sparte Advanced Solutions 2017 mit dem VAD ­Avnet TS fusionierte, über das breiteste Storage-Portfolio verfügen. Unter den Spezialisten hat sich TIM in puncto Angebotsbreite und Wissenstiefe eine führende Position erarbeitet.

Vermittlung von Kompetenz

In Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung brauchen Systemhäuser tendenziell sogar noch mehr Hilfe als bisher. „Allgemein steigt der Bedarf aufgrund der Heterogenität und Komplexität von Umgebungen und Anforderungen“, beobachtet TIM-Manager Taleghani. „Unsere Unterstützung ist insbesondere bei sehr neuen Technologien gefragt.“ Dabei gehe es für Partner meist darum, Erfahrungen zu sammeln und Kompetenzen aufzubauen. Das ungebremste Wachstum an Informationen, das mit der Digitalisierung einhergeht, und die steigenden Anforderungen an die Verfügbarkeit von Daten, hält der Experte für die beiden Faktoren, die die Nachfrage nach Datamanagement-Lösungen bei Endkunden maßgeblich treiben. Schließlich bilde Storage „die Basis für alle weiteren Verarbeitungsschritte“ und sei damit von zentraler Bedeutung für jedes Datacenter.

Bei den Technologien erkennt Taleghani aktuell vier Trends. Erstens kommt Flash immer stärker zum Einsatz, und hybride Systeme entwickeln sich zum Standard. Zweitens gewinnt Hyperconverged Infrastructure (HCI) als Alternative zu dedizierten Speichersystemen an Bedeutung, und das auch im SMB-Segment. Drittens bietet sich die Cloud als flexible Storage-Erweiterung an, sodass vermehrt hybride Infrastrukturen entstehen. Und viertens erlebt das Speichern auf Bändern eine Renaissance. „Sowohl der Kostenaspekt bei Massendaten als auch Ransomware machen diese Technologie wieder attraktiv.“

Aus der Dynamik auf Anbieterseite ergibt sich für den TIM-Manager die Aufgabe des Channels: Eine große Anzahl potenzieller ­Lösungsansätze und neuer Technologien stellt die Partner vor die Notwendigkeit, auf Seiten ihrer Kunden „die Anforderungen und Rahmenbedingungen genau zu evaluieren“, um exakt auf den Bedarf zugeschnittene Lösungen zu entwickeln. Systemhäuser brauchen dafür Knowhow und Beratungskompetenz.

Michael Görner, Business Unit Director IBM & Dell EMC bei Tech Data, sieht KI als ein wesentliches Thema an, durch das sich Storage-Anforderungen erhöhen.
Michael Görner, Business Unit Director IBM & Dell EMC bei Tech Data, sieht KI als ein wesentliches Thema an, durch das sich Storage-Anforderungen erhöhen. (Bild: Tech Data)

Beratung und Lösungsdesign

Bei Tech Data beurteilt man die Rolle der Partner genauso wie bei dem hessischen VAD. Ihre Aufgabe sollte prinzipiell darin bestehen, Kunden im Rahmen von Datamanagement-Projekten „individuell zu ­beraten und Lösungen nach Maß für sie zu bauen“, wie Michael Görner, Business Unit Director IBM & Dell EMC bei dem Münchner Distributor, resümiert. Auch der Tech-Data-Manager sieht eine zunehmende Komplexität der Datacenter-Infrastrukturen, und dabei spielt Storage nach seinen Worten „eine maßgebliche Rolle“. Das ­Datamanagement müsse vor allem flexibel sein, um den Anforderungen unterschiedlicher Anwendungen gerecht zu werden. So seien beispielsweise Machine Learning und Deep Learning auf höchste Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit der Speichersysteme angewiesen. „KI steht stellvertretend für die neuen Anforderungen an Storage-Infrastrukturen, die wir in Digitalisierungsprojekten beobachten.“

Mit der Digitalisierung hat Görner zufolge „das Zeitalter der schnellen Speicher“ begonnen. Dieser Trend wird durch die Weiterentwicklung bei Flash, wo er in diesem Jahr mit einer Verdopplung der Kapazitäten rechnet, und durch neue Technologien wie Storage Class Memory (SCM) weiter ­vorangetrieben. Solche Innovationen wirken als „Performance-Booster“ für Konzepte wie Virtual Desktop Infrastructure (VDI), In-Memory Database oder Online Analytic Processing (OLAP) ebenso wie für neue Arten von Anwendungen.

Neue Datenschutzkonzepte

Ein weiteres Thema, das der Tech-Data-Experte im Kontext von Datamanagement für essenziell hält, ist Datenschutz. Weil Cyberangriffe, unter anderem mit Ransomware, massiv zunehmen, seien moderne, effiziente Konzepte gefordert, die auf zwei Säulen beruhen: auf Speicherlösungen, mit denen „sich Daten schnell wiederherstellen“ lassen, und auf kostengünstigen Speichertechnologien wie Bändern, die „gegen jede Art von Angriff immun“ sind.

Partner sollten im Idealfall in der Lage sein, ihre Kunden „sowohl zu schnellen Speichersystemen als auch zur Modernisierung ihres Datenschutzes“ zu beraten und maßgeschneiderte Lösungen für sie zu erstellen, so Görner weiter. Bei der Komplexität des Markts und der Vielfalt der Anforderungen sei dafür „ein extrem tiefes spezialisiertes Wissen auf außergewöhnlich breiter Basis“ erforderlich, wie es die wenigsten Systemhäuser besitzen. Hier ist die Distribution gefragt: „Besonders bei neuen Themen benötigen die meisten Partner anfangs Unterstützung, bis sie selbst Kompetenz aufgebaut haben.“ So bildet Tech Data zum Beispiel ihre Techniker aus und begleitet sie bei der Beratung ihrer Kunden.

TIM: Ruhender Pol in einem stürmischen Markt

Beständigkeit als Distributorentugend

TIM: Ruhender Pol in einem stürmischen Markt

05.02.20 - Der Distributor TIM steht Partnern mit seiner verlässlichen, unaufgeregten Art im hochdynamischen Infrastrukturgeschäft zur Seite. Auch wenn es um komplexe hybride Szenarien geht, kann der VAD ihnen mit profundem Wissen und flexiblen Dienstleistungen helfen. lesen

Tech Data formiert sich neu

Value-Added-Strategie

Tech Data formiert sich neu

06.12.17 - Nach dem Kauf von Avnet TS fasst Tech Data das Value-Added-Geschäft in der Sparte Advanced Solutions zusammen. Deren Wachstumserwartungen konzentrieren sich auf zwei Business Units, die sich mit den Zukunftsthemen Analytics, Cloud, IoT, Mobility und Security befassen. Diese „Practices“ sind nicht nach Herstellern organisiert, sondern sie richten sich an übergreifenden Lösungen aus. lesen

Michael Hase
Über den Autor

Michael Hase

Chefreporter

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46418946 / Distributoren)