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Der Trend geht zum Zweit-Notebook

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Markt geöffnet

Es stellt sich aber die Frage, ob die Kunden alleine auf den Preis von 300 Euro eingestiegen sind, schließlich findet man bei eBay einige Eee-PCs in der Auktion als »Fehlkauf« deklariert.

Der Asus-Vertreter wehrt sich gegen diese Hypothese ganz entschieden: »In der Vergangenheit gab es bei den kleinen mobilen Geräten nur Business-Notebooks, die im oberen Preissegment angesiedelt waren. Für einen normalen End-User oder Neueinsteiger waren diese Ausgaben zu hoch.« In Kombination mit dem 300-Stunden-Hotspot-Gutschein von T-Mobile sei der Mini-PC ein ideales Mobile Internet Device. Er sollte allerdings nicht als Ersatz für das klassische Notebook gesehen werden, sondern als Zweit- oder Drittgerät.

UMPCs fürs Business

Größenmäßige Konkurrenz hat der Eee-PC durch Ultra mobile PCs (UMPCs). »Diese sind jedoch auf eine andere Zielgruppe ausgerichtet«, stellt Keith Wrampling, Product Marketing Manager bei Samsung Electronics, klar. »Wir verkaufen im B2B-Bereich. Mit unserem Q1 Ultra, das preislich bei rund 1.200 Euro liegt, fühlen wir uns durch den Eee-PC nicht unter Druck gesetzt, da wir in diesem Segment einzigartig sind.«

»Der Eee-PC wurde als Mini-Notebook zum Teil falsch kommuniziert«, wirft Eichhorn ein. »Ich sehe ihn eher als Konkurrenz zum Blackberry.« Klatt hingegen geht einen Schritt in eine andere Richtung: »Der Eee-PC hat uns einen Markt geöffnet. Nun müssen wir nicht nur an den Geräten oder am Preis arbeiten, sondern auch weitere Ansätze entwerfen.« Er nennt als Beispiel die Synchronisation von Daten via Home Server. »Der Eee-PC ist ein Vorläufer für eine Entwicklung, die wir in den nächsten Jahren alle spüren werden«, meint Marko Gieren, Product Manager Notebooks bei Lenovo. »Das ist die Nischenbildung: Es werden zahlreiche Modelle mit neuen Anwendungen erscheinen.« Der Markt wird sich aus seiner Sicht sättigen und der Kampf um das einfache 15-Zoll-Widescreen-Notebook heftiger toben.

Gassmann widerspricht: »Früher gab es pro Haushalt nur einen Fernseher. Heute sind hingegen oft zwei oder drei Geräte zu finden.« Die Penetration werde gleichermaßen bei den Laptops zunehmen. Gefragt sei eine zielgruppengerechte Beratung durch den Fachhandel. Beim Eee-PC sei im Channel vielfach Panik ausgebrochen. Statt den Mehrwert anderer Geräte zu kommunizieren, habe vor allem der Retail mit Preissenkungen reagiert.

»Wichtig ist es, den Nutzen der verschiedenen Geräte herauszustellen«, betont Gieren. »Dieser wird leider über den Spezifikationen und Preisen gerne übersehen.« »Bei der Aussage, dass Kunden vielleicht Fehlkäufe tätigen, wäre ich vorsichtig«, wendet Gassmann ein. »Die meisten Käufer haben sich vorab in den Medien informiert.«

Mit dem Eee-PC wurden bereits neue Ansätze für Vertriebswege eingeschlagen, wie die T-Mobile-Gutschrift zeigt. »Das Ein-Euro-Notebook mit einem Tarif dahinter gab es bereits«, gibt Knuth Molzen, Vertriebsleiter SMB Channel bei LG Electronics, zu bedenken. Allerdings hat dieses Modell in Deutschland nicht wirklich gegriffen. Mittlerweile seien aber die Datentarife transparenter.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr darüber, warum IT und TK noch nicht gänzlich zusammenwachsen.

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