De-Cix erweitert Partnerprogramm Der Bedarf an Vernetzung steigt

Autor: Ann-Marie Struck

Durch die zunehmende Digitalisierung hat auch das Vernetzungsbedürfnis von Unternehmen aller Branchen zugenommen. Um diesem nachzukommen, hat De-Cix nun sein Partnerprogramm erweitert und forciert das Enterprise-Business.

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De-Cix verlässt den klassischen TK-Bereich und fischt nach neuen Partnern.
De-Cix verlässt den klassischen TK-Bereich und fischt nach neuen Partnern.
(Bild: Romolo Tavani - stock.adobe.com)

„Easy Interconnection. Anywhere.“ – so die Vision des weltweiten Betreibers von Internetknoten mit Hauptsitz in Frankfurt am Main De-Cix. Mit über 25 Standorten in Europa, dem Nahen Osten, Asien und Nordamerika und mit über 2.100 Netzbetreibern, Internet Service Providern (ISP) und Content-Anbietern, scheint der Internet-Exchange-Betreiber seinem Ziel doch sehr Nahe. Jetzt forciert das Unternehmen verstärkt das Enterprise-Geschäft und erweitert somit auch sein bisheriges Partnerprogramm.

Mareike Jacobshagen, Head of Global Partner Marketing bei De-Cix.
Mareike Jacobshagen, Head of Global Partner Marketing bei De-Cix.
(Bild: photoetage|henning granitza)

„Das Bedürfnis nach Interconnection ist im Markt gestiegen“, erklärt Mareike Jacobshagen, Head of Global Partner Marketing bei De-Cix. Denn die Digitalisierung der Unternehmen nimmt branchenübergreifend zu und damit die Nutzung digitaler Business-Ökosysteme. Auch das wachsende Interesse an Cloud Services bedarf mehr Bandbreite und angesichts der Automatisierung wird Konnektivität immer wichtiger.

Erweiterung des Geschäftsmodells

Das traditionelle Geschäftsmodell der 100-prozentigen Tochter des Eco-Verbands besteht daraus Netzwerke zu verbinden. „Wir sind kein Rechenzentrums-Betreiber, kein Carrier und kein Cloud-Anbieter. Wir vereinigen alle Parteien auf unserer Plattform“, postuliert Jacobshagen. Dementsprechend sah auch die Partnerlandschaft aus: „vor allem Telekommunikationsanbieter.“ Folglich war auch das Partnerprogramm stark auf diese Branche ausgerichtet. Einerseits Reseller oder spezifische Cloud-Reseller sowie Rechenzentren als „Enabled Site Partner“.

„Bisher hat das Fischen im klassischen TK-Teich auch gut funktioniert“, hebt Jacobshagen hervor und die klassischen Partner werden auch weiterhin von Relevanz sein. Jedoch erweitert De-Cix nun sein Geschäftsmodell, um die Verbindung von Geschäftskunden mit Business-Anwendungen und digitalen Ökosystemen. Damit wird sich auch die Kundenbasis ändern. Bisher hatte der Internet-Exchange-Betreiber laut Jacobshagen schon vereinzelt Großunternehmen unter seinen Partnern, zielt jetzt jedoch verstärkt auf das Enterprise-Segment sowie digitalisierte Mittelständler ab. Somit passt das Unternehmen auch sein Partnerprogramm an die spezifischen Bedürfnisse der neuen Zielgruppe an.

Erweiterung des Partnerprogramms

„Wir sprechen mit der Erweiterung des Partnerprogramms nun vor allem zwei Bereiche an“, erklärt Jacobshagen. „Einmal vertiefen wir unsere bisherige Zusammenarbeit mit Internet Service Providern, um uns auch zu den Endkunden zu bringen. Des Weiteren wollen wir die IT-Partner der Unternehmenskunden adressieren.“ Für letztere wurde die neue Kategorie der „Channel-Alliance-Partner“ geschaffen. Dazu zählen unter anderem Managed Service Provider, Systemintegratoren und IT-Beratungsunternehmen. Durch die Partnerschaft erhalten Unternehmen nun die Möglichkeit, ihre Interconnection-Anforderungen mit den Partnern ihrer Wahl abzudecken und sich unabhängig von ihrem Infrastruktur-Standort mit der De-Cix-Plattform zu verbinden. Neben dem Zugriff auf das Produkt-Portfolio unterstützt der Internetknoten-Betreiber die Channel-Alliance-Partner unter anderem beim Onboarding, bei der technischen Verbindung mit der hauseigenen Plattform sowie durch dezidierte Trainungs- und Zertifizierungsprogramme. Außerdem erhalten Partner Marketing, Pre- und After-Sales-Support. MSPs können zudem auch die bestehenden Services mit eigenen Mehrwertleistungen veredeln und die Marke De-Cix verwenden.

Enterprise-Services

Durch die Zusammenarbeit können Partnern ihren Kunden den Anschluss an die De-Cix-Plattform sowie den Zugang zu Interconnection Services ermöglichen. Zu den Enterprise-spezifischen Services zählen der Microsoft Azure Peering Service, welcher unter anderem eine direkte Verbindung zu Microsoft SaaS-Diensten, inklusive Microsoft 365 erlaubt, sowie die DirectCloud, die private Verbindungen bis zu 50 Cloud Services über die De-Cix-Plattform ermöglicht. Dazu gibt es mit Interconnection-Flex eine Paketlösung für Peering, Cloud Connectivity und Private Network Interconnects. Neu im Portfolio sind die sogenannten Closed User Groups, in denen sich Mitglieder von digitalen Wertschöpfungsketten sicher und performant vernetzen können.

Erweiterte Partnerschaft mit Equinix

Zudem erweitert der Internet-Exchange-Betreiber die bestehende Partnerschaft mit Equinix um einen weiteren Standort in Hamburg. Die Bereitstellung ergänzt Equinix‘ bestehendes Interconnection- und Colocation-Angebot und bietet Kunden des HH1 International Business Exchange Rechenzentrums von Equinix erweiterte Services am digitalen Netzwerkrand. Kunden können sich nun auf direktem Weg mit der Interconnection-Plattform von De-Cix verbinden und sich so einfacher mittels Peering mit Kunden austauschen.

Außerdem ergänzt die neue Verbindung die Angebote in HH1 um die De-Cix-Services FlexPOP, GlobePEER Remote und VirtualPNI. Kunden profitieren damit von einer vollständigen Netzabdeckung und können ihre On-Net-Präsenz in Hamburg erhöhen. Darüber hinaus können sie ihren bestehenden Zugang nutzen, um sich über Peering mit mehr De-Cix-Standorten zu vernetzen und Virtual Private Networks aufzubauen.

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Redakteurin