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Angetestet: Acer Enduro N3 Das Offroad-Notebook

| Autor: Klaus Länger

Mit der Enduro-Serie hat Acer besonders robuste Notebooks und Tablets im Programm. Das „zivilste” Gerät ist dabei unser Testgerät, das 14-Zoll-Notebook Enduro N3 mit Intel Core i5. Es ist zudem mit einem Straßenpreis von etwa 900 Euro für ein Semi-Rugged-Gerät sehr günstig.

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Das Acer Enduro N3 hält einen Guß mit dem Gartenschlauch ohne Probleme aus.
Das Acer Enduro N3 hält einen Guß mit dem Gartenschlauch ohne Probleme aus.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Normalerweise stoßen wir die Notebooks, die wir leihweise für einen Test bekommen, nicht mit Schwung von der Tischkante, um zu sehen, ob sie das ohne Schaden überstehen. Beim Acer Enduro N3 gehört ein solches Prozedere dagegen zum Testprogramm und das Notebook hat die rüde Behandlung auch gut überstanden. Denn das 14-Zoll-Notebook gehört zu Acers neuem Enduro-Subbrand, den der Hersteller für Rugged und Semi-rugged Geräte verwendet. Das Enduro N3 sieht mit seinem relativ dicken Gehäuse, den Gummipuffern an den Ecken und den Klappen über den Schnittstellen zwar martialisch aus, es ist aber mit einem Gewicht von 2,45 kg für seine Gerätekategorie leicht.

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Acer Enduro: Eine robuste Familie

Die Enduro-Familie besteht außer dem N3 noch aus dem Full-Rugged-Notebook Enduro N7 mit IP65-Zertifizierung, dem ebenfalls sehr robusten Windows-Tablet T5 sowie den kompakten T1-Tablets. Diese bietet Acer in zwei Varianten an: mit Windows 10 und mit Android. Das Android-T1 kann mit Zusatzgeräten wie einem Barcodescanner versehen, alle Windows-Geräte über die Acer Enduro Management Suite (AEMS) administriert werden. Mit ihr können Software und Firmware remote ausgerollt werden, einzelne Schnittstellen und die Kameras sind aus der Ferne deaktivierbar. Die Belegung physischer Zusatztasten, etwa für den Start von Applikationen, ist ebenfalls möglich.

Das Enduro N7 ist baustellentauglich.
Das Enduro N7 ist baustellentauglich.
( Bild: Acer )

Robustes Notebook mit IP53-Zertifizierung

Das Enduro N3 erfüllt laut Acer eine größere Zahl von Einzelanforderungen des US-Militärstandards MIL-STD-810G als gängige Notebooks, bei denen ebenfalls damit geworben wird. So verkraftet es extremere Temperaturen und große Höhen, sowie sandige oder staubige Umgebungen und ist gegen Sand, Staub und Salznebel geschützt. Das robuste Kunststoffgehäuse mit einer internen Wabenstruktur und die verstärkten Ecken sorgen dafür, dass Stöße abgefangen werden. Zudem ist das Notebook IP53-zertifiziert. Damit ist es gegen das Eindringen von Staub in schädigender Menge und gegen fallendes Wasser wie etwa einen stärkeren Regen geschützt. Das Gorilla-Glas vor dem Display ist an den Kanten speziell abgedichtet, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern und das Keyboard ist mit vier Ablauföffnungen an der Unterseite des Notebooks versehen. Der Lüfter an der Unterseite ist wasserabweisend und so konstruiert, dass er Flüssigkeit nach außen befördert. Einen kräftigen Guss aus der Gartenbrause hat das dabei laufende N3 jedenfalls anstandslos weggesteckt. Wasserdicht ist es allerdings trotz der Schutzkappen über den Schnittstellen nicht.

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Gute Erweiterbarkeit

Die Hardware im Innern des Enduro N3 ist vergleichsweise konventionell: In unserem Testgerät, es trägt die Modellnummer EN314-51W, sitzt als Prozessor ein Core i5-10210U aus Intels Comet-Lake-Serie. Die 1,6-GHz-CPU verfügt über vier Cores mit Hyperthreading und läuft mit bis zu 4,2 GHz im Turbo-Modus. Der gesteckte Arbeitsspeicher besteht aus einem DDR4-2667-Modul und kann leicht erweitert werden, da ein zweiter SO-DIMM-Slot noch frei ist. Der Arbeitsspeicher ist ebenso wie die M.2-SSD, die WLAN-Karte und der Akku gut zugänglich, nachdem die verschraubte Bodenplatte des Notebooks gelöst ist. Die 256 GB große NVMe-SSD von SK Hynix im Testgerät liefert beim sequenziellen Lesen knapp 1.200 MB/s, sie ist wohl nur über zwei PCIe-Lanes angebunden. Die Performance im PC Mark 10 liegt mit 3.660 Punkten auf ähnlich gutem Niveau wie bei anderen Geräten mit Core i5-10210U. Das durch das Gorilla-Glas etwas spiegelnde IPS-Display wird durch eine integrierte Grafik bedient. Bei Spielen muss man sich daher eher mit Casual Games begnügen, wie die 4.579 Zähler im 3DMark Night Raid illustrieren. Positiv aus dem Rahmen fallen die mehr als 7,5 Stunden Akkulaufzeit unter permanenter Last. So geht dem Enduro auch bei längerem Outdoor-Einsatz nicht gleich die Puste aus.

Mit LAN-Port und serieller Schnittstelle

Hinter den diversen Klappen an den Schmalseiten des Gehäuses verbergen sich nicht nur die üblichen Ports wie ein HDMI-Ausgang, zwei USB-3.0-Buchsen, ein Gbit-Ethernet-Anschluss und ein SD-Card-Leser, sondern auch noch eine VGA-Buchse und sogar ein serieller Port. Der wird noch für ältere Messgeräte, in der Industrie und teilweise im Digital-Signage-Sektor benötigt. Zudem ist als Docking-Anschluss ein USB-C-Port mit DisplayPort-Funktion, USB-3.2-Gen1-Unterstützung sowie PowerDelivery vorhanden. Das kleine und leichte Netzteil wird aber über eine eigene Buchse angeschlossen. Als WLAN-Modul dient ein Intel Wi-Fi 6 AX201. Damit unterstützt das Notebook 802.11ax und Bluetooth 5.1.

Das geräumige Gehäuse hat Acer den Einbau einer beleuchteten Tastatur mit üppigem Tastenhub erlaubt. Nicht ganz so gelungen ist allerdings der Powerschalter direkt über der Bild-Aufwärts-Taste. Das Touchpad verfügt über abgesetzte Maustasten, bietet aber natürlich auch eine Gestenunterstützung. Neben ihm ist ein Fingerprintreader zu finden, der durch eine gute Erkennung für eine schnelle Anmeldung sorgt. Zudem ist das Windows-10-Pro-Gerät mit TPM 2.0 ausgestattet. Für Projektgeschäfte kann der Enduro N3 wohl auch mit einem Smartcard-Leser bestückt werden. Ein passender Einschub ist hinter einer der Abdeckungen bereits vorhanden.

Fazit: Semi-Rugged-Notebook für relativ wenig Geld

Mit dem Enduro N3 bekommt man ein sehr robustes, aber trotzdem relativ leichtes und günstiges Semi-Rugged-Notebook, das sich auch als Begleiter für Outdoor-Aktivitäten anbietet, bei denen man ein zuverlässiges Notebook dabei haben will. Pluspunkte sind beim N3 neben der Tatsache, dass es Stöße und auch einen Regenschauer problemlos verkraftet, die sehr gute Akkulaufzeit und die breite Palette an Schnittstellen. Die solide Leistung und die gute Zugänglichkeit der Komponenten haben uns ebenfalls gefallen. Schade nur, dass Acer keine LTE-Option anbietet. Gerade für unterwegs wäre das eine optimale Ergänzung.

(ID:46830774)

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 Klaus Länger

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Redakteur