Marktstart bei laufender Kontroverse um „Abhöranlagen“-Charakter

Das letzte seiner Art: Windows 10

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Eine CIO-Perspektive

Nicki Wruck, CIO der H&D International Group
Nicki Wruck, CIO der H&D International Group
(Bild: H&D International Group)
Nicki Wruck, CIO des 1.600 Mitarbeiter starken IT-Dienstleisters H&D International Group, sieht keinen vernünftigen Grund, beispielsweise Windows 7 bis zum Supportende zu nutzen, um dann umzusteigen. „Diese Strategie wird gerne von größeren Unternehmen mit dem Vorwand gewählt, man müsse erst mal die Stabilität des neuen Betriebssystems abwarten.“ Nach nur wenigen Monaten werde man bei dieser Strategie von einer anderen Realität eingeholt, so Wruck.

Diese Realität sehe wie folgt aus: „Nicht nur die Software-Hersteller befassen sich recht zügig mit den neuen Möglichkeiten, auch die gesamten Consumer-Geräte werden auf die neue Version umgestellt. Somit entgeht den Unternehmen viel Potenzial, da die Benutzer sich privat oftmals schon viel besser mit dem Umgang vertraut gemacht haben, als die unternehmenseigene IT. Aus dem Blickwinkel Sicherheit sei noch erwähnt, dass man mit den aktuellen Versionen auch immer ein weiteres Set an Sicherheitsfeatures nutzen kann, welches sonst unter Umständen aufwändig und teuer durch Drittanbieter-Tools gelöst werden muss.“

Umstiegsplanungen im Firmenumfeld

Die Umstiegspläne im Unternehmensumfeld auf Windows 10 hat Matrix42 im Rahmen der CeBIT im März 2015 untersucht. Der Anbieter digitaler Workspaces für mobile Mitarbeiter hat Entscheider aus 1.231 Unternehmen (KMU bis Konzern) befragt.

47 Prozent der Unternehmen, heißt es in der Studie von Matrix42, haben die Absicht, das neue Betriebssystem in ihrer Organisation zeitnah einzusetzen. Neun Prozent der Unternehmen gaben an, bereits unmittelbar mit dem Erscheinen von Windows 10 migrieren zu wollen; 16 Prozent planten bis Ende des Jahres den Umstieg. Weitere 28 Prozent möchten der Studie zufolge bis Ende des kommenden Jahres ihre IT umstellen. Die verbleibenden 45 Prozent würden zwar auf Windows 10 wechseln wollen, hätten aber noch keine konkreten zeitlichen Vorstellungen.

Die Begründungen für den Umstieg sind mannigfaltig. Mit über 30 Prozent dominiere allerdings das Argument, dass der komplette Windows-XP-Support und der Windows-7-Standard-Support ausgelaufen sind. Generell stehen bei der Windows-10-Migration demnach Desktops und Notebooks im Fokus. 59 Prozent der von Matrix42 befragten Unternehmen wollen das neue Betriebssystem auf diesen Rechnern nutzen. An zweiter und dritter Stelle folgen Tablets (18 Prozent) und virtuelle Desktops (17 Prozent) und erst an vierter Stelle, mit neun Prozent, die Smartphones.

Test-Deployments und Update-Möglichkeiten

Um auf Nummer sicher zu gehen, führen Unternehmen beim Wechsel zunächst ein Test-Deployment mit der im Betrieb eingesetzten Standard-Hardware und den dazugehörenden Treibern durch, so Wruck. Durch die geringen Anforderungen an das neue Betriebssystem sollte jede Software, die sich für Windows 8.1 eignet, ebenfalls funktionieren, betont der CIO. Verschiedene Service-Modelle für Unternehmen schaffen im laufenden Betrieb mehr Kontrolle bei der Installation von Updates, so Wruck. Insgesamt sollen diese schneller beim Nutzer ankommen und nicht mehr in größeren Abständen in Form von großvolumigen Service-Packs erfolgen. „Funktionale Updates wirken sich unter Umständen auf betriebskritische Systeme aus, daher erhalten Unternehmen im Long Term Servicing Branch die Option, solche Updates nicht auszuführen. Die Geräte erhalten ausschließlich kritische Updates und Sicherheits-Patches. So gewährleistet Microsoft trotzdem eine stabile Performance mit Windows 10“. Vor diesem Hintergrund gibt es auch ein offizielles Support-Ende von „Windows 10, released in July 2015“, wie Microsoft-Manager Oliver Gürtler im Interview mit IT-BUSINESS erläuterte.

Das zweite Service-Modell im Firmenumfeld, der Current Branch, eigne sich für Endgeräte, die geringeren Sicherheitsanforderungen unterliegen und täglich zum Einsatz kommen. Funktions-Updates sind hier in der Regel weniger kritisch und werden daher schneller ausgeliefert, so Wruck. Der CIO von H&D führt zudem aus, dass das neue Betriebssystem der nächste Schritt in Microsofts Multiplattform-Strategie darstellt: „Es eignet sich sowohl für Desktops als auch mobile Endgeräte. Das User Interface ist nahezu identisch und wechselt beispielsweise bei Tablets nahtlos zwischen Desktop- und Tablet-Ansicht. Mit Windows 10 unterstützt Microsoft den Einsatz von Anwendungen über verschiedene Endgeräte hinweg. Das spielt natürlich auch den Windows Smartphones als mobile Arbeitsgeräte in die Hände.“

Positives Fazit

Ein positives Fazit zieht Wruck in Hinblick auf die Änderungen im Bereich der Systemadministration und -steuerung: „Die eingeführten Service-Modelle erleichtern Administratoren das Managen der verschiedenen Updates. Darüber hinaus gibt ihnen Microsoft ein breites Set an Administrations-Tools an die Hand. Mit Cortana beispielsweise erhält eine neue Form der Steuerung auf dem Desktop Einzug. Dank Windows Hello werden Passwörter bald obsolet, da man sich zukünftig mit biometrischen Merkmalen authentifizieren kann.“

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