5G ist auf dem Vormarsch Cradlepoint fokussiert den deutschen Markt

Redakteur: Ann-Marie Struck

In Deutschland läuft der 5G-Netzausbau auf Hochtouren, wodurch der Bedarf an Lösungen steigt. Daher expandiert Cradlepoint, Anbieter von Cloud-basierten 4G LTE- und 5G-Wireless Network Edge Solutions, nun in die DACH-Region.

Firmen zum Thema

Beim Weg vom vierten auf den fünften Mobilfunkstandard werden neue Frequenzen und Systeme genutzt. Dafür müssen erste Hürden überwunden werden.
Beim Weg vom vierten auf den fünften Mobilfunkstandard werden neue Frequenzen und Systeme genutzt. Dafür müssen erste Hürden überwunden werden.
(Bild: sompong_tom – stock.adobe.com)

Die Paketstation wird einfach via App auf dem Smartphone geöffnet und die Anzeigetafel an der Bushaltestelle berechnet automatisch die verspätete Ankunftszeit – unser Alltag ist immer vernetzter. Um solche Szenarien zu ermöglichen, bedarf es einer Datenübertragung in Echtzeit. Das volle Potenzial der Vernetzung soll durch den fünften Mobilfunkstandard ausgeschöpft werden. Die Vorteile: trotz hoher Datenmengen eine geringere Latenzzeit. Das ermöglicht neue Nutzungsszenarien und weckt folglich hohe Erwartungen in Industrie und Gesellschaft.

Jan Willeke, Area Director Central Europe bei Cradlepoint
Jan Willeke, Area Director Central Europe bei Cradlepoint
(Bild: Cradlepoint)

„5G verändert die Welt“, wie Jan Willeke, Area Director Central Europe bei Cradlepoint, nochmals betont. Seiner Ansicht nach hat zwar die Corona-Pandemie die Digitalisierung allgemein voran gebracht, 5G wurde hingegen durch die zunehmende Vernetzung aller Branchen und Lebensbereiche voran getrieben. Insbesondere gründen immer mehr Geschäftsmodelle auf Datenübertragung in Echtzeit, wie beispielsweise Taxifirmen, die mit ihrer App den Standort des Taxis mit dem des Kunden abgleichen. Das wiederum bietet Marktpotenzial, „vor allem in der DACH-Region“, wie Willeke ergänzt. Deshalb fokussiert Cradlepoint, ein US-Amerikanischer Anbieter von Cloud-basierten 4G LTE- und 5G-Wireless Network Edge Solutions, nun speziell die DACH-Region. Für diese strategischen Ausrichtung hat der Anbieter sein Sales-Management-Team erweitert und die Position des Area Director Central Europe geschaffen, die nun Jan Willeke bekleidet.

Fuß im Channel fassen

Cradlepoint setzt bei seiner Go-to-Market-Strategie zu 100 Prozent auf den IT-Channel. Der indirekte Vertrieb soll zweistufig sein: über die Distribution und Partner. Derzeit kooperiert der Anbieter mit Tech Data und Ingram Micro. „Inzwischen vertrauen mehr als 25.000 Kunden in über 50 Ländern weltweit auf Cradlepoint. Zusammen mit dem Team fokussiere ich mich darauf, die Vertriebsstrategien weiter zu optimieren und neue Partner zu finden, mit denen wir das positive Wachstum noch stärker vorantreiben“, beschreibt Willeke seine Strategie. Bisher hat Cradlepoint eine geringe Anzahl selektiver Partner, die bereits eine lange Historie mit dem Anbieter haben. Als Teil des Expansionsplans rekrutiert das Unternehmen aktiv Partner im gesamten Gebiet und bietet ein dediziertes, auf jede Region abgestimmtes Partnerprogramm.

Dafür hat das Unternehmen ein „klassisches Partnerprogramm“ erstellt. Die Partner sind in vier Stufen nach „registered“, „signature“, „premier“ und „elite“ unterteilt. Um die nächste Partnerstufe zu erreichen, müssen Zertifizierungs- und Umsatzziele gemeinsam erreicht werden. Letztere seien Willeke zufolge in der DACH-Region deutlich geringer als in den USA. Über die Cradlepoint University erhalten Partner Zugang zu Trainings, technischen User-Gruppen und Zertifizierungen, darunter auch spezielle 5G-Zertifizierungen. Für einen höheren Partnerstatus werden auch mehr Spezialisierungen benötigt. Außerdem steht eine Deal-Registrierung, die neben Projektschutz auch verbesserte Einkaufskonditionen ermöglicht, zur Verfügung. Zudem gibt es einen Marketing-Fond, den jeder Partner, unabhängig vom Status, nutzen kann. Damit soll der Ausbau der Projekte im deutschsprachigen Raum vorangetrieben werden. „Unser Ziel ist es, 15 Fokuspartner zu gewinnen“, führt Willeke die Absichten aus. Doch was unterscheidet Cradlepoint von anderen Anbietern?

Vom Carriere Core bis zum Enterprise Edge

Ein Vorteil von Cradlepoint ist die enge Zusammenarbeit mit Ericsson. Gartner zufolge gilt das schwedische TK-Unternehmen zu den Leadern im 5G Bereich, im Fokus stehen jedoch vor allem Carrier. Zum Beispiel besteht das 5G-Netz der Swisscom überwiegend aus Komponenten von Ericsson, doch auch deutsche Carrier wie Vodafone und Telekom setzen auf die schwedische Technologie. Im vergangenen Oktober hat Ericsson Cradlepoint aufgekauft und damit das Portfolio um Wireless Network Edge Solutions ergänzt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Idaho bleibt jedoch als eigenständige Tochtergesellschaft bestehen. Mit der Akquise von Cradlepoint erschließt Ericsson jetzt den B2B-Markt. „Vom Datacenter bis zur Antenne liefert Ericsson alles“, erläutert Willeke. „Von der Antenne bis zum Client gibt es keine Ericsson-Lösung. Die haben dafür wir.“ Die Lösungen richten sich an Transport, Logistik, Sicherheit, Retailer, Office-Umgebungen sowie IoT. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Mutterfirma besteht die Möglichkeit für Unternehmen, alles „Vom Carrier Core bis zum Enterprise Edge“ für ein Private Network abzudecken.

Denn Cradlepoint liefert mit seinen Lösungen einen Kontaktpunkt zu dem Netzwerk und den Applikationen. Ericsson stellt den Core an Netzwerken: von 4G, 5G über LTE. Cradlepoint bedient den Endpoint und fungiert so als Schnittstelle zu den Applikationen. Das Herzstück ist der NetCloud Service. Dabei handelt es sich um eine komplette Softwareplattform, die das Portfolio des Herstellers an Wireless-Edge-Routern für feste und mobile Standorte, Fahrzeuge, Außendienstmitarbeiter und IoT-Geräte umfasst. Die NetCloud-Manager-Applikation ermöglicht es Unternehmen, durch umfangreiche Analysen Einblicke in ihre Anwendungen, den Netzwerkzustand und die Sicherheitsdaten zu erhalten. Der NetCloud-Service wird auf Abonnementbasis angeboten, die speziell auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnitten ist.

(ID:47247518)