Neuer Europachef im Interview Couchbase schiebt im Partnergeschäft mit KI an

Von Dr. Dietmar Müller 4 min Lesedauer

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Robert Ekström ist seit April Vice President und General Manager EMEA von Couchbase. Im Channel will er Gas geben, ein AI Accelerate Partner Program soll das Deployment von Modellen für KI-getriebene Anwendungen erleichtern. Was dürfen Partner noch erwarten?

Robert Ekström, Vice President und General Manager EMEA bei Couchbase (Bild:  Couchbase)
Robert Ekström, Vice President und General Manager EMEA bei Couchbase
(Bild: Couchbase)

Datenmanagement-Experte Couchbase hat im Frühjahr mit Robert Ekström einen neuen Vice President und General Manager EMEA präsentiert. Er war davor in verschiedenen Positionen für Unternehmen im Bereich Integration und Automation tätig, unter anderem als Vice President und General Manager EMEA bei Workato und Blue Prism. IT-Business befragte ihn zu seinen Plänen für den Channel.

Nicht jeder Partner ist gleich – wird aber so behandelt

Den Schwerpunkt seiner neuen Aufgabe sieht Ekström im Ausbau des Netzwerkes lokaler Partner, wobei er diese nicht abstufen will. Couchbase möchte seine Datenbankplattform möglichst allen Partnern gleichermaßen zur Verfügung stellen: „Natürlich ist nicht jede Partnerschaft gleich, auch wenn wir jeden Partner gleichermaßen wertschätzen. Wir unterscheiden daher nicht in Punktesystemen oder Levels, sondern in der Art der Partnerschaft“, so Ekström.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Partner handle es sich um sogenannte Value-Added-Partner, also Unternehmen, deren Services und Lösungen zwar auf unsere Datenbank setzen, deren Kunden aber die Datenbank sowie entsprechenden Support von Couchbase beziehen. „Darüber hinaus haben wir auch Channel-Partner, die als reine Reseller fungieren und unsere Datenbank unabhängig von anderen Produkten anbieten.“

Da Couchbase seine Datenbank auch als Database-as-a-Service anbieten, arbeitet es lokalen Cloud-Anbietern und nicht zuletzt den Hyperscalern Google, Amazon und Microsoft eng zusammen. „Zu guter Letzt haben wir auch Partner, die in die Kategorie unabhängige Softwareanbieter fallen. Deren Lösungen nutzen zwar unser Produkt, ihre Kunden haben aber keinerlei Berührungspunkte mit uns als Datenbankanbieter“, erläutert der Vertriebsexperte.

Partner erwarten Benefits

Partnerunternehmen erhalten seinen Angaben zufolge ein breites Spektrum an Vorteilen. „Um sie mit unserer Datenbank vertraut zu machen, bieten wir ihnen etwa kostenlose Online-Trainings über unser Partnerportal an. Dort finden sie auch einen Playground, auf dem sie unsere Datenbank ausgiebig testen können. Auch individuelle Workshops und persönliche Intensivtrainings durch unsere Spezialisten sind möglich, nach deren Abschluss wir Zertifikate erteilen. Beliebt sind etwa Workshops zu Architektur-Reviews, der Query-Optimierung und zum Thema Production Readiness.“

Der gebürtige Schwede weist in diesem Zusammenhang als Besonderheit von Couchbase darauf hin, dass man mit potenziellen Partnern in keinerlei Konkurrenzkampf stehe – „wir sind ein reiner Produktanbieter“. Für Partner fungiere Couchbase quasi als Motor, um den sie ihre Lösungen und Services herum bauen können. „Viele Kunden profitieren auf diese Weise von den Vorteilen unserer NoSQL-Datenbank, ohne sie selbst an die Software unserer Partner anbinden zu müssen. Unsere Datenbank ist stark, in Echtzeit und ohne Downtimes skalierbar, hoch performant mit Reaktionszeiten im Sub-Millisekundenbereich und somit bestens geeignet, modernste Anwendungen mit ihr zu erstellen. Auch in Public-, Private- und Hybrid-Cloud-Szenarien fühlt sie sich natürlich pudelwohl.“

KI mischt auch das Partnergeschäft auf

Brandneu für die Partner habe man ein KI-Plug bereitgestellt: „In ihre Entwicklungsumgebung integriert, können sie gezielte Fragen zur Datenbank an die künstliche Intelligenz stellen. Auf diese Weise sparen sie sich die manuelle Suche in der Dokumentation und können diese Zeit sinnvoller nutzen.“ Je nach Intensität der Zusammenarbeit führe Couchbase mit Partnern auch gemeinsame Sales-Initiativen durch und unterstützen sie mit technischem Produkt-Know-how.

Zudem soll ein „AI Accelerate Partner Program“ Unternehmen dabei unterstützen, KI-basierte Anwendungen mit Couchbase Capella zu entwickeln. Im Zuge des Partnerprogramms erhalten die Partner Ressourcen, mit denen sie Capella in ihre Plattformen und Tools integrieren können. „Auf diese Weise erleichtern wir ihre Arbeit, sodass sie sich auf das Erstellen und das Deployment von Modellen für KI-getriebene Anwendungen konzentrieren können. Ultimativ führt das zu einer schnelleren Marktreife ihrer Applikationen.“

Das AI Accelerate Partner Program umfasse darüber hinaus einen Early Access zu Beta-Versionen, individuelle KI-Praxis-Workshops, Online-Kurse über das PartnerEngage-Portal, verlängerte Testzeiträume für Capella und die Möglichkeit auf Co-Marketing-Investments.

Capella Credits machen unabhängig

Als neuste Errungenschaft des Partnerprogramms führt Ekström Capella Credits an und erläutert: „Viele unserer Partner und Kunden nutzen die Cloud-Angebote der drei großen Hyperscaler Google, Amazon und Microsoft. Für die Nutzung unseres Database-as-a-Service-Angebots kaufen sie sogenannte Capella Credits. Der Vorteil, den sie davon haben ist, dass diese Credits nicht an einen Cloud-Anbieter gebunden ist. Wenn sie also einen Multi-Cloud-Ansatz verfolgen und unsere Datenbankservice auf mehreren Clouds verwenden, müssen sie nicht für alle Cloud-Anbieter eigene Budgets einkaufen.“

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Auch bei einem Wechsel gehe kein Budget verloren. Überdies evaluiert Ekström und sein Team gerade, ob es Sinn macht, einen Managed Service wie Capella auch auf kleineren, regionalen Clouds anzubieten.

„Unser Bestreben ist und bleibt, die Zusammenarbeit mit allen unseren Partnern auszubauen. Aus strategischer Sicht erwarten wir allerdings im Cloud-Bereich das stärkste Wachstum und sehen dort das größte Potenzial zur Weiterentwicklung“, fasst der immer noch frisch gebackene Europachef zusammen. „Dazu gehört nicht nur die Zusammenarbeit mit den Hyperscalern, sondern auch und vor allem die Partnerschaft mit regionalen Cloud-Anbietern, die Kunden ein hohes Maß an Datensouveränität bieten.“

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