Die Dienstleistungsgruppe Connexta wächst weiter. Jetzt schließt sich das Berliner Systemhaus Computer Manufaktur, dessen Marke für „solides digitales Handwerk“ steht, dem Verbund an. Connexta gewinnt mit dem iTeam-Partner auch Expertise in der Software-Entwicklung.
Kai Schumacher (l.) und Christian Gehrke, Geschäftsführer bei Computer Manufaktur, agieren mit ihrem Systemhaus künftig unter dem Dach von Connexta.
(Bild: Computer Manufaktur)
Der Name Computer Manufaktur mag ein wenig aus der Zeit gefallen klingen. Doch das Berliner Systemhaus, das seit 1991 unter dieser Marke agiert, wird allen Anforderungen an einen modernen IT-Dienstleister gerecht. Statt Verkauf und Installation von Rechnern bilden heute Beratung und Service den Schwerpunkt. Auch das Spektrum ist breiter geworden und schließt Netzwerk, Web-Technologien, IT-Sicherheit und Software ein. Der übergeordnete Geschäftszweck, bei Kunden „solides digitales Handwerk“ zu erbringen, ist indes gleichgeblieben. Um die nächste Phase der Unternehmensentwicklung einzuleiten, haben die Inhaber, Christian Gehrke und Kai Schumacher, eine weitreichende Entscheidung getroffen. Sie schließen sich mit Computer Manufaktur der Dienstleistungsgruppe Connexta an. Die Übernahme wurde gestern finalisiert.
Jens Stief, CEO bei Connexta, bezeichnet Computer Manufaktur als ideale Ergänzung für die Gruppe.
(Bild: Connexta)
Der junge Verbund, der sich im Juni 2021 formierte, nimmt damit das neunte Unternehmen auf. Connexta versteht sich als Zusammenschluss von Local Heroes, also regionalen Systemhäusern, und Specialists, die auf bestimmten Fachgebieten besondere Kompetenz aufgebaut haben. Computer Manufaktur fällt in beide Kategorien. Ein Teil der 40-köpfigen Belegschaft, der zahlenmäßig größere, agiert als Systemhaus, das Kunden ganzheitlich bei Infrastruktur, Clients, Netzwerk und Security betreut. Der andere Teil, das Spezialistenteam, entwickelt Individual-Software, meist Web-Anwendungen, designt Internet-Auftritte und implementiert Content-Management-Systeme.
Ganzheitliche Kundenbetreuung
Auch nach der Akquisition wird das Unternehmen, wie es bei Connexta üblich ist, unter seiner etablierten Marke auftreten. Gehrke und Schumacher führen weiterhin die Geschäfte. Als Grund für den Anschluss an eine größere Organisation nennen beide die steigende Komplexität des IT-Geschäfts, das immer häufiger tiefes Wissen auf unterschiedlichen Gebieten erfordert. „Für Systemhäuser unserer Größenklasse wird es zunehmend schwieriger, Kunden ganzheitlich in einer Qualität zu betreuen, die unserem eigenen Anspruch genügt“, erläutert Schumacher. „Deshalb haben wir uns schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken getragen, in eine Gruppe zu gehen, in der wir uns mit anderen vernetzen, Qualifikationen austauschen und so Synergieeffekte nutzen können.“
Als Beispiel dafür nennt Firmengründer Gehrke das Thema Security. Das Systemhaus betreut im Großraum Berlin neben mittelständischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen auch öffentliche Einrichtungen, die höchste Anforderungen an die IT-Sicherheit stellen. Diesen Anforderungen muss es in Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen gerecht werden. „Eine dedizierte Security-Abteilung aus eigener Kraft aufzubauen, wird für ein Unternehmen mit 40 Leuten immer schwieriger“, führt der IT-Profi aus. Fähige Spezialisten würden oft bereits abgeworben, bevor sie sich ins Unternehmen eingewöhnt hätten. In der Gruppe bietet sich für Computer Manufaktur nun die Möglichkeit, auf die ausgeprägte Security-Kompetenz und die Ressourcen von Schwesterunternehmen wie Esko (Kötz bei Günzburg) und Neam (Paderborn) zuzugreifen. „Die Kollegen sind uns mit ihrem tiefen spezialisierten Knowhow hochwillkommen.“
Auf anderen Feldern wie etwa beim Infrastrukturbetrieb sehen die Berliner die Möglichkeit, gemeinsam mit den Schwestern neue Konzepte in Richtung Managed Services und Automatisierung zu entwickeln. Nicht zuletzt werden sie ihre eigene Kompetenz in der Software- und Web-Entwicklung in die Gruppe einbringen. Darin erkennt Jens Stief, CEO bei Connexta, großes Synergiepotenzial. So gebe es beispielsweise Überschneidungen mit anderen Mitgliedern, wenn es um die Verzahnung von Software-Entwicklung und Betrieb (DevOps) geht. „Mit Computer Manufaktur haben wir uns ein Unternehmen dazu geholt, das sowohl fachlich als auch von den Personen her ideal in die Gruppe passt.“
Kundenzugang und Expertise
Im Kern besteht die Strategie von Connexta darin, den Marktzugang von Systemhäusern, die bei Kunden in ihrer Region als Trusted Advisor agieren, mit der tiefen Expertise von Spezialisten zu kombinieren. Davon sollen alle gleichermaßen profitieren, was der Claim des Verbunds „IT. Gemeinsam. Stärker“ zum Ausdruck bringt. Die regionalen Häuser werden in die Lage versetzt, ihren Kunden ein breiteres Leistungsportfolio anzubieten, während die Spezialisten ihren Markt vergrößern können. Zur Gruppe gehören außerdem die Unternehmen Anduras (Passau), Basys (Bremen), Brinova (Oldenburg), ID.kom (Kempten), If-Tech (München) und Newcotec (Ansbach). Die beiden norddeutschen Systemhäuser sind im Mai dieses Jahres zu einer Gesellschaft, zu Basys Brinova, verschmolzen.
Computer Manufaktur war für Connexta nicht nur wegen der spezifischen Kompetenz, sondern auch deshalb attraktiv, weil ein großer Teil des Umsatzes aus wiederkehrenden Einnahmen stammt. Dieser Anteil liegt deutlich über dem Durchschnitt im IT-Channel. Das Systemhaus bietet nicht nur im Infrastrukturgeschäft diverse Managed Services (Server-, Netzwerkmanagement) an. Auch bei Software erbringt es viele Leistungen auf Basis langfristiger Verträge wie die Wartung, die kontinuierliche Weiterentwicklung, den Betrieb und das Hosting von Anwendungen.
Stand: 08.12.2025
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Was Technologien anbelangt, so arbeitet Computer Manufaktur mit Herstellern wie HP, HPE, Lenovo, Microsoft, Sophos, Veeam und VMware zusammen. Die Kompetenz des Unternehmens erstreckt sich darüber hinaus auf Open-Source-Produkte wie das BetriebssystemLinux sowie die Content-Management-Systeme Drupal und Typo3.
Aktiv im Systemhausverbund
Wie die Interaktion von Systemhäusern untereinander funktioniert, wissen die Berliner schon aus dem Systemhausverbund iTeam, in dem sie sich seit Jahren engagieren. „Daher kennen wir die Kooperation in einem Netzwerk schon gut“, berichtet Gehrke. Dabei ist er sich bewusst, dass die Zusammenarbeit von Dienstleistern unter einer Dachgesellschaft noch einmal eine andere Qualität hat. „Connexta ist der nächste Schritt!“ Ein bekanntes Unternehmen trifft Computer Manufaktur dort wieder: Basys gehört ebenfalls seit langem zu den iTeam-Mitgliedern.
Gehrke und Schumacher sprachen im Vorfeld auch mit anderen Gruppen. Für Connexta haben sie sich nach eigener Auskunft wegen der Kultur, der Dynamik und des hohen Freiheitsgrads entschieden, den die einzelnen Gesellschaften haben. So könne Computer Manufaktur zunächst die Firma bleiben, die sie ist, und ihre Prozesse behutsam anpassen. „Wir hatten keinen wirtschaftlichen Druck zu verkaufen“, betont Schumacher, der seit 2015 der Geschäftsführung des Systemhauses angehört. „Uns ging es darum, das Unternehmen aus Verantwortung für die Kunden und die Mitarbeiter weiterzuentwickeln und in die nächste Dekade zu bringen.“
Durch die Akquisition kommt Connexta nun auf rund 400 Mitarbeiter, die an zehn Standorten tätig sind, und wird in diesem Jahr beim Umsatz die Marke von 100 Millionen Euro übertreffen. Mit weiteren potenziellen Mitgliedern ist das Management in Gesprächen. „Im Gegensatz zu auf Altersnachfolgen ausgerichteten Gruppen suchen wir nach vitalen Unternehmern, die in der Stärke der Gemeinschaft ihr Geschäft, ihre Mitarbeiter und ihre Kunden weiterführen wollen“, wirbt CEO Stief. Hinter Connexta steht die Münchner Beteiligungsgesellschaft Aurelius Wachstumskapital (AWK) als Investor.